finanzen.net
23.01.2019 16:32
Bewerten
(0)

Aussicht auf Entschädigungen bei Kohleausstieg treibt RWE-Aktie an

Streit um Kohle: Aussicht auf Entschädigungen bei Kohleausstieg treibt RWE-Aktie an | Nachricht | finanzen.net
Streit um Kohle
DRUCKEN
Die Aussicht auf einen einvernehmlichen Ausstieg aus der Kohleverstromung in Deutschland hat Anleger am Mittwoch bei RWE-Aktien zugreifen lassen.
Staatlichen Zwang - mit möglichen negativen Folgen für die Kraftwerksbetreiber - soll es erst dann geben, wenn es bis Mitte 2020 zu keiner Einigung auf Entschädigungen kommen sollte.

RWE-Aktien legten daraufhin um 4,43 Prozent auf 20,52 Euro zu - auf den höchsten Stand seit Anfang Oktober.

Ein Händler sagte, dass Analysten und Investoren bei der Berücksichtigung von Entschädigungen beim Kohleausstieg in ihren Erwartungen bislang eher zurückhaltend gewesen seien. "Das könnte sich nun zunehmend ändern und wird am Markt entsprechend im Kurs eingepreist", sagte der Händler.

Kohlekommission schlägt Entschädigung für RWE und Co bis 2030 vor

Die Energieversorger können bei der Abschaltung von Braun- und Steinkohlekraftwerken zum Schutz des Klimas länger als erwartet auf staatliche Entschädigung hoffen. In der Kohlekommission scheint es vor dem Abschluss der Beratungen den Kompromiss zu geben, den Unternehmen bis 2030 staatliche Kompensationen zu zahlen, wie aus dem Berichtsentwurf für die Sitzung am Freitag hervorgeht.

"Zur Umsetzung empfiehlt die Kommission freiwillige Maßnahmen, als einvernehmliche Verhandlungslösung mit den Betreibern für Braunkohlekapazitäten und als freiwillige Stilllegungsprämie für Steinkohlekapazitäten", heißt es in dem Entwurf bezüglich der Jahre bis 2030. Dow Jones Newswires hatte in das Dokument Einblick. Nach dem Dafürhalten der Fachleute sollen die Mittel aus dem Bundeshaushalt kommen und nicht über Umlagen auf die Stromkunden abgewälzt werden.

Im Duktus der Kommission meint einvernehmliche Verhandlungslösung den Verzicht auf Zwangsabschaltung per Verordnung. Zwischenzeitlich hatte das Gremium diskutiert, Stromerzeuger wie RWE, Uniper oder die Lausitzer Leag nur für kurzfristige Abschaltungen bis Mitte der 2020er Jahre zu entschädigen. Allerdings soll der Grundsatz gelten, je länger die Turbinen laufen, desto weniger Geld wird an den Betreiber überwiesen.

Staat und Versorger haben bis Mitte 2020 Zeit für Vertrag

Sollte jedoch bis Juli 2020 keine vertragliche Einigung mit den Firmen erreicht werden, empfehlen die Experten die Zwangsstilllegung, wenngleich auch dafür Geld fließen soll.

Als eine Möglichkeit, die Höhe der Entschädigung für Braunkohlekraftwerke zu berechnen, geben die Fachleute der Politik ein Modell an die Hand. Es stammt aus der bestehenden Sicherheitsbereitschaft für alte Kraftwerke. Demnach errechnet sich die Summe aus entgangenen Deckungsbeiträgen eines Kraftwerks am Strommarkt für vier Jahre und den Kosten der Reservevorhaltung über vier Jahre.

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz hatte am Dienstag auf dem Energiekongress des Handelsblattes erklärt, dass die Entschädigung höher ausfallen müsse als bei der Sicherheitsbereitschaft, da nun auch die Folgekosten der Tagebauschließung berücksichtigt werden müssten. Er zeigte sich bereit, bei der Abschaltung mit seinen Kraftwerken im Rheinischen Revier voranzugehen, um der Lausitz und dem Mitteldeutschen Revier bei Leipzig mehr Zeit für den Strukturwandel zu geben.

Sollen Steinkohlekraftwerke vom Netz genommen werden, raten die Experten zu einem Auktionsverfahren, wie es der Energiekonzern Uniper vorgeschlagen hat. Demnach können sich die Unternehmen an Ausschreibungen beteiligen, die günstigsten Angebote bekommen den Zuschlag und werden gegen die ermittelte Kompensation vom Netz genommen.

Hoffnung für Unipers Problemkraftwerk Datteln

Uniper kann darauf hoffen, das noch immer nicht vollendete Pannenkraftwerk Datteln aus der Bilanz zu bekommen. Die Kommission empfiehlt der Bundesregierung, "eine Verhandlungslösung zu suchen", um noch nicht in Betrieb befindliche "Kraftwerke nicht in Betrieb zu nehmen". Bislang haben die Düsseldorfer über 1 Milliarde Euro in die mit Steinkohle befeuerten Turbinen investiert, deren Start sich seit Jahren verzögert.

Bei der Diskussion am Freitag werden die 31 Mitglieder des Gremiums entscheiden müssen, wie viel Kraftwerke bis zu welchen Wegmarken abgeklemmt werden und wann das letzte Kohlekraftwerk in Deutschland schließen soll. Bisher finden sich noch Klammern in den entsprechenden Absätzen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechnet damit, dass im Jahr 2030 noch die Hälfte der heute arbeitenden Kohlekraftwerke weiter im Dienst sein wird. Heute kommt noch etwas mehr als ein Drittel des Stroms hierzulande aus der Verbrennung von Kohle.

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) / Dow Jones

Bildquellen: 360b / Shutterstock.com, RWE
Anzeige

Nachrichten zu RWE AG St.

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu RWE AG St.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
15.03.2019RWE HaltenIndependent Research GmbH
15.03.2019RWE kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
14.03.2019RWE kaufenRBC Capital Markets
14.03.2019RWE kaufenDZ BANK
14.03.2019RWE ReduceKepler Cheuvreux
15.03.2019RWE kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
14.03.2019RWE kaufenRBC Capital Markets
14.03.2019RWE kaufenDZ BANK
14.03.2019RWE buyUBS AG
14.03.2019RWE Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
15.03.2019RWE HaltenIndependent Research GmbH
14.03.2019RWE NeutralJP Morgan Chase & Co.
28.01.2019RWE HoldHSBC
28.01.2019RWE HoldHSBC
28.01.2019RWE Equal-WeightMorgan Stanley
14.03.2019RWE ReduceKepler Cheuvreux
08.02.2019RWE ReduceKepler Cheuvreux
25.01.2019RWE ReduceKepler Cheuvreux
24.01.2019RWE ReduceKepler Cheuvreux
16.01.2019RWE ReduceKepler Cheuvreux

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für RWE AG St. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX schließt schwächer -- Dow beendet Handel zurückhaltend -- Deutsche Bank und Commerzbank loten offiziell Fusion aus -- Boeing, Daimler, Talanx, LEONI im Fokus

VW-Konzernchef Diess kauft in großem Stil Volkswagen-Aktien. Uber-Konkurrent Parlamentspräsident macht Regierung Strich durch die Rechnung. Lyft strebt Milliarden-Erlös bei Börsengang an. Italiens Aufseher verbieten ING Neukundengeschäft wegen Kontrollmängeln. Nordex-Aktien kratzen an 200-Wochen-Linie - Citi nicht mehr negativ.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

In diesen Ländern ist Netflix am teuersten
Hier müssen Abonnenten tief in die Tasche greifen
Die korruptesten Länder der Welt
In diesen Staaten ist die Korruption am höchsten
Abschlüsse der DAX-Chefs
Diese Studiengänge haben die DAX-Chefs absolviert
Erster Job
Wo Absolventen am meisten Geld verdienen
Das Schwarzbuch 2018/2019
Wo 2018 sinnlos Steuern verbrannt wurden
mehr Top Rankings

Umfrage

Nun ist es bestätigt: Deutsche Bank und Commerzbank loten offiziell eine Fusion aus. Glauben Sie, dass es tatsächlich dazu kommen wird?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
CommerzbankCBK100
Deutsche Bank AG514000
Aurora Cannabis IncA12GS7
Daimler AG710000
Boeing Co.850471
Deutsche Telekom AG555750
LEONI AG540888
Amazon906866
SteinhoffA14XB9
Infineon AG623100
Apple Inc.865985
BASFBASF11
Allianz840400
TeslaA1CX3T