19.03.2021 15:40

TeamViewer senkt Prognose für kostspieligen Werbevertrag mit Man United - Aktie bricht ein

Wegen Sponsoring: TeamViewer senkt Prognose für kostspieligen Werbevertrag mit Man United - Aktie bricht ein | Nachricht | finanzen.net
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Der Softwareanbieter TeamViewer kappt sein Gewinnziel wegen eines kostspieligen Werbevertrags mit dem englischen Premier-League-Fußballclub Manchester United.
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Mit den Briten schloss TeamViewer einen Fünfjahresvertrag als neuer Hauptrikotsponsor ab der kommenden Saison, wie das Unternehmen am Freitag in Göppingen mitteilte. Vorstandschef Oliver Steil sagte zu der Partnerschaft: "Sie wird die internationale Bekanntheit unserer Marke weiter steigern." TeamViewer will mit mehr Werbung sein Wachstum ankurbeln.

Allerdings kostet das zusätzliche Marketing auch viel Geld. Aufgrund der deutlich steigenden Ausgaben für die Vermarktung werde 2021 nun eine bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) von 49 bis 51 Prozent der Rechnungsstellungen (Billings) erwartet. Bisher hatte das Unternehmen 55 bis 57 Prozent in Aussicht gestellt.

Wie bereits Anfang Februar mitgeteilt sollen die Billings im laufenden Jahr auf 585 bis 605 Millionen Euro zulegen. Vergleicht man altes und neues Margenziel, sinkt die implizite Prognose für das bereinigte operative Ergebnis damit um 35 bis 36 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr erzielte TeamViewer bereinigt ein operatives Ergebnis von 261,4 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit 102 Millionen Euro etwas weniger als vor einem Jahr - Grund dafür waren vor allem deutlich höhere Steuerzahlungen.

Mit der Vereinbarung mit Manchester United sowie weiteren strategischen Marketing-Partnerschaften investiere TeamViewer "erheblich in seine globale Markenpositionierung", teilte das Unternehmen vor dem Wochenende weiter mit. Das Umsatzwachstum solle so in allen Regionen und Kundensegmenten nachhaltig gestärkt werden.

TeamViewer ist vor allem für seine Software rund um Fernwartung und Videokonferenzen bekannt und hat damit in der Pandemie vergangenes Jahr deutlich profitiert. Mittlerweile ist das Unternehmen auf Einkaufstour und hat vor allem sein Angebot mit Augmented-Reality-Software ausgebaut, die etwa in der Industrie für die Wartung von Maschinenparks verwendet werden kann. TeamViewer strebt danach, den Anteil großer Gewerbekunden spürbar anzuheben.

Er schloss einen Fünfjahresvertrag als Haupttrikotsponsor von Manchester United, wie das Unternehmen mitteilte.

Mit dieser Vereinbarung sowie weiteren Marketing-Partnerschaften investiere TeamViewer "erheblich" in die Markenpositionierung, hieß es weiter, ohne dass der Konzern finanzielle Details nannte.

Aufgrund der deutlich gestiegenen Marketingausgaben revidierte TeamViewer seine Prognose für die bereinigte EBITDA-Marge 2021 auf 49 bis 51 Prozent der Billings. Mittelfristig soll die bereinigte EBITDA-Marge aber bei 50 Prozent bleiben.

Im Februar hatte TeamViewer eine bereinigte Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 2021 von 55 bis 57 Prozent (Vorjahr: 57 Prozent) in Aussicht gestellt.

Steigende Marketingausgaben trüben Chartbild von TeamViewer-Aktie ein

Die Anleger reagierten deutlich verschnupft auf die überraschende Nachricht, die im MDAX notierte Aktie fiel um gut 10 Prozent auf 38,32 Euro. Zwischenzeitlich markierte der Kurs bei weniger als 37 Euro ein neues Jahrestief. Vom Rekordhoch bei fast 55 Euro aus dem vergangenen Sommer ist das Papier ohnehin weit entfernt. Aber auch das Zwischenhoch aus dem Februar dieses Jahres bei 49,64 Euro gerät zunehmend außer Reichweite.

TeamViewer ist am Kapitalmarkt bisher erfolgreich gewesen und hat dem früheren Eigentümer einige Milliarden Euro in die Kassen gespült. Seit dem milliardenschweren Börsengang im September 2019 legte der Kurs um knapp die Hälfte zu. Seit der ehemalige Alleineigentümer allerdings in großem Stil den Lauf der Papiere nutzt, um seinen Anteil zu reduzieren, stockt der Aufschwung beim Aktienkurs etwas. Zudem wächst TeamViewer nicht mehr ganz so rasant wie zu Beginn der Pandemie. Für die ersten beiden Quartale 2021 hatte das Management wegen der starken Vergleichsperiode im Vorjahr bereits ein eher gedämpftes Wachstum in Aussicht gestellt.

FRANKFURT (dpa-AFX)

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