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08.09.2018 15:00
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Inflation: Öl heizt die Teuerung an

Euro am Sonntag: Inflation: Öl heizt die Teuerung an | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag
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Die Verbraucherpreise steigen spürbar. Mit niedrig verzinsten Anlagen wird unterm Strich deshalb Geld verbrannt. Es lohnt sich ein Blick auf bestimmte Anleihen und Aktien.
€uro am Sonntag
von Raja Korinek, Euro am Sonntag

Man kann es drehen und wenden, wie man will - die Inflation flammt wieder auf. Wenn auch nicht in allen Bereichen: Wer Elektronikgeräte kauft, muss womöglich weniger tief in die Tasche greifen als vor Jahren. Anders sieht es bei Alltagsprodukten aus. Für Treibstoff oder Lebensmittel müssen Verbraucher längst höhere Preise zahlen. Das bleibt nicht ohne Folgen.
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In Deutschland lag die Teuerungsrate im August bei 2,0 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf Basis erster Zahlen mit. Schon im Juli betrug die Inflationsrate hierzulande 2,0 Prozent, in der Eurozone stiegen die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,1 Prozent. Die EZB sieht eine Inflation von knapp zwei Prozent als ideal für die Wirtschaft. In den USA hat die Teuerungsrate im Juli sogar 2,9 Prozent erreicht - die Zielmarke der US-Notenbank von zwei Prozent ist damit klar überschritten.

Blick auf die Kerninflation

Diese Messungen können durchaus schwanken. Zumindest in den nächsten Monaten rechnet etwa Ingo Mainert, Chefanlagestratege Multi Asset Europe bei Allianz Global Investors, mit keinem weiteren nennenswerten Anstieg - sofern der Ölpreis nicht deutlich steigt. "Die Gesamtinflation sollte sowohl in Europa als auch in den USA deshalb basisbedingt wieder leicht sinken können", so Mainert. Lässt man bei der Berechnung die Preise für Energie und Nahrungsmittel weg, bleibt die sogenannte Kernrate übrig. Sie lag in den USA zuletzt bei 2,4 Prozent, in der Eurozone bei 1,1 Prozent. Den Blick darauf hält Mainert für zielführender als den auf die Gesamtrate. Denn Rohstoffpreise können stark schwanken, sie erschweren damit langfristige Prognosen.

Umso klarer fällt Mainerts Einschätzung für die Kernrate aus: Sie dürfte weiter zulegen. Grund dafür seien die steigenden Löhne in zahlreichen Industrienationen. "Die Auswirkungen wird man aber nicht sofort sehen, die Kernrate wird eher im Schildkrötentempo steigen", erläutert Mainert.



Aber selbst wenn die Industrienationen kaum vor einer rasch und massiv anziehenden Inflation stehen - es ist sinnvoll, bei der Kapitalanlage auch Strategien für den Inflationsschutz einzubeziehen. Schon eine relativ mäßige Teuerung macht die Erträge, die mit Sparbuch oder Tagesgeld zu erzielen sind, mehr als zunichte. Knifflig ist auch der Kauf von Euro-Anleihen. Sie sind ebenfalls meist mickrig verzinst. Zudem sinken ihre Kurse, wenn die Zinsen steigen; dann sind neue Anleihen besser verzinst und alte weniger begehrt.

Anleihen mit eingebautem Schutz

Anders ist dies bei inflationsgeschützten Staatsanleihen, wie sie von den USA, Frankreich, Italien oder Deutschland emittiert werden. Bei den Papieren sind Zins und Nominalwert an die Verbraucherpreise gekoppelt. Bei der Schoellerbank werden inflationsgeschützte Anleihen im Bondsegment derzeit am stärksten gewichtet. In Europa seien die Papiere noch günstig, sagt Felix Düregger aus dem Assetmanagement der österreichischen Unicredit-Tochter. Er führt dies auch auf die noch relativ geringe Inflation zurück. "Daher sind auch die Inflationserwartungen niedrig", so Düregger. Anders in den USA. Dort sind die Kurse inflationsindexierter Bonds schon stärker gestiegen. Das zeigt, dass solche Papiere ins breit aufgestellte Anleihedepot gehören.

Weil bei steigender Inflationsrate in der Regel zeitverzögert die Zinsen angehoben werden, lohnt sich zudem der Blick auf variabel verzinste Unternehmensanleihen. Bei den Papieren ergibt sich der Kupon aus einem kurzfristigen Zins wie dem Drei- oder Sechs-Monats-Euribor plus eines Risikoaufschlags, der sich an der Bonität des Emittenten ausrichtet. In den Vereinigten Staaten ist der Zinsanhebungszyklus in vollem Gang. Bis Ende des Jahres werden allgemein noch zwei weitere Zinsschritte der US-Notenbank erwartet. Dafür kann man sich mit börsennotierten Indexfonds (ETFs) positionieren, die auf variabel verzinste Unternehmensanleihen in Dollar setzen; für Euro-Anleger gibt es derlei ETFs auch währungsgesichert.

Welche Aktien punkten

Wer sich etwas mehr Risiko zutraut, der sollte auch beim Thema Inflationsschutz Aktieninvestments in Betracht ziehen, denn langfristig werfen Aktien im Schnitt nun mal höhere Erträge ab.

Steigen bei einer moderat anziehenden Inflation die Kosten der Unternehmen, beispielsweise für Löhne und Rohstoffe, gelingt es nicht allen Firmen, diesen Anstieg auf die Kunden abzuwälzen. Um dies machen zu können, "müssen die Unternehmen über eine starke Marktposition und hohe Wettbewerbsvorteile verfügen", erläutert Düregger. Zu den Unternehmen, denen man dies im Assetmanagement der Schoellerbank zutraut, zählen Konsumklassiker wie Nestlé aus der Schweiz sowie Procter & Gamble oder Johnson & Johnson aus den USA, aber auch der US-Industriekonzern 3M.

Gold kann kaum glänzen

Wenig Schutz bietet nach Meinung der Experten hingegen Gold, zumindest solange die Inflationsrate nur moderat zulegt. Wenn die Zinsen steigen, sei der Kauf von Anleihen ab einem gewissen Zeitpunkt wieder relativ attraktiver als ein zinsloses Investment in Gold, erklärt AGI-Stratege Mainert. Das ist im Übrigen auch ein Grund dafür, dass das Edelmetall seit Jahresbeginn ein Stückchen seines Glanzes verloren hat.

Investor-Info

Fonds, ETF, Aktien
Schutz vor Inflation

Weil sich die Teuerung regional verschieden entwickelt, ist bei inflationsindexierten Bonds ein breites Portfolio sinnvoll: Der Nomura Real Return Fonds (ISIN: DE 000 848 436 1) kauft weltweit inflationsgeschützte Staatsanleihen guter Bonität; Währungsrisiken sichert er ab. Variabel verzinste Unternehmensanleihen guter Bonität in Dollar enthält der iShares USD Floating Rate Bond ETF (IE 00B F11 F45 8), Wechselkursrisiken sind abgesichert. Ausgewählte Aktien von Firmen mit starker Marktstellung sind in der Tabelle unten genannt.

Name ISIN Kurs
3M US88579Y1010 181,32 €
Johnson & Johnson US4781601046 115,91 €
Nestlé CH0038863350 71,80 €
Procter & Gamble US7427181091 71,63 €

Stand: Donnerstag, 18 Uhr; Quelle: Bloomberg


Bildquellen: iurii / Shutterstock.com, nostal6ie / Shutterstock.com, Dzmitry Kliapitski / Shutterstock.com

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