28.09.2020 17:58

Commerzbank-Aktie fester: Deutsche-Bank-Manager Knof wird neuer Commerzbank-Chef

Unter Vorbehalt: Commerzbank-Aktie fester: Deutsche-Bank-Manager Knof wird neuer Commerzbank-Chef | Nachricht | finanzen.net
Unter Vorbehalt
Folgen

Bis zu 1% p.a. Festzins jetzt risikofrei sichern. 15 € Amazon-Gutschein bis 31.10. zusätzlich! -W-

Der Deutsche-Bank-Manager Manfred Knof wird zum 1. Januar 2021 neuer Vorstandschef der Commerzbank.
Werbung
Der Deutsche-Bank-Manager Manfred Knof soll die Commerzbank zurück in die Erfolgsspur führen. Die einstimmige Entscheidung des Aufsichtsrats vom Samstag ist ein deutliches Signal: Statt die Nachfolge des zum Jahresende ausscheidenden Konzernchefs Martin Zielke intern zu regeln, soll ein externer Kandidat für frischen Wind bei dem Frankfurter MDAX-Konzern sorgen.

Knof kann seine neue Aufgabe am 1. Januar 2021 mit Vertrauensvorschuss antreten. Auch der Finanzinvestor Cerberus, dessen harsche Kritik an der bisherigen Führung der Bank die Neubesetzung provoziert hatte, setzt auf Knofs Erfahrung in Sachen Restrukturierung.

Der derzeitige Leiter des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank sei "ein erfahrener und umsetzungsstarker Topmanager, der sich in unterschiedlichsten Aufgaben in der Finanzdienstleistungsindustrie bewiesen hat", begründete Commerzbank-Aufsichtsratschef Hans-Jörg Vetter in einer Mitteilung vom Samstagabend die Wahl.

Was er vom künftigen Vorstandschef erwartet, hatte Vetter, der selbst erst seit knapp zwei Monaten im Amt ist, kürzlich im Intranet der Bank deutlich gemacht: "Die Commerzbank hat viel Gutes, aber in Sachen Effizienz und Profitabilität gibt es noch Luft nach oben. Es gibt noch viele althergebrachte Strukturen, die den heutigen Anforderungen und der Größe der Bank nicht mehr angemessen sind."

Knof (55) gilt als Spezialist für schwierige Missionen. Von 1995 an war der Jurist in unterschiedlichsten Führungspositionen im Allianz-Konzern tätig, zuletzt bis 2017 als Chef für Deutschland, die Schweiz sowie Mittel- und Osteuropa. Knof trieb bei dem Versicherungskonzern die Digitalisierung voran und trat - auch mittels Stellenstreichungen - auf die Kostenbremse.

Aber auch bei der Dresdner Bank, die in der Finanzkrise 2008 von der Commerzbank geschluckt wurde, hat Knof Erfahrungen gesammelt: 2003 bis 2005 war er bei der damaligen Allianz-Tochter in verschiedenen Funktionen tätig - zuletzt als Leiter des Privatkundengeschäfts Deutschland Süd mit Verantwortung für rund 1000 Filialen.

Als ihn die Deutsche Bank im August 2019 - eine Ebene unterhalb des Vorstands - zum Leiter ihres Privatkundengeschäfts machte, erklärte Deutschlands größtes Geldhaus, Knof stehe "für Kundennähe, digitalen Aufbruch und strikte Kostendisziplin". Bei der Deutschen Bank läuft seit Sommer 2019 ein radikaler Konzernumbau. Gerade erst hat der Dax (DAX 30)-Konzern angekündigt, die Zahl der Filialen in Deutschland im nächsten Jahr von gut 500 auf 400 Standorte zu reduzieren.

Im noch wesentlich dichteren Filialnetz der Commerzbank werden noch drastischere Einschnitte erwartet. Von 1000 Filialen könnten gerade einmal 200 übrig bleiben, in denen Kunden sich beraten lassen können. Schon vor der Corona-Krise liefen in der Commerzbank Diskussionen über eine Verschärfung des im Herbst 2019 verkündeten Sparkurses. Die Pandemie hat der Digitalisierung einen weiteren Schub gegeben. Bei der Commerzbank könnte die Zahl der zuletzt knapp 40 000 Vollzeitstellen um bis zu ein Viertel gekappt werden.

"Die neue Strategie ist eine radikale Kehrtwende und geht über alles Bisherige weit hinaus", erklärte der zum 30. September ausscheidende Privatkundenchef Michael Mandel jüngst. Wegen der Folgen der Pandemie und Kosten für den Konzernumbau rechnet die Bank für das laufende Jahr mit roten Zahlen. Analysten gehen davon aus, dass die Commerzbank erst 2022 wieder die Gewinnzone erreichen wird.

Zufall oder nicht: Knofs Berufung fällt genau auf den Jahrestag der Verkündung der Strategie "Commerzbank 5.0". Die Ungeduld der Investoren hat zugenommen, nachdem die vor einem Jahr von Zielke vorgestellten Schritte nicht wirklich überzeugten: Etwas weniger Personal, etwas weniger Filialen, Eingliederung der Online-Tochter Comdirect. Den Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der polnischen mBank blies der Commerzbank-Vorstand ab, weil sich die Preisvorstellung in Corona-Zeiten nicht durchsetzen ließ.

In diesem Frühjahr zeigte der "Höllenhund" Cerberus Zähne: Die Commerzbank-Führung habe "über Jahre eklatant versagt", urteilte der Großaktionär und kritisierte "die unausgereiften und schlecht umgesetzten Bemühungen der Geschäftsführung, den Niedergang der Commerzbank zu verhindern". Cerberus, der auch an der Deutschen Bank beteiligt ist, ist mit gut fünf Prozent zweitgrößter Aktionär der Commerzbank - nach dem deutschen Staat, der infolge der Rettung mit Steuermilliarden in der Finanzkrise heute 15,6 Prozent hält.

Die harsche Kritik zeigte Wirkung: Zielke räumte ein, dass die im Herbst 2019 beschlossenen Maßnahmen nicht durchschlagend genug waren, um das Institut im Zinstief profitabler zu machen - und kündigte seinen Rücktritt als Konzernchef spätestens zum Jahresende an. Der damalige Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann warf gleich mit hin.

Mit der Berufung Knofs hat der neue Chefkontrolleur Vetter die Nachfolge von Zielke überraschend schnell geregelt. Und: Statt einer internen Lösung mit Finanzvorständin Bettina Orlopp oder Firmenkundenvorstand Roland Boekhout hat Vetter sogar einen externen Kandidaten für die nicht einfache Aufgabe gewonnen - vorausgesetzt, die Aufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) stimmen noch zu.

Der Großaktionär Bund hatte sich zuletzt zuversichtlich zur Zukunft der Bank geäußert. "Ich glaube, dass wir ja jetzt doch sehen, dass sich viele bemühen, der Commerzbank eine gute Zukunft zu geben und auch mutige Entscheidungen zu treffen", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) bei einer Bankentagung Anfang September. "Ich finde, das sollte jetzt erstmal begleitet werden."

So reagiert die Commerzbank-Aktie

Der neue Chef ist am Montag an der Börse gut aufgenommen worden. Der Kurs der Aktie zog via XETRA um 5,6 Prozent auf 4,23 Euro an. An den vergangenen beiden Handelstagen hatte der Kurs ein Abrutschen unter die 4-Euro-Marke zum Schlusskurs jeweils knapp vermieden.

Der von der Deutschen Bank kommende neue Commerzbank-Chef Manfred Knof sollte am Markt auf Zustimmung stoßen, schrieb Analystin Martina Matouskova vom US-Broker Jefferies. Denn Knof habe zuvor das Geschäft der Allianz Deutschland wieder auf Erfolgskurs gebracht. In puncto Digitalisierung und Kostensenkungen habe er Erfahrungen gesammelt, die ihm bei der Commerzbank zugute kommen dürften, nicht zuletzt was Verhandlungen mit den Gewerkschaftsvertretern betreffe.

FRANKFURT AM MAIN (dpa-AFX)

Werbung

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
Mini Future Long auf Deutsche BankJC800Q
Mini Future Short auf Deutsche BankJC4FZG
Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: JC800Q, JC4FZG. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise** zu dieser Werbung.
Bildquellen: Commerzbank AG

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Ersatz für Fiat-Geld?
Deutsche Bank wagt Langfristprognose für Bitcoin & Co.
Auch wenn das Jahr 2019 durch deutliche Erholungstendenzen am Kryptomarkt geprägt war: Wirklich Einzug in den Alltag haben Bitcoin & Co. auch im vergangenen Jahr noch nicht halten können. Deutschlands größtes Finanzhaus glaubt aber, dass sich dies in den nächsten zehn Jahren deutlich ändern wird.
24.10.20

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
23.10.2020Deutsche Bank NeutralUBS AG
19.10.2020Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
19.10.2020Deutsche Bank UnderweightBarclays Capital
19.10.2020Deutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
16.10.2020Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
08.04.2020Deutsche Bank kaufenDZ BANK
28.06.2019Deutsche Bank kaufenDZ BANK
24.10.2018Deutsche Bank buyequinet AG
30.08.2018Deutsche Bank buyequinet AG
24.05.2018Deutsche Bank kaufenDZ BANK
23.10.2020Deutsche Bank NeutralUBS AG
19.10.2020Deutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
23.09.2020Deutsche Bank NeutralUBS AG
23.09.2020Deutsche Bank NeutralJP Morgan Chase & Co.
22.09.2020Deutsche Bank HaltenDZ BANK
19.10.2020Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
19.10.2020Deutsche Bank UnderweightBarclays Capital
16.10.2020Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
05.10.2020Deutsche Bank UnderperformRBC Capital Markets
02.10.2020Deutsche Bank VerkaufenIndependent Research GmbH

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Dow schließt etwas leichter -- DAX geht sich mit Gewinnen ins Wochenende -- Intels Geschäft mit Rechenzentren enttäuscht -- Daimler hebt Gewinnprognose an -- Gilead, CureVac, AmEx, Wirecard im Fokus

Goldman Sachs zahlt im Korruptionsfall 1MDB weitere Milliardensumme. Siemens Healthineers: US-Kartellfreigabe für Varian-Übernahme. Uber und Lyft erleiden Niederlage vor Gericht bei Fahrerstatus in Kalifornien. Walmart verklagt US-Regierung wegen drohender Opioid-Strafen. Siemens Energy-Aktie moderat im Plus - Künftig Chance auf DAX-Aufstieg. Ceconomy mit gutem Start ins neue Geschäftsjahr.

Umfrage

Die Infektionszahlen steigen und die Corona-Schutzmaßnahmen werden verstärkt. Decken Sie sich angesichts dessen vermehrt mit Waren des täglichen Gebrauchs ein?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
BioNTechA2PSR2
TeslaA1CX3T
Amazon906866
Apple Inc.865985
BayerBAY001
CureVacA2P71U
NEL ASAA0B733
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Daimler AG710000
AlibabaA117ME
Lufthansa AG823212
Ballard Power Inc.A0RENB
Wirecard AG747206
XiaomiA2JNY1
Deutsche Telekom AG555750