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12.08.2020 17:58

E.ON-Aktie leicht im Plus: E.ON senkt Prognose wegen COVID-19

Vorsichtiger Ausblick: E.ON-Aktie leicht im Plus: E.ON senkt Prognose wegen COVID-19 | Nachricht | finanzen.net
Vorsichtiger Ausblick
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Die Corona-Krise macht sich jetzt auch bei E.ON bemerkbar: Der Essener Energiekonzern wird für 2020 etwas pessimistischer und senkt seine Prognose.
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Geschlossene Fabriken, weniger Industrieproduktion: Wegen einer geringeren Nachfrage musste der Netzbetreiber bereits beschafften Strom im zweiten Quartal wieder verkaufen. Zudem legte E.ON Geld für mögliche Zahlungsausfälle von Kunden beiseite. Inklusive dieser Effekte rechnet E.ON für 2020 mit coronabedingten Belastungen von 300 Millionen Euro, bleibt mittelfristig aber zuversichtlich und geht davon aus, einen Teil in den kommenden Jahren wieder reinholen zu können. Die Aktien sank im frühen Handel um 0,91 Prozent.

Insgesamt seien die Belastungen durch die Pandemie jetzt besser absehbar, teilte der Konzern am Mittwoch in Essen mit Blick auf seine neuen Prognosen mit. Das Management erwartet 2020 nun ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 3,6 bis 3,8 Milliarden Euro und einen bereinigten Konzernüberschuss von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro. Zuvor hatte der Konzern beim bereinigten operativen Ergebnis bis zu 4,1 Milliarden Euro und beim bereinigten Überschuss bis zu 1,9 Milliarden Euro auf dem Zettel.

Langfristige Auswirkungen der Corona-Krise sieht der Konzern allerdings nicht und bestätigt seine Mittelfristziele genauso wie seine Aussagen zur Dividende. E.ON will diese bis zur Ausschüttung für 2022 weiter jährlich um bis zu fünf Prozent steigern. "Wir sehen jetzt deutlich klarer als nach dem ersten Quartal und können mit mehr Zuversicht auf die zweite Hälfte des laufenden Jahres blicken", erklärte Konzernchef Johannes Teyssen. "Alle unsere Geschäfte laufen trotz COVID-19 robust und reibungslos."

Das operative Ergebnis sank in den ersten sechs Monaten von 2,3 auf 2,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss ging von 1,05 auf 0,93 Milliarden Euro zurück. Die Vorjahreszahlen sind auf Pro-Forma-Basis, das heißt, sie beinhalten auch schon alles, was durch das Tauschgeschäft mit RWE und die damit verbundene Aufteilung von innogy eigentlich erst später dazugekommen war. Wie erwartet habe sich COVID-19 auf das Ebit im zweiten Quartal ausgewirkt, der Rückgang zum Vorjahr sei aber vergleichsweise moderat ausgefallen, erklärt Finanzchef Marc Spieker.

Wesentliche Zahlungsausfälle seien im Zuge der Krise bisher ausgeblieben. Dennoch traf E.ON eine Vorsorge für erhöhte Ausfallrisiken von Kunden. Weitere Belastungen durch COVID-19 ergeben sich laut Konzern vor allem durch einen frühzeitigen und vorsorglichen Rückverkauf von Strommengen. Diese waren für Kunden ursprünglich beschafft worden und im Zuge des Lockdowns nicht abgesetzt worden. E.ON betont, dadurch sei eine "deutliche und frühzeitige Risikominimierung" gelungen. Kommt es zu keinem erneuten Lockdown geht E.ON davon aus, dass mit dem zweiten Quartal bereits der überwiegende Teil von COVID-19-Effekten in der Bilanz verarbeitet ist.

Im zweiten Quartal wurde zudem das Tauschgeschäft mit RWE endgültig abgeschlossen. Der letzte große Schritt zur vollständigen Übernahme von innogy war der Squeeze-out - also das Herausdrängen - der verbliebenen Minderheitsaktionäre Anfang Juni. Den Verkauf von Geschäften in Ungarn, Tschechien und Deutschland, den die EU-Kommission zur Auflage des Deals gemacht hatte, setze der Konzern planmäßig um, heißt es. Insgesamt ist im Zuge der innogy-Integration ein Abbau von bis zu 5000 Stellen vorgesehen.

E.ON-Aktien schwächeln - was Analysten sagen

Die E.ON-Aktie zog im XETRA-Geschäft um 0,28 Prozent auf einen Schlusskurs von 9,96 Euro an. Als Bremse galt, dass die Essener im Zuge der Zahlenvorlage ihre Jahresprognose wegen der Coronavirus-Krise gesenkt haben. E.ON rechnet für 2020 mit virusbedingten Belastungen von 300 Millionen Euro.

Laut Alberto Gandolfi von Goldman Sachs liegt der Fokus auf dem gesenkten Ausblick, der für Investoren wohl eine kleine Enttäuschung sei. Das Management von E.ON erwartet nun ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) in der Bandbreite von 3,6 bis 3,8 Milliarden Euro und einen bereinigten Konzernüberschuss von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro. Vorher hatte der Konzern beim bereinigten operativen Ergebnis bis zu 4,1 Milliarden Euro und beim bereinigten Überschuss bis zu 1,9 Milliarden Euro auf dem Zettel.

Laut Analyst John Musk vom Analysehaus RBC liegt der Konsens für den bereinigten Überschuss in diesem Jahr derzeit bei 1,65 Millionen Euro. Er folgert, dass der Mittelwert der neuen Spanne mit 1,6 Milliarden ein Stück weit unter den Marktprognosen liegt - und Analysten so ihre Erwartungen nach unten anpassen könnten.

E.ON schreibt im UK-Geschäft Gewinn

E.ON hat im wettbewerbsintensiven britischen Geschäft wieder einen Gewinn eingefahren. Finanzchef Marc Spieker kündigte für die nächste Zeit eine weitere spürbare Besserung an, weil der im Herbst angekündigte Stellenabbau seine Wirkung noch erst richtig entfalten wird.

Bislang habe noch keine signifikante Personalreduzierung bei Npower stattgefunden, sagte Spieker in einer Telefonpressekonferenz. Gleichwohl seien zuletzt die Erträge gesteigert worden - etwa, weil das Markting drastisch zurückgefahren worden sei. E.ON meldete für das Halbjahr ein bereinigtes EBIT von 43 Millionen Euro bei Npower - nach einem Pro-forma-Verlust von 2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

E.ON hatte den verlustbringenden Strom- und Gasversorger Npower zusammen mit Innogy übernommen und im vergangenen November einen Abbau von 5.000 Stellen angekündigt, um das Geschäft auf Kurs zu bringen. Insgesamt 500 Millionen Euro lässt sich E.ON den Personalabbau kosten. Die Migration der Vertriebsplattformen für End- und Großkunden verlaufe nach Plan, sagte Spieker.

Unklar ist weiter, wie E.ON mit dem B2B-Geschäft in Großbritannien umgeht. Das schauen wir uns an, wenn die Zusammenführung mit Npower komplett abgeschlossen ist, sagte Eon-Chef Johannes Teyssen.

Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für E.ON nach Halbjahreszahlen auf "Outperform" mit einem Kursziel von 12,50 Euro belassen. Diese deckten sich mit den Erwartungen, schrieb Analystin Deepa Venkateswaran in einer ersten Einschätzung am Mittwoch. Die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Netzwerkgeschäft des Energiekonzerns seien vorübergehender Natur, die Belastungen könnten in den Jahren 2022 bis 2024 wieder gut gemacht werden.

Die Resultate zum zweiten Quartal werteten Börsianer als "robust" oder "weniger schwach als befürchtet", was aber vor dem Hintergrund des eingetrübten kurzfristigen Ausblicks wohl nicht helfe. Im ersten Halbjahr war das operative Ergebnis von 2,3 auf 2,2 Milliarden Euro gesunken.

ESSEN (dpa-AFX / Dow Jones Newswires)

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