16.04.2018 20:11
Bewerten
(16)

So teuer könnte Facebook der Datenskandal zu stehen kommen

Rückgang an Werbeeinnahmen?: So teuer könnte Facebook der Datenskandal zu stehen kommen | Nachricht | finanzen.net
Rückgang an Werbeeinnahmen?
DRUCKEN
Für Facebook lief es zuletzt nicht optimal: Nachdem bekannt wurde, dass die Analysefirma Cambridge Analytica an 87 Millionen Nutzerdaten kam und diese unter anderem für den US-Wahlkampf nutzte, vermeldeten Werbekunden des weltweit größten Social-Media-Portals Anzeigen auf Facebook vorerst einzustellen und der Hashtag #deletefacebook, der Nutzer zum Löschen ihres Facebook-Accounts animiert, ging viral.
Facebook-Chef Mark Zuckerberg stellte sich vergangene Woche einer Befragung durch den US-Kongress, bei der er sich reumütig zeigte und Fehler eingestand. Der 33-jährige musste jedoch öfter eingestehen, nicht auf alle Fragen konkrete Antworten zu haben. Auf die Frage eines US-Senators, wie das Social-Media-Unternehmen denn sein Geld verdiene, wenn es doch einen kostenfreien Service für die Nutzer anbiete, stellte Zuckerberg leicht verwundert über die Unwissenheit klar, dass Facebook sich beinahe komplett über Werbeanzeigen finanziert.

Werbeanzeigen sind Haupteinnahmequelle

Klarheit schafft hier auch ein Blick auf die Geschäftszahlen aus dem vergangenen Jahr: Von den Einnahmen in Höhe von 40,653 Milliarden US-Dollar verdankt das Unternehmen 39,942 Milliarden US-Dollar der Werbung. Dies entspricht einem Plus von 49 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.

Daniel Ives, Leiter der Unternehmensentwicklung bei GBH Insights, äußerte gegenüber CNBC, dass diese Werbeeinnahmen der Block seien, der nun "in Gefahr" sei. Um die drei Prozent könnten die Einnahmen sinken, was in Zahlen zwischen ein bis zwei Milliarden US-Dollar weniger Erlöse für den Tech-Konzern bedeuten könnte. Der Grund für die prophezeiten geschmälerten Werbeeinnahmen liegt laut Ives in langsamer wachsenden Nutzerzahlen, weniger Aktivität der Nutzer auf der Social-Media-Plattform und möglicher staatlicher Regulierung, die auch die Anzeigen betreffen könnte.

Schaden geringer als erwartet

In der "GBH’s Tech Tracker"-Nutzerumfrage fand die Marketing-Insight-Firma heraus, dass 15 Prozent der Facebooknutzer als Konsequenz nach Bekanntwerden des Datenskandals Facebook weniger intensiv nutzen. Eine vernachlässigbare Anzahl der Nutzer sei dem Hashtag #deletefacebook gefolgt und hätte tatsächlich seinen Account gelöscht. Die geringere Aktivität, die die 15 Prozent der Facebooknutzer nun zeigen wollen, führe laut Ives zum bescheidenen Rückgang der Werbeeinnahmen.

Der Schaden, den Facebook wegen des Datenskandals erleidet, halte sich aber laut Ives "in Grenzen", und sei geringer als erwartet. Dies sei eine Erleichterung auch im Hinblick auf die Geschäftszahlen für das erste Quartal des laufenden Jahres. Trotz allem habe das Unternehmen von Mark Zuckerberg noch einen "langen, steinigen Weg" vor sich, bei dem die nächsten Wochen und Monate richtungsweisend seien.

Facebook sollte bisheriges Geschäfts-Modell beibehalten

Ives betont im Gespräch mit CNBC außerdem, dass der Konzern am bisherigen Business-Modell festhalten solle. Vor dem US-Konzern deutete Zuckerberg nämlich an, eventuell eine Bezahlversion von Facebook einzuführen, bei der der Nutzer ein Abo, ähnlich denen die es beispielsweise bei Netflix oder Spotify gibt, abschließen kann und im Gegenzug keine Werbung angezeigt bekommt. Zuckerberg solle sich jedoch lieber darauf konzentrieren, das bisherige Modell beizubehalten, bei dem Facebook ein kostenfreier Service ist, zu dem jeder Zugang hat, um die Werbekunden nicht zu vergraulen, so Ives.

Vor allem der Datenschutz wird in Zukunft für die großen Tech-Konzerne eine wichtige Rolle spielen. Wenn im Mai die neue EU-Datenschutzgrundverordnung in Kraft tritt, sollte bei diesem Thema eine spürbare Veränderung eintreten. Nach der Veröffentlichung des Datenskandals bei Facebook ist es gut möglich, dass auch andere Social-Media-Plattformen gerade auch im Hinblick auf Werbeanzeigen mehr Transparenz walten lassen müssen, um den Nutzern Sicherheit zu geben. Eine Idee hierfür ist beispielsweise die Kennzeichnung von Wahlwerbung, bei der ersichtlich wird, wer für die Inhalte verantwortlich ist.

Die Facebook-Aktie hat sich mittlerweile wieder einigermaßen erholt. Nachdem sie im Jahrestief weniger als 125 US-Dollar wert war, steht sie aktuell wieder bei ungefähr 164 US-Dollar. GBH Insights bewertet diese als "höchst attraktiv" und gibt ein Kursziel von 225 US-Dollar für die Aktie an.

Theresa Rauffmann / Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Justin Sullivan/Getty Images, Ink Drop / Shutterstock.com, FLDphotos / istockphoto, Gil C / Shutterstock.com

Nachrichten zu Facebook Inc.

  • Relevant
    5
  • Alle
    9
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Facebook Inc.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
27.07.2018Facebook Market OutperformJMP Securities LLC
26.07.2018Facebook buyStifel, Nicolaus & Co., Inc.
26.07.2018Facebook buyJefferies & Company Inc.
26.07.2018Facebook OutperformWells Fargo & Co
26.07.2018Facebook OutperformRBC Capital Markets
27.07.2018Facebook Market OutperformJMP Securities LLC
26.07.2018Facebook buyStifel, Nicolaus & Co., Inc.
26.07.2018Facebook buyJefferies & Company Inc.
26.07.2018Facebook OutperformWells Fargo & Co
26.07.2018Facebook OutperformRBC Capital Markets
26.07.2018Facebook NeutralUBS AG
03.05.2018Facebook HoldMorningstar
22.03.2018Facebook HoldStifel, Nicolaus & Co., Inc.
01.02.2018Facebook HoldMorningstar
19.01.2018Facebook HoldMorningstar
06.07.2018Facebook SellSociété Générale Group S.A. (SG)
02.04.2018Facebook SellPivotal Research Group
31.07.2017Facebook SellPivotal Research Group
02.02.2017Facebook SellSociété Générale Group S.A. (SG)
04.11.2016Facebook SellSociété Générale Group S.A. (SG)

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Facebook Inc. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht leichter ins Wochenende -- US-Börsen im Plus --Tesla auch bei Problemen rund um Model 3 im Visier der SEC -- Trump droht Türkei mit weiteren Sanktionen -- Rheinmetall, Bayer, Henkel im Fokus

Swiss Re bei Brückeneinsturz in Genua in der Pflicht. S&P senkt Ausblick für K+S auf negativ. Tesla-Chef kann womöglich auf Milde der Börsenaufsicht hoffen. Mehrere VW-Mitarbeiter im Abgas-Skandal möglicherweise vor Entlassung. Novo Nordisk kauft britischen Diabetes-Spezialisten.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die wertvollsten Marken der Welt
Welche Marke macht das Rennen?
Die teuersten Städte für Expats 2018
Hier ist das Leben für ausländische Fachkräfte besonders teuer
Der Financial Secrecy Index 2018
Die größten Schattenfinanzzentren der Welt
Die bestbezahlten Promis der Welt 2018
Bis zu 285 Millionen US-Dollar Verdienst
In diesen Berufen bekommt man das höchste Gehalt
Mit welchem Job verdient man am meisten?
mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Kryptowährung hat das größte Zukunftspotenzial?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
BayerBAY001
TeslaA1CX3T
Steinhoff International N.V.A14XB9
Apple Inc.865985
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Wirecard AG747206
Amazon906866
Deutsche Telekom AG555750
Facebook Inc.A1JWVX
E.ON SEENAG99
EVOTEC AG566480
ProSiebenSat.1 Media SEPSM777
Netflix Inc.552484