Modeindustrie schwächelt - Strümpfe trotzen dem Trend

17.03.26 12:39 Uhr

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KÖLN (dpa-AFX) - Weltweite Krisen, Lieferkettenprobleme, verunsicherte Konsumenten und eine schwache Nachfrage belasten die Modebranche. Die deutsche Bekleidungsindustrie hat 2025 weniger umgesetzt. Nach Angaben des Modeverbands GermanFashion sanken die Erlöse nominal - also inklusive Preissteigerungen - um 1,4 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro.

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Es gab aber auch Lichtblicke: So legten Strumpfwaren im Vergleich mit 2024 um vier Prozent zu. Strümpfe seien in Mode und könnten Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sagte Experte Hansjürgen Heinick vom Handelsforschungsinstitut IFH Köln. Strümpfe würden heute häufiger passend zum Anlass ausgewählt. Zunehmend geschätzt würden auch viele funktionale Eigenschaften: Verschiedene Sportarten erforderten unterschiedliche Strümpfe.

Eine Sprecherin des Herstellers Falke sagte: "Strümpfe bieten die Möglichkeit, sich modisch auszudrücken, ohne enorme Investitionen zu tätigen - ein Vorteil, der gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten wirkt." Strümpfe seien vom reinen Alltagsprodukt zum modischen Accessoire geworden. Die Umsätze in der Kategorie waren 2024 bereits gestiegen.

Zulegen konnte zuletzt auch der Bereich Arbeits- und Berufsbekleidung (plus 3,3 Prozent). In der wichtigen Kategorie sonstige Oberbekleidung - dazu zählen Hosen, T-Shirts, Pullover, Sakkos, Kleider, Hemden und Blusen - setzten die Hersteller dagegen schon im zweiten Jahr infolge weniger um (minus 2,2 Prozent).

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Zweistelliges Minus bei Anzügen und Kleidern

Nach dem deutlichen Umsatzeinbruch im Vorjahr gelang der Branche 2025 nicht die erhoffte Kehrtwende. In Deutschland gingen die Gesamterlöse um 2,1 Prozent zurück. GermanFashion-Präsident Justus Lebek macht die Verunsicherung aufgrund der angespannten weltpolitischen Lage als Hauptursache aus. Auch die Preissteigerungen träfen die Konsumenten.

"Mode gehört zwar zum Alltag, wird in solchen Zeiten aber bewusster und zurückhaltender gekauft." Lebek geht davon aus, dass die Logistikkosten infolge des Iran-Kriegs steigen. "Wir werden Preissteigerungen haben, die man aber ungern an Endkunden weitergibt, die ohnehin schon belastet sind."

Im wichtigen Auslandsgeschäft blieb der Aufschwung im vergangenen Jahr ebenfalls aus (minus 0,5 Prozent). Laut Außenhandelsstatistik, die Industrie und Handel abbildet, ging der Ausfuhrwert in fast allen Produktgruppen zurück - besonders stark bei Anzügen (minus 13,8 Prozent) und Kleidern (minus 10,6 Prozent). Der Trend gehe weg von anlassbezogener Bekleidung, heißt es. Anzüge seien ein typisches Büro-Outfit und hätten durch die Verbreitung des Homeoffice an Bedeutung verloren. Bei Kleidern sei es ähnlich.

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Trend zum "Nearshoring"

Bemerkenswert ist die jüngste Entwicklung laut GermanFashion in den USA: Trotz Zollproblematik wurde ein Umsatzplus von knapp vier Prozent erzielt. "Offenbar werden die höheren Preise im dortigen Markt von den Verbraucherinnen und Verbrauchern akzeptiert beziehungsweise durch den Importeur nicht weitergegeben", sagte GermanFashion-Präsident Lebek. Wichtigste Exportmärkte bleiben Polen, die Schweiz und Österreich.

Lebek erwartet 2026 erneut schwierige Rahmenbedingungen. Er rechnet damit, dass sich der Trend zum "Nearshoring" fortsetzt - also die Produktion im nahegelegenen Ausland. Der Vorteil sind geringere Kosten und kürzere Lieferwege. Die nordafrikanischen Standorte Ägypten, Tunesien und Marokko sowie Portugal verzeichneten im vergangenen Jahr starke Zuwächse bei den Einfuhren. Die wichtigsten Importländer bei Bekleidung sind aktuell China, Bangladesch und die Türkei.

GermanFashion vertritt etwa 350 Unternehmen aus der Branche, darunter HUGO BOSS, adidas, Brax, und Marc O'Polo./cr/DP/men

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