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09.05.2015 03:00
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DWS-Fondsmanager Gebhardt: "Erst mal umgebaut"

Interview: DWS-Fondsmanager Gebhardt: "Erst mal umgebaut" | Nachricht | finanzen.net
Henning Gebhardt
Interview
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Seit 15 Jahren lenkt der Niedersachse, Henning Gebhardt, den DWS-Erfolgsfonds Aktien Strategie Deutschland. Ein kleiner Rückblick.
€uro am Sonntag
von Andreas Hohenadl, Euro am Sonntag

Als Henning Gebhardt im Mai 2000 die Führung beim DWS Aktien Stra­tegie Deutschland übernahm, war die deutsche Anlagewelt eine andere. Der Neue Markt hatte in den zurückliegenden Jahren die Aktionäre elektrisiert, doch allmählich wich die Euphorie einer realistischen Betrachtung, und die übertrieben hohen Börsenbewertungen begannen zu bröckeln. Gebhardt und sein Team mussten den Aktienfonds Schritt für Schritt neu ausrichten. Heute, 15 Jahre später, zählt das Portfolio zu den erfolgreichsten Deutschland-Fonds.

Auch an Gebhardt ist die Zeit seit der Jahrtausendwende nicht spurlos vorübergegangen. Denn mit der Finanzkrise und dem Einbruch an den Aktienmärkten 2011 prägten zwei weitere Krisen seine Zeit als Fondsmanager. "Wenn man das dreimal mitgemacht hat, bekommt man eine gewisse Gelassenheit", sagt der Vater von zwei Kindern und bekennende Basketball- und Golf-Fan. Eine Gelassenheit, die ihn auch in turbulenten Börsenzeiten nach aussichtsreichen Aktien suchen lässt.

€uro am Sonntag: Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum, Herr Gebhardt. Seit 15 Jahren managen Sie mit dem Aktien Strategie Deutschland einen der besten und bekanntesten Deutschland-Fonds.
Henning Gebhardt:
Jetzt bin ich selbst ein wenig überrascht. Ich weiß zwar, dass ich Anfang Mai die Leitung der Fonds DWS Aktien Strategie Deutschland und DWS Investa übernommen habe. Aber dass das jetzt schon 15 Jahre her ist, hatte ich gerade nicht vor Augen.

Jetzt, da Sie’s wissen ­- feiern Sie?
Warum nicht? Ich werde darauf mit meiner Familie und meinem Team anstoßen.

Wie kam es, dass Sie zum Lenker dieser Aktienfonds wurden?
Nach dem Weggang von Elisabeth Weisenhorn (damals eine der bekanntesten Fondsmanagerinnen der DWS, d. Red.) habe ich die von ihr und ihrem Team gemanagten Deutschland-Fonds übernommen. Ich war davor für internationale Aktien im Team von Klaus Kaldemorgen zuständig.

Im Mai 2000 einen Aktienfonds zu übernehmen war bestimmt nicht die einfachste Zeit. Was ging Ihnen angesichts einbrechender Märkte durch den Kopf?
Wissen Sie, ich kam ja aus dem Bereich internationale Aktien und hatte die globale Brille auf. Der Zusammenbruch des Neuen Markts in Deutschland war für mich eines von vielen Themen, aber bis dahin nicht das bestimmende. Natürlich sah ich, dass es auch bei den weltweiten Technologieaktien zu einer Neubewertung kam. Das Anlageumfeld veränderte sich komplett. Insofern war das Jahr 2000 kein schlechter Zeitpunkt für einen Neustart.

Wie hat sich die Strategie bei dem Fonds in den vergangenen 15 Jahren verändert?
Nach dem Zusammenbruch des Neuen Markts war zunächst natürlich eine Neuaufstellung nötig. Wir suchten uns für den Fonds eine neue Benchmark, die die 110 Aktien des HDAX umfasst. Darin enthalten sind alle Titel aus dem DAX, dem MDAX und dem TecDAX. Doch auf der Suche nach wachstumsstarken Unternehmen weichen wir meist gezielt von dieser Benchmark ab. Diese aktive Herangehensweise prägt den Fonds bis heute. Insofern hat sich an der Strategie in den vergangenen Jahren nicht viel geändert.

Die Anlagerichtlinien erlauben es Ihnen sogar, ausländische Aktien in den Deutschland-Aktienfonds aufzunehmen.
Ja, aber das ist auch bei anderen Deutschland-Fonds aus unserem Haus möglich. Viele internationale Unternehmen sind auch in Deutschland an der Börse gelistet. Und natürlich wollen wir auch die Möglichkeit haben, etwa den deutsch-französischen Flugzeugbauer EADS ins Portfolio zu nehmen, wenn er uns aussichtsreich erscheint.

Eine kleine Zwischenbilanz: Wie hat sich aus Ihrer Sicht das Fondsmanagement in den vergangenen 15 Jahren verändert?
Generell ist es im heutigen Markt­umfeld und bei der Informationsvielfalt eine noch größere Herausforderung, eine gute Wertentwicklung zu erzielen. Doch an den grundsätzlichen Aufgaben eines Fondsmanagers hat sich nichts geändert, nämlich aussichtsreiche Unternehmen für sein Portfolio und seine Anleger zu finden.

Gibt es in Ihrer Zeit beim Aktien Strategie Deutschland Anlageentscheidungen, die Sie bereut haben? Und solche, auf die Sie stolz sind?
Die gibt es natürlich. Das Jahr 2003 hätte besser laufen können. Damals haben wir die Neubewertung der Versorgeraktien verpasst, die in der Folge an Wert gewannen. Stolz bin ich darauf, dass wir unsere Anlagestrategie über so viele Jahre beibehalten haben - und damit sehr erfolgreich sind.

Ihr Haus hat neben dem Aktien ­Strategie Deutschland auch noch den DWS Deutschland. Wie unterscheiden sich beide Fonds?
Sie unterscheiden sich deutlich in den Anlageschwerpunkten. Während ich beim DWS Aktien Strategie Deutschland den Fokus auf Wachstumstitel lege, ist mein Kollege Tim Albrecht mit dem DWS Deutschland etwas konservativer unterwegs. Er hat einen industriellen Hintergrund und richtet seinen Fonds stärker auf MDAX-Werte aus.

Wo sehen Sie derzeit die Risiken für die Aktienmärkte?
Die Aktienmärkte sind zum einen geprägt von geopolitischen Risiken. Zum anderen von der Geldpolitik der Notenbanken mit ungewissem Ausgang. Einerseits kommt die hohe Liquidität, die die EZB bereitstellt, den Aktienmärkten zugute. Wir müssen aber aufpassen, dass das Wachstum der Unternehmen den Kursen hinterherkommt. Einen Wachstumsschock könnten wir derzeit nicht verkraften. Aber das ist auch nicht unser Szenario.

Investor-Info

DWS Aktien Strategie Deutschland
Fokus auf Wachstumstitel

Bei der Zusammensetzung des Portfolios für den Deutschland-Aktienfonds genießen Henning Gebhardt und sein Team große Freiheiten. Zwar ­orientieren sie sich am HDAX, der alle Titel des DAX, des MDAX und des TecDAX enthält. Doch in der ­Gewichtung und der Aktienauswahl sind sie flexibel. Denn sie orientieren sich vornehmlich an den Wachstumschancen eines Unternehmens. Das ­Ergebnis kann sich sehen lassen: Während der HDAX seit Anfang 2002 (seit diesem Zeitpunkt gilt das Börsenbarometer als Vergleichsindex) um rund 147 Prozent zulegte, schaffte der Aktien Strategie Deutschland mit gut 293 Prozent das Doppelte.

DWS Deutschland
Konservativere Ausrichtung

Fondsmanager Tim Albrecht legt bei diesem Port­folio seinen Schwerpunkt auf die großen deutschen Standardwerte. Daneben mischt er je nach Markt­erwartung flexibel kleine Nebenwerte bei. Ausgangspunkt seiner Aktienauswahl sind stets die ­fundamentalen Daten eines Unternehmens: ein überzeugendes Geschäftsmodell, gute Eigenkapitalausstattung und niedrige Verschuldung. Ist eine entsprechende Aktie dann auch noch günstig bewertet, schlägt Albrecht zu. Sein Anlageuniversum ist der CDAX, der rund 550 deutsche Aktien enthält.
Seit Albrecht die Leitung des Fonds im Juli 2002 übernommen hat, erwirtschaftete er rund 305 ­Prozent Wertzuwachs. Der CDAX schaffte in diesem Zeitraum ein Plus von rund 186 Prozent.
Bildquellen: DWS

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01.05.2019Airbus SE (ex EADS) overweightJP Morgan Chase & Co.
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