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28.11.2018 14:20
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Munich-Re-Chef rückt Jahresprognose zurecht - Aktie dreht ins Minus

Vorsicht: Munich-Re-Chef rückt Jahresprognose zurecht - Aktie dreht ins Minus | Nachricht | finanzen.net
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Die Munich Re wird bei der Jahresprognose vor dem Hintergrund des regen Schadensaufkommens im vierten Quartal etwas zurückhaltender.
"Wir gehen anhaltend davon aus, dass wir in dem avisierten Ergebniskorridor zwischen 2,1 und 2,5 Milliarden Euro ankommen werden", sagte Vorstandschef Joachim Wenning am Dienstagabend bei einer Veranstaltung am Hauptsitz des Rückversicherungskonzerns in München. Es sei im Lichte der Schadensentwicklung im Schlussquartal aber ratsam, nicht "den Mund zu voll" zu nehmen.

Finanzvorstand Jörg Schneider hatte bei der Vorlage der Drittquartalszahlen Anfang November das Erreichen der obere Hälfte der Prognosespanne in Aussicht gestellt, gleichzeitig aber vor den Unwägbarkeiten des vierten Quartals gewarnt. Nach neun Monaten hat der DAX-Konzern trotz Katastrophenbelastungen durch Wirbelstürme wie "Florence" und "Jebi" bereits einen Gewinn von 2,04 Milliarden Euro erzielt.

Den jetzigen Umständen müsse man Rechnung tragen und eine Spur konservativer sein, sagte Wenning am Dienstag weiter, "und dann sind wir irgendwo innerhalb der Bandbreite". Zusammengefasst "sind wir richtig gut auf Kurs" und es gebe keinen Grund zur Annahme, den Zielkorridor nicht zu erreichen.

Waldbrände in Kalifornien belasten

Zu den größten Schadensereignissen im vierten Quartal zählen zum einen die Wirbelstürme "Michael" und "Trami". Die durch sie verursachten Belastungen für den Konzern hat das Management zuletzt auf grob 350 Millionen Euro geschätzt. Zum anderen werden die Waldbrände in Kalifornien spürbar werden. Wie viel sie das Unternehmen kosten werden, ist noch nicht konkret absehbar. Im Vorjahr hätten Brände in einer ähnlichen Größenordnung mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag zu Buche geschlagen, sagte Wenning. Das könnte man auch für dieses Jahr annehmen. "Aber nehmen Sie es nicht als präzise Schätzung", sagte Wenning.

Ein weiterer Belastungsfaktor für das Schlussquartal könnte sich aus der Kapitalanlage des Konzerns in Aktien ergeben. Die Aktienkurse sind zuletzt etwas gesunken. Das sei zwar kein spektakulärer Rückgang, aber mit spürbaren Abschreibungen sei immer zu rechnen, sagte Finanzvorstand Jörg Schneider.

Zuversichtlich für 2020

CEO Wenning, der seit rund eineinhalb Jahren im Amt ist, hat sich vorgenommen, die jahrelange Erosion der Gewinne der Munich Re zu stoppen und wieder steigende Ergebnisse zu erzielen. "2019 und 2020 sind wir entsprechend unserer Dreijahresambition unverändert zuversichtlich", sagte er. 2019 soll der Gewinn steigen, 2020 soll er dann bei rund 2,8 Milliarden Euro liegen. "Das ist ambitioniert, aber wir glauben auch heute, dass wir das schaffen werden", sagte der Manager.

Eine Säule der mittelfristigen Planung ist neben der Digitalisierung die Senkung der Kosten. So sollen die Aufwendungen in der Rückversicherung und in den Konzernfunktionen bis 2020 um 200 Millionen Euro vor Steuern sinken. Erreicht wird dies unter anderem mit einem Stellenabbau, den der Konzern im März bekanntgegeben hatte. In der Zentrale in München ist dieser bereits abgeschlossen, bis 2020 werden auch in der internationalen Organisation Stellen gestrichen.

Letztlich sollen sowohl das Rückversicherungsgeschäft als auch der Erstversicherer Ergo in gleichem Maße zum mittelfristigen Gewinnanstieg beitragen. Schon im laufenden Jahr dürften beide für einen höheren Gewinn sorgen. Dass der Rückversicherer zu einem deutlich gestiegenen Ergebnis beitragen wird, das sei kein "Glück im Sinne von niedrigen Schäden", sagte Wenning. "Da gab es auch keinen Rückenwird von Preisen oder Zinsen, das ist im Wesentlichen aus eigener Kraft erzielte Geschäftsgenerierung in profitablen Bereichen." Die einstige Problemtochter Ergo wiederum werde "auf das Strategieprogramm und die damit verbundene finanzielle Planung auch 2018 voll einzahlen".

Aktie dreht ins Minus

Aktien des Rückversicherers Munich RE sind am Mittwoch unter Druck geraten und zählten am frühen Nachmittag mit einem Abschlag von 1,2 Prozent auf 193,65 Euro zu den größten Verlierern im DAX. Am Morgen waren sie mit 197,50 Euro noch auf den höchsten Stand seit April geklettert, was sich nun jedoch als Fehlausbruch erweisen könnte.

MÜNCHEN (Dow Jones) / (dpa-AFX Broker)

Bildquellen: Sean Gallup/Getty Images, Casimiro PT / Shutterstock.com
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