finanzen.net
24.06.2020 23:19

Banken ziehen sich aus Goldhandel zurück: Die Auswirkungen auf den Goldmarkt

Goldpreis im Blick: Banken ziehen sich aus Goldhandel zurück: Die Auswirkungen auf den Goldmarkt | Nachricht | finanzen.net
Goldpreis im Blick
Folgen
Die Corona-Krise könnte langfristige Auswirkungen auf die Goldpreise haben. Denn einige Banken haben in der jüngsten Vergangenheit durch die besonderen Entwicklungen am Markt herbe Verluste einstecken müssen und wollen nun vorsichtiger agieren.
Werbung
• Corona-Krise führt zu Verwerfungen am Goldmarkt
• Banken erleiden durch Goldgeschäft teils heftige Verluste
• Investoren setzen vermehrt auf Gold-ETFs
Werbung
Öl, Gold, alle Rohstoffe mit Hebel (bis 30) handeln
Handeln Sie Rohstoffe mit hohem Hebel und kleinen Spreads. Sie können mit nur 100,00 € mit dem Handeln beginnen, um von der Wirkung von 3.000 Euro Kapital zu profitieren!
76,4% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.


Die Corona-Krise sorgte im ersten Quartal 2020 für einen Crash und hinterlässt vor allem bei Unternehmen aus besonders betroffenen Branchen, aber auch in der gesamten Wirtschaft ihre Spuren. Auch am Goldmarkt könnte es nach den Verwerfungen im Frühjahr zu langfristigen Veränderungen kommen.

Störungen in der Lieferkette

Durch die Corona-Krise kam es in diesem Jahr zu Störungen in der Gold-Lieferkette. Durch das Herunterfahren der Wirtschaft mussten auch die Goldraffinierien in der Schweiz, die zu großen Teilen für die Herstellung der Goldbarren weltweit zuständig sind, ihre Produktion stoppen. Auch große Goldraffinerien in anderen Ländern, wie in Kanada oder Südafrika waren vorübergehend geschlossen. Hinzu kam, dass der Flugverkehr nur eingeschränkt möglich war, wodurch der Transport von fertigen Barren nahezu zum Erliegen kam. Die Gold-Reserven befanden sich also in Zwischenlagern und warteten auf den Weitertransport. "Gold war genug vorhanden, aber in der falschen Form und am falschen Ort", gibt das Handelsblatt Ross Norman, einen unabhängigen Branchenanalysten in London, wieder.

Banken machen mit dem Goldhandel Verluste

Die Probleme in der Lieferkette sorgten dafür, dass der Goldpreis in New York deutlich stieg, während er in London, wo die Banken das Gold in ihren Tresoren lagerten, nicht so stark nach oben ging. So kam es dazu, dass sich die Preise in New York und London extrem auseinander entwickelten. Eine Unze Gold kostete zum nächstmöglichen Liefertermin in New York zeitweise rund 90 Dollar mehr als in London, berichtet das Handelsblatt.

Die Banken, die im Goldhandel aktiv sind und sich für gewöhnlich gegen das Risiko von fallenden Goldpreisen absichern, indem sie an der Terminbörse in New York short gehen, wurden von diesen Entwicklungen hart getroffen. "Die Banken wurden von den Problemen in der Lieferkette kalt erwischt", so Norman. "Sie mussten hohe Preise zahlen, um Gold nach New York zu schaffen."

So habe beispielsweise die HSBC im Mai innerhalb eines Tages im Londoner Goldhandel einen Verlust in Höhe von 200 Millionen Euro erlitten. Die Scotiabank habe gar angekündigt, sich aufgrund der Marktverwerfungen vom März endgültig aus dem Goldhandel in London zurückzuziehen.

Künftig geringere Volatilität am Goldmarkt?

Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Edelmetallexperte beim Beratungshaus Fragold, gehe laut Handelsblatt davon aus, dass Banken in Zukunft vorsichtiger agieren, wodurch die Liquidität des Goldmarktes abnehmen dürfte. Investoren, die bisher vermehrt auf steigende Goldpreise wetteten, könnten sich aus den Terminmärkten zurückziehen. Denn seit der Unterbrechungen der Goldversorgung "tendieren Futures dazu, deutlich über den von ETFs verwendeten Londoner Preisen zu handeln, und die Kosten für den Austausch auslaufender Futures-Kontrakte gegen aktive - ein Handel, der als Roll bezeichnet wird und alle paar Monate stattfindet - sind stark gestiegen", so Reuters.

Normalerweise verlaufen die Investitionsströme in Futures, die eher kurzfristige Anleger anziehen, und ETFs, die eher längerfristige Anleger anziehen, parallel. Doch nun sind die ETF-Bestände seit Ende März insgesamt um 14 Prozent gestiegen, während Long-Positionen an der Comex-Börse in New York nach Angaben des World Gold Council und des Betreibers der Comex, der CME Group, um sieben Prozent zurückgingen, berichtet Reuters. Sollten Investoren künftig also weiterhin vermehrt zu weniger schwankungsanfälligen Gold-ETFs greifen, könnte dies zu einem Rückgang der Volatilität am Goldmarkt führen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: FikMik / Shutterstock.com

Nachrichten zu Goldpreis

  • Relevant
  • Alle
    1
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Morgen live um 18 Uhr!

Was sind die Anlagetrends 2020? Im Webinar morgen um 18 Uhr erklären zwei Experten, warum Kryptowährungen, Quantencomputer und Lieferdienste zu den Gewinnern der Corona-Krise gehören - und ob sie auch in Zukunft erfolgreich sein werden.

Jetzt kostenlos anmelden!
Werbung

Die beliebtesten Rohstoffe

Goldpreis1.784,40-0,10
-0,01%
Kupferpreis6.112,0089,35
1,48%
Ölpreis (WTI)40,740,15
0,37%
Silberpreis18,300,13
0,72%
Super Benzin1,26-0,00
-0,08%
Weizenpreis182,750,00
0,00%

Edelmetalle: Münzen und Barren

  • Gold
  • Silber

Heute im Fokus

DAX schließt weit im Plus -- Dow letztlich fester -- HeidelbergCement muss Milliarden abschreiben -- Buffett will Erdgas-Geschäfte von Dominion Energy kaufen -- MTU, Wirecard, Gerresheimer im Fokus

US-Technologie-Schwergewichte auf Rekordhöhen. Talanx-Aktionär will anscheinend Anteilspaket auf den Markt werfen. Deutsche Bank: Sparziele trotz Corona-Auszeit nicht in Gefahr - Weniger Stellen weg als geplant? JPMorgan hebt Ziel für Spotify kräftig an. VW legt weitere Planung für Werk Emden fest. Commerzbank: CEO Zielke bietet seinen Rücktritt an - Aufsichtsratschef Schmittmann will Mandat niederlegen. Erste Staats-Milliarde bei Lufthansa eingetroffen.
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Umfrage

Deutschland debattiert über ein Ende der coronabedingten Maskenpflicht im Handel. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
NEL ASAA0B733
Ballard Power Inc.A0RENB
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
TeslaA1CX3T
Lufthansa AG823212
BioNTech SE (spons. ADRs)A2PSR2
CommerzbankCBK100
BayerBAY001
Amazon906866
Plug Power Inc.A1JA81
Infineon AG623100
Deutsche Telekom AG555750
SteinhoffA14XB9