Salzgitter-Aktie dreht deutlich ins Plus: Aurubis-Bewertung treibt an - weiteres Wachstum angepeilt

Positive Bewertungseffekte aus der Salzgitter-Beteiligung Aurubis haben dem Stahlkonzern zu einem Ergebnis verholfen, dass besser ausfiel, als die zuletzt gesenkte Prognose es vorsah.
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Für 2026 rechnet die Salzgitter AG mit Wachstum und deutlichem Ergebniswachstum.
Salzgitter erwirtschaftete nach vorläufigen Zahlen ein bereinigtes EBITDA von 376 Millionen Euro nach 445 Millionen im Jahr zuvor, wie das SDAX-Unternehmen mitteilte. Analysten hatten nach einem vom Unternehmen zusammengestellten Konsens mit 334 Millionen Euro gerechnet, nachdem Salzgitter die Zielspanne im November auf 300 bis 350 Millionen Euro gesenkt hatte. Auch der Vorsteuerverlust fiel mit 28 Millionen Euro geringer aus als die zuletzt geschätzten minus 50 bis minus 100 Millionen Euro.
Ursächlich für das unerwartet gute Ergebnis sei ein Beitrag von 180 Millionen Euro aus der At-equity-Beteiligung von Salzgitter am Kupferkonzern Aurubis gewesen. Besonders im vierten Quartal sei sie von hohen Bewertungseffekten aus Metallpreisschwankungen positiv beeinflusst gewesen. Gegenläufig wirkten den weiteren Angaben zufolge negative Bewertungseffekte aus der Aurubis-Umtauschanleihe in Höhe von minus 30 Millionen Euro. Der Außenumsatz ging auf 9,0 von 10,0 Milliarden Euro zurück.
Im neuen Jahr rechnet das Unternehmen aus Südniedersachsen mit einer moderaten Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das sollte zu einem Umsatzwachstum auf rund 9,5 Milliarden Euro sowie einem EBITDA vor Bewertungseffekten aus der Aurubis-Wandelanleihe von 500 bis 600 Millionen Euro führen. Das entsprechend bereinigte Vorsteuerergebnis wird zwischen 75 und 175 Millionen Euro gesehen.
Effekte aus der jüngst beschlossenen Fortführung der Hüttenwerke Krupp Mannesmann unter alleiniger Verantwortung der Salzgitter AG sind in der Prognose allerdings nicht enthalten.
Die volle Bilanz wird am 23. März veröffentlicht.
Ausblick schickt Salzgitter nach Absacker auf Hoch seit 2011
Die Aktien von Salzgitter haben am Dienstag mit einer Berg- und Talfahrt auf Eckzahlen sowie den Ausblick auf 2026 reagiert. Nach einem Rutsch um rund 9 Prozent auf 46,62 Euro ging es zuletzt via XETRA um knapp 7 Prozent auf 54,55 Euro nach oben auf den höchsten Stand seit Sommer 2011.
Der Stahlkonzern habe mit Blick auf das Schlussviertel 2025 die Erwartungen deutlich übertroffen, lobte Analyst Dominic O'Kane von der US-Bank JPMorgan. Das werde allerdings relativiert durch die Prognose für das operative Ergebnis 2026. Sie impliziere ein Abwärtsrisiko für die Konsensschätzung der Nachrichtenagentur Bloomberg von rund 20 Prozent und liege auch 16 Prozent unter seiner pessimistischeren Schätzung für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda).
O?Kane hält die Schätzung von Salzgitter zwar für "konservativ". Ihm zufolge ist der Konzern spätestens zur detaillierten Veröffentlichung der Jahreszahlen am 23. März den Marktteilnehmern eine Erklärung schuldig. Das Management müsse begründen, warum es, wenn die realisierten Stahlpreise im Jahresverlauf deutlich höher ausfallen werden, nur mit 500 bis 600 Millionen Euro Ebitda rechne, während das zum Quartalsende 2025 annualisierte Ebitda bei 608 Millionen liegen dürfte. Der JPMorgan-Experte betonte jedoch, dass Salzgitter seine einzige "Underweight"-Empfehlung unter den europäischen Kohlenstoffstahlaktien sei, "basierend auf der von uns erwarteten Abwärtsgefahr für die Ebitda-Konsensschätzung 2026". Entsprechend dieser Einschätzung geht O?Kane davon aus, dass sich die Aktie in den kommenden sechs bis zwölf Monaten schlechter als die Branche entwickeln wird.
"Die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 liegt deutlich unter dem Konsens", kommentierte auch ein Händler und sprach zugleich von etwas schwächeren Eckzahlen. Allerdings könnte der Ausblick auch nur konservativ sein angesichts der Aussagen des Stahlkonzerns, dass die geplanten Investitions- und Infrastrukturprogramme der öffentlichen Hand bislang noch nicht zu einer deutlichen konjunkturellen Belebung geführt hätten.
Auch Aktienexperte Andreas Lipkow sah in den Perspektiven des SDax-Unternehmens durchaus "Mutmacher". Er verwies vor allem darauf, dass Salzgitter in wenigen Monaten die volle Kontrolle über die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) übernehme und der Konzern nach wie vor auf eine Belebung des operativen Geschäfts durch die geplanten Infrastrukturmaßnahmen in Deutschland setze.
DOW JONES / dpa-AFX
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