finanzen.net
14.09.2019 08:00
Bewerten
(0)

Ökonomen-Barometer: Teurer Abschiedsgruß an die Märkte

Euro am Sonntag: Ökonomen-Barometer: Teurer Abschiedsgruß an die Märkte | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag
Ökonomen-Barometer: Die EZB senkt den Einlagenzins. Die umstrittenen ­Anleihekäufe werden wieder aufgenommen. Anleger sollten sich auf eine längere Negativzinswelt einstellen. Ökonomen-Barometer sinkt.
€uro am Sonntag
von W. Ehrensberger, Euro am Sonntag

Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihre expansive Geldpolitik angesichts eingetrübter Konjunkturaussichten noch einmal forciert. Der scheidende Notenbankchef Mario Draghi kündigte am Donnerstag neben einer weiteren Senkung des sogenannten Einlagensatzes von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent auch die Wiederaufnahme der umstrittenen Anleihenkäufe ab November an. Banken sollen zudem mit Freibeträgen entlastet werden, um die Folgen der Strafzinsen abzumildern.

Die Finanzmärkte reagierten verhalten, die Beschlüsse lagen im Rahmen der Erwartungen. Der DAX ging auf Berg-und-Talfahrt. Der Euro gab zunächst nach und stabilisierte sich am Freitag. Die Renditen von Staatsanleihen gingen zurück. Bankaktien konnten von den in Aussicht gestellten Entlastungen nicht profitieren. Instituten wie Deutsche Bank und Commerzbank setzt die Niedrigzinspolitik der EZB seit Jahren zu.

Heftiger Schlagabtausch


US-Präsident Donald Trump kritisierte die EZB-Beschlüsse. Der gegenüber dem Dollar ab­gewertete Euro belaste die US-­Wirtschaft. Draghi wies die Vorwürfe zurück. Die EZB ziele auf Preisstabilität, nicht auf Wechselkurse. Kommende Woche stehen Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed und der Bank von Japan an. Es wird damit gerechnet, dass die Fed ihren Zins ebenfalls heruntersetzt.

In Deutschland stießen die EZB-Beschlüsse auf teils heftige Kritik. Für Thomas Mayer vom Vermögensverwalter Flossbach von Storch überwiegen die Negativ­effekte der Niedrigzinsen. Das Investitionsklima bleibe durch Unsicherheit belastet. "Andererseits bedeuten Negativzinsen eine Strafsteuer für Banken. Schwindende Profitabilität verringert ihre Kapazität zur Kreditvergabe. Tiefere Kapitalmarktzinsen als Folge der neuen Anleihekäufe reißen Löcher in betriebliche Pensionsfonds, die Unternehmen mit ­ihren Gewinnen stopfen müssen.

Sparer, die Aktienanlagen scheuen, werden mehr sparen müssen, um ihre Anlageziele zu erreichen. Unter dem Strich dürfte das Wirtschaftswachstum noch schwächer werden." Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer rechnet damit, "dass Anleger auf der verzweifelten Suche nach Zinsen immer mehr auf risikoreichere Anlagen ausweichen. Davon werden Aktien profitieren."

Draghi wiederum sieht jetzt Staaten mit soliden Haushalten wie Deutschland in der Pflicht, die Konjunktur fiskalpolitisch zu stützen. "Die Geldpolitik hat ihre Grenzen erreicht und übergibt den Staffelstab an die Fiskalpolitik", sagte DWS-Volkswirtin Ulrike Kastens.

Abwärtstrend fortgesetzt


Unterdessen hat das Ökonomen-Barometer von €uro am Sonntag den Abwärtstrend der vergangenen Monate fortgesetzt. Die führenden Volkswirte bewerteten in der September- Umfrage die aktuelle konjunkturelle Lage mit 41,2 Punkten -ein Minus von 5,7 Prozent. Das Barometer sinkt damit auf den tiefsten Stand seit der Finanzkrise. Noch tiefer lag es zuletzt 2010. Die Aussichten für die kommenden zwölf Monate gingen sogar um 8,5 Prozent auf 31,9 Punkte zurück.

Die Differenz zwischen aktuellem Stand und Pro­gno­se beträgt zehn Punkte - das gilt als Krisenindikator und entspricht dem Abstand während der Finanzkrise 2008/­2009 und der Euro-Staatsschuldenkrise 2012/2013.

Auch das Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen abgesenkt. "Der deutschen Wirtschaft droht eine Rezession", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. "Die Schwäche in der Industrie breitet sich nach und nach in andere Wirtschaftszweige aus, wie beispielsweise in die Logistik."

Das Ifo-Institut rechnet nun für 2019 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 (zuvor 0,6) Prozent. 2020 soll die Wirtschaft um 1,2 Prozent zulegen, nachdem zuvor noch 1,7 Prozent erwartet worden waren. Im laufenden Sommerquartal rechnen die Münchner Forscher mit einem weiteren Rückgang um 0,1 Prozent, womit erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 die formale Definition einer Rezession erfüllt wäre (zwei Quartale in Folge ein Rückgang). Ein harter Brexit oder eine Eskalation des US-Handelskriegs könnten die Wirtschaft noch stärker abbremsen, warnte das Institut.

Die Konjunkturschwäche macht sich mittlerweile auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die im Ökonomen-Barometer von €uro am Sonntag befragten Volkswirte gehen jedoch nur von moderat steigenden Arbeitslosenzahlen aus. So rechnet Michael Stahl vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall zwar mit auslaufendem Beschäftigungsaufbau. Der Arbeitskräftemangel werde aber verhindern, dass es zu einem merklichen Anstieg der ­Arbeitslosigkeit kommt, pro­gnostiziert Stahl.


Werbung

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
WAVE Unlimited auf Deutsche BankDC3APQ
WAVE Unlimited auf Deutsche BankDS9G57
Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: DC3APQ, DS9G57. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise** zu dieser Werbung.
Bildquellen: einstein / Shutterstock.com

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Institut legt Zahlen offen
Neue Konzernstruktur berücksichtigt: So wären die Deutsche Bank-Bilanzen seit 2017 ausgefallen
Bei der Deutschen Bank läuft es momentan alles andere als rund: Der Konzern wird umstrukturiert, massiver Stellenabbau ist geplant. Nun hat die Deutsche Bank ein Dokument veröffentlicht, das die Bilanzen seit 2017 unter Berücksichtigung der neuen Konzernstruktur zeigt.

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
17.10.2019Deutsche Bank UnderweightBarclays Capital
15.10.2019Deutsche Bank NeutralUBS AG
14.10.2019Deutsche Bank UnderweightBarclays Capital
08.10.2019Deutsche Bank VerkaufenIndependent Research GmbH
07.10.2019Deutsche Bank UnderperformRBC Capital Markets
28.06.2019Deutsche Bank kaufenDZ BANK
24.10.2018Deutsche Bank buyequinet AG
30.08.2018Deutsche Bank buyequinet AG
24.05.2018Deutsche Bank kaufenDZ BANK
24.05.2018Deutsche Bank buyequinet AG
15.10.2019Deutsche Bank NeutralUBS AG
25.09.2019Deutsche Bank HoldHSBC
23.09.2019Deutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
20.09.2019Deutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
04.09.2019Deutsche Bank NeutralJP Morgan Chase & Co.
17.10.2019Deutsche Bank UnderweightBarclays Capital
14.10.2019Deutsche Bank UnderweightBarclays Capital
08.10.2019Deutsche Bank VerkaufenIndependent Research GmbH
07.10.2019Deutsche Bank UnderperformRBC Capital Markets
30.09.2019Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht leicht schwächer ins Wochenende -- Wall Street letztlich tiefer -- ams plant neue Offerte für OSRAM -- Führungswechsel bei Ceconomy -- Coca-Cola, Munich Re, Lufthansa, Renault im Fokus

Wirecard bestellt offenbar Sonderprüfer. METRO-Großaktionär steigt bei Prosieben ein. Co-Chef von Software-Konzern Oracle gestorben. Russland könnte Uniper/Fortum anscheinend noch 2019 prüfen. Ufo sagt Warnstreik bei Lufthansa kurzfristig ab - Lufthansa erhöht Gehälter freiwillig. EU-Rat ernennt Christine Lagarde zur EZB-Präsidentin. Anheuser-Busch beschuldigt Konkurrenten des Rezeptur-Diebstahls.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Das sind die reichsten Länder Welt 2019
Deutschland gerade noch in den Top 20
Die Performance der DAX 30-Werte in Q3 2019.
Welche Aktie macht das Rennen?
Hohe Gehälter:
Welche Arbeitgeber am meisten zahlen
Die wertvollsten Fußballvereine der Welt 2019
Welcher Club ist am wertvollsten?
Die 12 toten Topverdiener 2019
Diese Legenden sind die bestbezahlten Toten der Welt
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Bundesregierung erlaubt anscheinend Huawei-Technik bei Aufbau des 5G-Netzes. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Deutsche Bank AG514000
Microsoft Corp.870747
Daimler AG710000
Amazon906866
Apple Inc.865985
Ballard Power Inc.A0RENB
Allianz840400
NEL ASAA0B733
Scout24 AGA12DM8
Deutsche Telekom AG555750
BASFBASF11
TeslaA1CX3T
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
CommerzbankCBK100