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26.01.2020 08:38
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Nach dem Preisschock: Die wichtigsten Antworten für Flatex-Kunden

Kunden verärgert: Nach dem Preisschock: Die wichtigsten Antworten für Flatex-Kunden | Nachricht | finanzen.net
Kunden verärgert
Der Online-Broker Flatex hat die Bankenbranche lange Zeit das Fürchten gelehrt. Doch mit der jüngsten Preisrunde könnten die Oberfranken den Bogen überspannt haben. Was Flatex-Kunden jetzt wissen sollten.

Es war ein Weihnachtsgeschenk, auf das viele Kunden gerne verzichtet hätten. Der Online-Broker Flatex präsentierte seinen Kunden quasi als Präsent ein neues Preis-Leistungs­verzeichnis, in dem eine neue Depotgebühr eingeführt wird. Eine Gebühr, die es vor allem auf den zweiten Blick in sich hat. Welche Auswirkungen hat die neue Preisrunde für die betroffenen Kunden? finanzen.net gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Die Preisanpassung ab März 2020 im Wortlaut

Ab März 2020 wird es für Flatex-Kunden deutlich teurer. Das bislang kostenlose Depot ist dann endgültig passé. Die neue Depotgebühr von 0,1 % pro Jahr soll, so der Wortlaut im ab März 2020 gültigen Preis- und Leistungs­verzeichnis (PLV), "monatlich auf Grundlage des Kurswertes der verwahrten Wertpapiere zum jeweiligen Monats­ultimo ermittelt und mit einem Anteil von 1/12 von 0,1 % bewertet" werden.

Konkret: Mit welcher Zusatzbelastung müssen Flatex-Kunden rechnen?

Ein Flatex-Kunde, der im Schnitt Anlagen im Wert von 100.000 Euro in seinem Depot lagert, muss mit zusätzlichen Gebühren von 100 Euro im Jahr kalkulieren. Bei Anlegern mit 250.000 Euro Anlagevolumen beträgt die Zusatz­belastung 250 Euro. Was viele Kunden offen­sichtlich ärgert: Mit der neuen Gebühr beteiligt sich die Bank künftig indirekt an den Kurs­gewinnen ihrer Kunden. Denn mit steigendem Depotvolumen steigt der auch der absolute Betrag der an Flatex zu entrichtenden Depotgebühr.

Wie erheblich diese Zusatzbelastung durch die neue Gebühr sein kann, zeigt folgendes Beispiel. Ein Anleger ordert an Xetra Wertpapiere im Gegenwert von 10.000 Euro und hält diese danach 5 Jahre in seinem Flatex-Depot. Zusätzlich zu den Order­gebühren von derzeit 2 x 5,90 Euro für Kauf und Verkauf (zzgl. Fremdspesen und Börsengebühren) zahlt der Anleger künftig bis zum Verkauf und damit über fünf Jahre hinweg zusätzliche Depotgebühren. Diese Zusatzbelastung beläuft sich auf 50 Euro (5 x 0,1% x 10.000 Euro), wobei Änderungen des Kurswerts in dieser Beispiel­rechnung nicht berücksichtigt sind.

Hat Flatex den Bogen überspannt?

Dank kostenlosem Depot und simpler Preisstruktur hat sich der ober­fränkische Discount­broker Flatex in den letzten Jahren zur Branchengröße aufgeschwungen. Dass die Anteils­eigner der börsen­notierten Flatex AG höhere Renditen erwarten, ist eine Sache. Die Reaktion der Kunden auf die massive Preiserhöhung ist die andere. Wie finanzen.net von Branchen­insidern erfahren hat, stapeln sich bei zahlreichen Wettbewerbern derzeit die Depot­anträge wechsel­williger Flatex-Kunden.

Alleine bei finanzen.net Brokerage, dem Wertpapier­handelsangebot, das finanzen.net in Kooperation mit der Comdirect anbietet, schlagen derzeit weit mehr Neukunden auf als üblich. Einiges deutet daher darauf hin, dass der Onlinebroker Flatex mit der "Abschaffung des kostenlosen Depots" (Wirtschaftswoche, Ausgabe 22.12.2019) den Bogen überspannt haben könnte und tausende Kunden dem Onlinebroker den Rücken kehren. Da tröstet es auch nur wenig, dass ab März die Gebühren für Auslandsorders gesenkt und die Provisionen auf Dividenden­zahlungen ausländischer Aktien abgeschafft werden sollen.

Ist auch Geld auf dem Verrechnungskonto betroffen?

Die neue Gebühr wird laut Preis-Leistungs­verzeichnis nur auf verwahrte Wertpapiere berechnet, also auf Aktien, Fonds, Derivate oder Anleihen. Für Beträge, die auf dem Flatex-Cashkonto ruhen, berechnet Flatex weiterhin den bereits im Jahr 2017 eingeführten negativen Guthabenzins. Die Oberfranken hatten diesen erst mit Beginn des vierten Quartals 2019 von 0,4 % auf 0,5 % angehoben. Wer im Schnitt also 25.000 Euro auf dem Verrechnungskonto verwahrt, zahlt hierfür im Jahr Zinsen in Höhe von 125 Euro.

Gibt es Sonderregelungen für Kunden?

Der ein oder andere Flatex-Kunde mag sich die Frage stellen, ob der Broker lang­jährigen Bestands­kunden Sonder­konditionen einräumt. Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht. Auf Nachfrage teilt Flatex unserem Testkunden allerdings mit, dass man "einer Sonder­konditionierung [...] im Augenblick leider nicht entsprechen" könne.

Sind auch Degiro-Kunden von der Preisanpassung betroffen?

Mit der erst im Dezember verkündeten Übernahme der nieder­ländischen DeGiro schwingt sich Flatex mit künftig mehr als einer Million Kunden zu den Schwer­gewichten der Branche auf. Ob auch Kunden von Degiro künftig mit einer prozentualen Depotgebühr belastet werden, ist daher reine Spekulation. Laut gültigem Preis- und Leistungs­verzeichnis wird bei Degiro derzeit keine prozentuale Depotgebühr erhoben. Anders sieht die Sache bei Negativzinsen aus. Denn Kundengelder werden bei Degiro nicht auf einem Verrechnungskonto, sondern getrennt von der Bilanz auf einem Sammelkonto verwahrt und in Geldmarktfonds investiert. Da Geldmarktfonds auf EONIA-Basis derzeit mit negativen Renditen von zirka 0,45 % pro Jahr aufwarten, kompensiert Degiro diesen negativen Effekt - allerdings nur für die ersten 2.500 Euro. Auf Cashbestände von mehr als 2.500 Euro ergeben sich für Degiro-Kunden somit derzeit negative Renditen von etwa 0,45 Prozent.

Welche Alternativen gibt es für Flatex-Kunden?

Nach der Preiserhöhung kehren nun auch ehemalige Fürsprecher dem Broker den Rücken. Zuletzt hat das Verbraucher­portal "Finanztip" am 10. Januar konstatiert, dass Flatex nun "keine Empfehlung mehr" sei. Die neue Gebühr "klinge erst einmal überschaubar, läppere sich aber mit der Zeit".

Anleger, die nach günstigen und transparenten Alternativen Ausschau halten, können im Depot-Vergleich auf finanzen.net die Konditionen führender Anbieter vergleichen. Einen ausführlichen Vergleich der Depotkosten verschiedener Banken finden Anleger auch in Ausgabe 11/2019 von Finanztest. Die Warentester haben 34 Filial- und Direktbanken verglichen und erhebliche Unterschiede bei Depot- und Ordergebühren ermittelt.1

In eigener Sache

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1) Quelle: Finanztest, Ausgabe 11/2019, abrufbar unter https://www.test.de/shop/finanztest-hefte/finanztest_11_2019/

2) Aktion gültig bis 31.01.2020 und gilt nur für Neukunden. Das Orderguthaben ist zeitlich begrenzt. Bitte beachten Sie die Teilnahme­bedingungen unter www.finanzen-broker.net.

 

Bildquellen: Flatex

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