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15.11.2017 21:59

Analyst: Bitcoin vs. Bitcoin Cash - Wem gehört die Zukunft wirklich?

Bitcoin-Höhenflug vorbei?: Analyst: Bitcoin vs. Bitcoin Cash - Wem gehört die Zukunft wirklich? | Nachricht | finanzen.net
Bitcoin-Höhenflug vorbei?
Mit dem Sprung über die 2.000-US-Dollar-Marke am vergangenen Wochenende ist der Bitcoin-Ableger Bitcoin Cash wieder mehr ins Zentrum des Interesses gerückt. Die Frage, die sich nun stellt, ist: Hat Bitcoin Cash das Potenzial, Bitcoin langfristig abzuhängen? Analyst Spencer Bogart hat eine klare Antwort.
Am Sonntagmorgen schoss Bitcoin Cash innerhalb einer Minute von 637 US-Dollar auf bis zu 2.500 US-Dollar hoch. Das ging an der Krypto-Community nicht umbemerkt vorbei. Für einen gewissen Zeitraum war es für die Miner plötzlich lukrativer, sich im Bitcoin-Cash-Netzwerk zu engagieren, statt ihre Rechenleistung dem deutlich größeren Bitcoin-Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Dadurch stieg Bitcoin Cash innerhalb von Sekunden zur drittgrößten Kryptowährung hinter Ethereum auf. Grund: Die angekündigte Hardfork beim "großen Bruder" Bitcoin war in letzter Sekunde doch noch abgesagt worden, das langersehnte und gleichsam umstrittene Update "Segwit2x", das unter anderem eine Erhöhung der Blockgröße bei Bitcoin hätte bewirken sollen, blieb aus. Beim Bitcoin liefen zwischenzeitlich über 170.000 Überweisungen auf, die auf ihre Bearbeitungen warteten - das schürte Zweifel am Krypto-Marktführer Bitcoin. Zu recht?

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Bitcoin und Bitcoin Cash - Was hat Priorität?

Analyst Spencer Bogart vom VC-Investor Blockchain Capital hat für "forbes.com" Bitcoin und den Ableger Bitcoin Cash mit Blick auf ihr jeweiliges Zukunftspotenzial untersucht. Dabei stellte er zunächst klar: Es kommt ganz darauf an, wie die jeweiligen Kryptowährungen ihre Prioritäten verteilen. Dabei kam Bogart zu dem Schluss, dass die Prioritäten bei den beiden "Krypto-Brüdern" nahezu spiegelverkehrt verteilt sind. Während Pionier Bitcoin bei Aufbau, Design und Roadmap den Fokus auf Dezentralisierung lege, um das Bitcoin-Netzwerk öffentlich, zulassungsfrei und zensur-resistent zu halten sowie billige und schnelle Zahlungen hintenanstelle, priorisiere Bitcoin Cash genau umgekehrt. Bei Bitcoin Cash hätten schnelle und billige Zahlungen oberste Priorität, so Bogart. Beide Währungen führen gute Gründe ins Feld, warum sie ihren Fokus so setzen wie sie es tun. Die Bitcoin Cash-Community ist überzeugt mehr Menschen über schnelle und billige Zahlungen ins Boot holen zu können - einer der größten Kritikpunkte aktuell beim Bitcoin - während die Bitcoin-Befürworter die Skalierungsprobleme des Marktführers zugunsten der Dezentralisierung des Netzwerkes für den Moment weniger gewichten. Was aber ist nun besser mit Blick auf die Zukunft?

Bogart: "Ich sehe mehr Wert in Bitcoins Ansatz"

Für Bogart ist die Frage schnell geklärt: "Aus meiner Sicht wird sich Bitcoins Ansatz, den Schwerpunkt auf das Leistungsversprechen eines öffentlichen, zulassungsfreien und hochgradig zensur-resistenten Netzwerk zu legen, in der Zukunft als wertvoller erweisen." Genau dies sei nämlich das große Novum, das Bitcoin in die Welt gebracht habe. Ähnlich wie das Internet selbst ein öffentliches, zulassungsfreies und hochgradig zensur-resistentes Informationsnetzwerk sei, sei Bitcoins Besonderheit, dass es sich bei der Währung um ein öffentliches, zulassungsfreies und zensur-resistentes Geld-Netzwerk handle. Im Gegensatz dazu gebe es jedoch bereits viele schnelle und günstige Bezahlmöglichkeiten - allen voran Big-Player PayPal.

Analyst: "Gegen PayPal kann Bitcoin Cash nicht gewinnen"

Einer der größten Kritikpunkte am Marktführer war bislang immer das Problem der Skalierbarkeit. Die Blockchain speichert rund sieben Transaktionen pro Sekunde. Für die teilweise massiv steigende Zahl neuer Nutzer ist dies viel zu wenig. Mitunter vergehen Stunden, bis eine Transaktion über die Bühne gegangen ist. Parallel dazu sind auch die Kosten pro Transaktion gestiegen. Dennoch sieht Bogart darin ein vergleichsweise geringfügiges Problem: "Die Leute beschweren sich selten über die Geschwindigkeit von Transaktionen oder die Kosten ihrer Kreditkarten oder mobilen Wallets - das ist einfach kein so großes Problem in der heutigen entwickelten Welt." Hinzu kommt, dass dieses Problem bereits andere Zahlungsanbieter wie PayPal gut gelöst haben. "Die Bitcoin Cash-Community möchte mit zentralisierten Institutionen wie PayPal um schnellere und billigere Zahlungen konkurrieren. Letztlich sehe ich das als zum Scheitern verurteilt", so Bogarts hartes Urteil. Die Gründe dafür klingen eingängig.

So sticht PayPal Bitcoin Cash aus

Das erste große Hindernis stellt bereits die Architektur PayPals dar, mit der Bitcoin Cash nur schwer konkurrieren kann. Auf den ersten Blick handelt es sich in beiden Fällen um Datenbanken, jedoch dürfte PayPal deutlich weniger Aufwand pro Transaktion betreiben müssen. Während PayPal lediglich die bestehende Datenbank updaten muss, muss im Bitcoin Cash-Netzwerk zunächst tausende Server über die Transaktion benachrichtigen, darauf warten, dass diese synchronisieren und dann letztendlich all diese Server dazu bringen, den Transaktionsbericht für immer zu speichern. Dieses Verhältnis wird sich laut Bogart auch in Zukunft nicht ändern: "Es wird immer leichter sein, eine Datenbank zu updaten als tausende unterschiedliche Datenbanken überall auf der der Welt und diese zu bitten, die Transaktion für immer zu speichern." Aber nicht nur die Transaktionsgeschwindigkeit könnte Bitcoin Cash in Zukunft auf die Füße fallen, sondern auch der Anspruch, die Kosten niedrig zu halten. Bogart zufolge wird der Wunsch nach wirklich billigem Blockspace - und somit billigen Krypto-Transaktionen - nie wirklich befriedigt werden können. Das Problem hierbei liegt in der Sache selbst: Sowohl bei Bitcoin Cash als auch bei Bitcoin müssen alle Zahlungen in einen Block eingeschlossen werden. Der Platz pro Block wird immer beschränkt sein, daher fällt eine Gebühr pro Transaktion an, um diese miteinzuschließen. Im Gegenzug wird die Transaktion in tausenden Datenbanken überall auf der Welt für immer gespeichert. Leute, die darauf wertlegen, dass ihre Transaktionen auf vielen Datenbanken für immer gespeichert werden, sollten auch bereit sein, dafür zu zahlen, so Bogart. Es sei nun einmal nichts umsonst. Genau dies wolle Bitcoin Cash jedoch ermöglichen - ein Kampf, der offenbar nicht zu gewinnen ist.

Bitcoin Cash könnte Abwärtsspirale in Gang setzen

Bogart befürchtet nicht nur, dass der billige Blockspace genau so schnell aufgebraucht werden wird, wie er geschaffen werden kann, sondern auch, dass das Netzwerk im Zuge dessen bald nicht mehr für die Leute aufkommen kann, die es unterstützen: Die Serverbetreiber und Miner. Dies wiederum könnte im weiteren Verlauf genau dazu führen, dass sich die Transaktionen im Bitcoin Cash-Netzwerk auf immer weniger Knotenpunkte verteilen. Die Entwicklung hin zu einer zentralisierten Institution wäre damit in Gang gesetzt. Damit werde Bitcoin Cash genau das fehlen, was Bitcoin als erste Kryptowährung so einzigartig mache und sich darüber hinaus mehr und mehr an das angleichen, was die Welt bereits hinlänglich kennt: Das aktuelle Bank-System. Nach einer goldenen Zukunft für Bitcoin Cash klingt dies eher nicht.

Redaktion finanzen.net

Zum Weiterlesen:
» Bitcoin kaufen - So geht's

Bildquellen: Alexander Kirch / Shutterstock.com, Carlos Amarillo / Shutterstock.com

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