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13.05.2018 09:55
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Anlageprofi Holger Steffen: "Eine Cash-Reserve ist empfehlenswert, steigt der DAX über 13.000 ..."

Exklusiv-Interview: Anlageprofi Holger Steffen: "Eine Cash-Reserve ist empfehlenswert, steigt der DAX über 13.000 ..." | Nachricht | finanzen.net
Exklusiv-Interview
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Seit Auflage Ende 2013 hat der Value-Stars-Deutschland-Index mehr als 100 Prozent zugelegt - weit mehr als der DAX. Hinter diesem Erfolg stecken Holger Steffen und sein Team vom "Anlegerbrief". Im Interview verrät Steffen, was Warren Buffett damit zu tun hat, wie er die Märkte einschätzt und welche Aktien interessant sind.

finanzen.net: Herr Steffen, Sie und Ihr Team vom "Anlegerbrief" investieren seit Jahren sehr erfolgreich nach der Value-Strategie von Warren Buffett. Was zeichnet diese Strategie aus?

Holger Steffen: Ja, richtig. Wir setzen ganz konsequent auf die Value-Strategie, auf die auch Investorenlegende Warren Buffett setzt. Wir sind davon überzeugt, dass diese systematische Strategie gerade langfristig orientierten Anlegern die größten Chancen bietet. Warren Buffett macht es seit Jahrzehnten vor.

finanzen.net: Buffett gilt als Investorenlegende. Wie setzen Sie seine Strategie um?

Holger Steffen: Im Rahmen unserer Value-Analysen untersuchen wir Aktien nach harten betriebswirtschaftlichen Kriterien. Wir analysieren beispielsweise die wirtschaftliche Verfassung eines Unternehmens oder auch die Wettbewerbsposition. Aber auch die Qualität des Managements ist für uns als Value-Anleger von zentraler Bedeutung. Daneben spielen selbstverständlich auch Bewertungsfragen eine ganz wichtige Rolle. Was nutzt dem Anleger ein Top-Unternehmen, das an der Börse viel zu teuer bewertet wird? Wir betrachten daher bei der Bewertung einer Aktie immer auch den inneren Wert, also den Ertrags- oder Substanzwert.

finanzen.net: Es gibt so viele Trading- und Investmentstrategien, warum haben Sie sich gerade für die Value-Strategie von Warren Buffett entschieden? Können Sie uns die Vorteile des "inneren Werts" einer Aktie noch etwas genauer erklären?

Holger Steffen: Wie gerade ausgeführt ist die Buffett-Strategie seit Jahrzehnten bewährt und konzeptionell sehr überzeugend. Der Fokus liegt dabei auf nachhaltigen Qualitätskriterien und der zukünftigen Ertragsentwicklung. Es wird also eine dynamische und zukunftsorientierte Sichtweise verfolgt. Das halten wir für viel erfolgsversprechender als Investmentstrategien auf Basis statischer Kennzahlen - als Beispiel könnte man hier das KGV nennen, den Kurs-Buchwert oder die Dividendenrendite. Auch kurzfristig ausgerichtete Trading-Strategien sind dazu aus unserer Sicht keine echte Alternative. Und unsere langfristig starke Performance gibt uns hier durchaus Recht.

finanzen.net: Ihre Strategie setzen Sie mit dem Musterdepot des Anlegerbriefs um. Nach welchen Kriterien wählen Sie die Titel für das Musterdepot aus? Und für Anleger vielleicht noch wichtiger: Wie werden Sie auf spannende Werte aufmerksam?

Holger Steffen: Eine wichtige Frage, denn die Titelauswahl ist natürlich der Knackpunkt und Grundlage für Erfolg oder Misserfolg. Vereinfacht gesagt folgen wir der Faustformel, dass "1 Euro für 50 Cent" gekauft werden soll. Sprich: Eine Aktie soll deutlich unter ihrem inneren Wert notieren. Und wir müssen gute Gründe sehen, warum diese Unterbewertung in absehbarer Zeit abgebaut werden könnte. Diese Investmentgelegenheiten nennen wir "Value-Chancen".
Bei der Auswahl nutzen wir alle möglichen Kanäle. Wir besuchen Small- & Mid-Cap-Konferenzen, sichten den Newsflow von Unternehmen oder untersuchen Auffälligkeiten in der Kursentwicklung einzelner Aktien. Auch ausgewählte Analysen von Dritten können uns gute Impulse geben. Und wir reden regelmäßig mit dem Management, das ist ein zentraler Punkt. Wenn wir den Eindruck haben, dass die Strategie einer unserer Depotwerte nicht aufgeht oder nicht mit der erforderlichen Konsequenz verfolgt wird, ziehen wir im Zweifelsfall lieber die Reißleine.

finanzen.net: Der Value-Stars-Deutschland-Index bildet Ihre Strategie ab. Wie wir bereits gehört haben, ist die Besonderheit, dass Sie überwiegend in Small- und Mid-Caps investieren, also in die im Börsenmaßstab kleineren Unternehmen. Was macht Nebenwerte für Sie spannender als zum Beispiel DAX-Titel?

Holger Steffen: Gut, dass Sie das erwähnen, denn bei den meisten Anlegern ist es sicher anders herum. Das heißt, sie beschränken sich vor allem auf die DAX-Werte. Dabei ist es interessant zu wissen, dass sich unter den Nebenwerten viele Titel finden, deren Geschäftsentwicklung dynamischer ist als die von Großkonzernen. Und die Nebenwerte stehen in der Regel nicht so im Fokus größerer institutioneller Anleger. Wer sich hier die Mühe macht und gut recherchiert und analysiert, kann viel größere Informationsvorteile erarbeiten als bei DAX-Titeln.

finanzen.net: Informationsvorteile sind schön, aber was bringen diese dem Anleger und seiner Rendite?

Holger Steffen: Die Frage ist berechtigt, dann natürlich sollte sich das Engagement unter dem Strich auch auszahlen. Nebenwerte bieten grundsätzlich höhere Chancen, das aber bei einem erhöhten Risiko. Einzelne Ereignisse üben eine größere Hebelwirkung auf den Aktienkurs aus. Im Fall einer positiven Entwicklung können die Unternehmen vom Markt "entdeckt" werden. Dann steigen institutionelle Investoren ein, und das führt oftmals zu einem deutlichen Wertsprung.

finanzen.net: Die Performance des Value-Stars-Deutschland-Index fällt mit einem Plus von über 100 Prozent seit der Auflage im Dezember 2013 sehr hoch aus. Gibt es auch Nachteile Ihrer Strategie? Wie sieht es mit der Volatilität und dem Verlustrisiko bei Nebenwerten aus?

Holger Steffen: Der von Ihnen angesprochene hohe Kursgewinn verdeutlicht sehr schön die großen Chancen im Nebenwerte-Sektor. Grundsätzlich ist aber zu beachten, dass der zuvor beschriebene Hebeleffekt von Ereignissen auch in die negative Richtung wirkt. Das heißt, dass auch das Verlustrisiko höher ist als bei großen Werten. Für jeden Investor ist es daher wichtig, die Werte permanent im Auge zu behalten. Zudem sollte das Engagement über zahlreiche Aktien gestreut werden, um das Risiko von Einzeltiteln abzufedern. Der Value-Stars-Deutschland-Index kann in dieser Hinsicht gute Ergebnisse aufweisen, denn trotz des Schwerpunkts bei Nebenwerten war die Schwankung des Indexwerts bislang vergleichsweise gering.

finanzen.net: Welche Small Caps sind derzeit besonders interessant? Können Sie bitte zwei oder drei spannende Werte nennen?

Holger Steffen: Ja, sehr gerne. Wichtig ist dabei, dass sich Anleger nicht von der vergangenen Performance abschrecken oder locken lassen, sondern immer strikt in die Zukunft blicken. Die beiden Mitglieder im Value-Stars-Deutschland-Index, Blue Cap und Steico, sind beispielsweise schon sehr gut gelaufen. Trotzdem billigen wir den Titeln noch Potenzial zu.
Die Beteiligungsgesellschaft Blue Cap hat im letzten Jahr mit einem sehr lukrativen Verkauf den Ertragshebel im Kerngeschäft belegt und die Finanzperiode mit einem hohen Gewinn abgeschlossen. Die zugeflossenen Mittel werden jetzt reinvestiert, mit der Übernahme des Verpackungsherstellers Knauer-Uniplast ist zuletzt ein großer Deal gelungen. Allein dank der neuen Tochter, die im Jahr 2017 rund 70 Mio. Euro erlöst hat, wird der Konzernumsatz von Blue Cap in diesem Jahr um 50 Prozent steigen. Das dürfte auch der Aktie helfen.
Bei unserem zweiten Beispiel, Steico, wächst das Geschäft mit umweltfreundlichen Holz-Baustoffen sehr stetig. Aufgrund hoher Investitionen in die Kapazitäten sehen wir gute Chancen für eine weitere Wachstums­beschleunigung im Jahresverlauf 2018.
Und schließlich fällt mir noch unser "Evergreen" Sixt ein. Sixt ist schon seit der Auflage im Index. Obwohl der Mobilitätsdienstleister seitdem schon rund 240 Prozent an Wert zugelegt hat, sehen wir vor allem wegen der anhaltenden Expansionserfolge im Ausland weiterhin großes Potenzial bei der Aktie.

finanzen.net: Wie kann ein Anleger in Ihre Strategie investieren? Wie kann ein Anleger von der Entwicklung des Value-Stars-Deutschland-Index profitieren?

Holger Steffen: Dafür gibt es inzwischen eine wirklich einfache Lösung. Unser Team ist bei der Zusammensetzung des Value-Stars-Deutschland-Index beratend tätig. Schon Ende 2013 wurde ein Zertifikat auf den Index emittiert, das heißt Anleger können in das Zertifikat investieren und so an der Entwicklung partizipieren. Das Index-Zertifikat hat die WKN LS8VSD und hat sich seit Emission sehr positiv entwickelt.

finanzen.net: Herr Steffen, lassen Sie uns noch einen Blick in die Zukunft werfen: Nach dem deutlichen Rücksetzer in Februar und März zeigt die Formkurve des DAX zuletzt wieder deutlich nach oben. Wie kann es hier weitergehen, was sagt Ihre Glaskugel?

Holger Steffen: Ja, das ist eine spannende Frage. Nach einem starken Jahr 2017 war erst einmal eine Atempause an den Märkten angesagt. Die protektionistische Handelspolitik der USA und der deutliche Anstieg der langfristigen Zinsen dienten als willkommener Anlass. Nun versuchen die Märkte einen neuen Aufwärtstrend zu etablieren. Der DAX würde seine charttechnische Lage mit einem Anstieg über 13.000 Punkte deutlich verbessern, der Dow Jones muss zunächst seinen kurzfristigen Abwärtstrend knacken. Auch wenn sich das Gesamtbild zuletzt wieder aufgehellt hat, empfehlen wir, noch eine gewisse Cashreserve zu halten, sich ansonsten aber auf substanzstarke Titel zu konzentrieren. Genau das machen wir auch im Value-Stars-Deutschland-Index.

finanzen.net: Herr Steffen, ich danke Ihnen sehr für dieses Gespräch.

Das Interview führten Markus Gentner und Volker Altvater

 

Hinweis: Die finanzen.net GmbH unterhält geschäftliche Verbindungen zur Anlegerbrief Research GmbH, dem Berater des Referenz­portfolios, und partizipiert an den Einnahmen aus der Verwaltungsgebühr und der erfolgsabhängigen Gebühr des Endlos-Zertifikats auf den Value-Stars-Deutschland-Index (WKN LS8VSD).

Bildquellen: VSI

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