Neu: Nutzen Sie neue Funktionen auf finanzen.net als Erstes - hier informieren!
18.10.2013 03:00

Drillisch: Die bessere Geschichte

Folgen
Während Konkurrent Freenet mit seiner neuen Strategie noch nicht überzeugen kann, greifen Anleger bei Drillisch zu. Die Firmenkasse ist gut gefüllt, die Margen steigen.
Werbung
€uro am Sonntag
von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Anfang Oktober gab Mobildienstleister Drillisch bekannt, dass man die Beteiligung am Konkurrenten Freenet auf 0,39 Prozent reduziert habe. Seit dann wird im Markt über eine Sonderausschüttung und/oder höhere Aktienrückkäufe spekuliert.

Auf Nachfrage von „€uro am Sonntag“ erklärte das Unternehmen dass man „nie ein Freund von Sonderdividenden gewesen sei und nachhaltig steigenden Dividenden bevorzuge. Drillisch Investor Relations Chef Christoph Keil bestätigte, dass man für 2013 „mindestens“ 1,30 pro Aktie zahlen werde. Dabei ließ er durchblicken, dass es voraussichtlich mehr sein werde. Mit Bezug auf Aktienrückkaufprogramme sagte Keil, Drillisch habe 9,8 Prozent eigener Aktien in der Bilanz. Zudem gebe des die Genehmigung der Hauptversammlung weitere zehn Prozent der Anteilscheine zu erwerben.

Bankhaus Lampe Analyst Wolfgang Specht hatte prognostiziert, dass Drillisch dank seiner hohen Reserven – 21 Millionen Euro zur Jahresmitte – für das laufende Jahr mehr als Geld an seine Aktionäre ausschütten werde, als über die freien Mittel aus dem Tagesgeschäft, den sogenannten free cashflow, zur Verfügung stünde. Diese Vermutung sei richtig, teilte Drillisch mit. Lampe Analyst Specht schätzt die Ausschüttung für 2013 auf 63 Millionen Euro, bei voraussichtlich 45 Millionen Cashflow. Das könne sich Drillisch „ohne größeres Risiko leisten“, so Specht in seiner Studie.

Grund dafür sei das starke Gewinnwachstum während der nächsten Jahre. Drillisch könne sich damit sogar eine Verschuldung bis zu einer Höhe des doppelten operativen Gewinns (Ebitda) leisten. Dazu sagte Drillisch-Mann Keil, es sei dem Unternehmen bewusst, „dass der Kapitalmarkt eine gewisse Verschuldung(leverage) gerne sieht". Eine Entscheidung diesbezüglich sei im Vorstand aber noch nicht getroffen worden.

Im Frühjahr hatte Drillisch-Chef Paschalis Choulidis die erste Hälfte der Beteiligung an Freenet am Stück verkauft und erntete dafür selbst von der Konkurrenz Lob. Freenets Börsenwert war in den Monaten zuvor um mehr als 50 Prozentgestiegen. Choulidis verkaufte 10,4 Prozent der Anteile für 139 Millionen Euro an die Bank of America und beglich damit auch Drillisch-Schulden bei der US-Bank. Über eine Steuergutschrift von voraussichtlich elf Millionen Euro wird die Firma aus Maintal bei Frankfurt nach Einschätzung des Managements auch in den kommenden Quartalen von dem Deal profitieren.

Bei Freenet, wo Drillisch mit Hartmut Schenk den Aufsichtsratschefstellt, hatten sich die Maintaler lange Zeit um eine Fusion bemüht, diese Strategie mit dem Teilverkauf jedoch aufgegeben. Dass sich Freenet gegenüber Investoren als solider Dividendenzahler präsentiert und bis zu 75 Prozent der frei verfügbaren Mittel, des sogenannten Free Cashflow, ausschüttet, kann Drillisch nur recht sein. Choulidis kann es sich leisten mit einer noch höheren Dividendenrendite zu werben. Auch deshalb legen die Papiere seit Mitte August stärker zu als Freenet.

Als preisaggressiver Anbieter profitiert Drillisch nach der Fusion von EPlus mit dem Telefónica-Deutschland- Anbieter O2 von einem entspannten Wettbewerb. Zudem zahlt sich der 2010 eingeleitete Wandel vom Weiterverkäufer von Mobilfunkdienstleistungen zum virtuellen mobilen Netzwerkbetreiber jetzt aus. Der Gewinn wird deutlich steigen. Der wesentliche Treiber des profitablen Wandels ist nach Einschätzung von Bankhaus-Lampe-Analyst Specht die „Migration von Volumen- Verträgen zu Budget-Verträgen“. Was heißt das? Budget-Verträge sind für Drillisch um das 2,5_Fache profitabler als die Volumen-Vereinbarungen. Während Kunden bei diesen feste Preise je Gesprächsminute oder SMS zahlen, enthalten Budget-Tarife eine bestimmte Anzahl von Gesprächsminuten, SMS und Datenvolumen. Aktuell steige die Anzahl der Budget-Verträge „um 50000 bis 60000 Kunden pro Quartal“, schätzt Specht. Etwa 80 Prozent der Neukunden schließen Budget-Verträge ab. Dennoch dürfte der Anteil der Volumen-Verträge am Kundenbestand mit 45 Prozent der Gesamtkunden bis Ende 2016 relativ hoch bleiben.

Dennoch: Der Trend zu immer mehr Budget-Verträgen reicht aus, dass dieses Jahr der operative Gewinn (Ebitda) wohl am oberen Ende der Prognose landen wird und 2014 die in Aussicht gestellten 77 bis 80 Millionen Euro wahrscheinlich übertreffen wird.

Diese Story kommt an der Börse derzeit besser an als Freenets Botschaft. Firmenchef Christoph Vilanek will nach dem Kauf des Apple-Händlers Gravis, der künftig auch Produkte von Samsung und Sony verkaufen soll, ein zweites Standbein schaffen. Die Hamburger wollen künftig auch andere Produkte wie zum Beispiel automatische Heizungssteuerungen verkaufen und ihr Filialnetz erweitern. Die neue Spartekönne „jährlich um zehn bis 20 Prozent“ zulegen, sagt Freenet-Chef Vilanek.

Ausgewählte Hebelprodukte auf 1&1 AG (ex 1&1 Drillisch)
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf 1&1 AG (ex 1&1 Drillisch)
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent

Nachrichten zu 1&1 AG (ex 1&1 Drillisch)

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu 1&1 AG (ex 1&1 Drillisch)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
25.05.20221&1 OverweightBarclays Capital
19.05.20221&1 BuyWarburg Research
16.05.20221&1 OverweightBarclays Capital
16.05.20221&1 NeutralGoldman Sachs Group Inc.
12.05.20221&1 KaufenDZ BANK
25.05.20221&1 OverweightBarclays Capital
19.05.20221&1 BuyWarburg Research
16.05.20221&1 OverweightBarclays Capital
12.05.20221&1 KaufenDZ BANK
12.05.20221&1 OverweightBarclays Capital
16.05.20221&1 NeutralGoldman Sachs Group Inc.
12.05.20221&1 HoldJefferies & Company Inc.
12.05.20221&1 NeutralGoldman Sachs Group Inc.
29.04.20221&1 NeutralUBS AG
22.04.20221&1 HoldJefferies & Company Inc.
23.03.20221&1 UnderperformCredit Suisse Group
27.10.20201&1 Drillisch UnderperformCredit Suisse Group
14.05.20201&1 Drillisch UnderperformCredit Suisse Group
04.02.20201&1 Drillisch UnderperformCredit Suisse Group
03.02.20201&1 Drillisch UnderperformCredit Suisse Group

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für 1&1 AG (ex 1&1 Drillisch) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Ukraine-Krieg im Ticker: Wall Street schließt stark -- DAX beendet Handel mit satten Gewinnen -- Musk schichtet Finanzierung für Twitter-Deal um -- NVIDIA, Broadcom, VMware, Tesla, Apple, VW im Fokus

BMW ruft zahleiche Fahrzeuge zurück. US-BIP im Blick: Wirtschaft schrumpft im Winter stärker als erwartet. Türkische Notenbank: Leitzins bleibt trotz sehr hoher Inflation bei 14 Prozent. Airbus erringt Zwischensieg im Streit mit Qatar Airways. Russische Notenbank reduziert Leitzins merklich. freenet-Aktie mit Kursplus: Goldman Sachs hebt den Daumen. Positive Citigroup-Studie stützt Bayer-Aktie.

Umfrage

Wenn morgen Bundestagswahl wäre, wen würden Sie wählen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln