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18.06.2018 17:55
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EVOTEC und Sanofi beschließen Gemeinschaftsunternehmen für Infektionskrankheiten - Aktie zieht an

Joint Venture: EVOTEC und Sanofi beschließen Gemeinschaftsunternehmen für Infektionskrankheiten - Aktie zieht an | Nachricht | finanzen.net
Joint Venture
Das Biotechnologieunternehmen EVOTEC will bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten künftig weiter oben mitspielen.
Anleger reagierten positiv auf das geplante Gemeinschaftsunternehmen. Zum Handelsschluss schoß die EVOTEC-Aktie um 3,16 Prozent auf 15,02 Euro nach oben.

Die Hamburger stärken ihre Forschung in dem Bereich mit einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi. Dafür übernehmen sie dessen 100-köpfiges Forscherteam, wie das Unternehmen am Montag in Hamburg mitteilte. Auch beim Ergebnis dürfte sich das für EVOTEC auszahlen.

An der Börse wurde die Nachricht mit Freude quittiert: Die Aktie legte am Morgen an der TecDAX-Spitze zeitweise um mehr als sechs Prozent zu. Allerdings hatte das Papier vor dem Wochenende auch um fast vier Prozent nachgegeben. Die EVOTEC-Aktien gehörten in den vergangenen zwei Jahren zu den Lieblingen der TecDax-Anleger. Zuletzt geriet diese Liebe aber ins Wanken. Seit Jahresbeginn sind die Aktien auf Zickzack-Kurs und hinken mit einem Gewinn von elf Prozent dem Index hinterher.

Die Pläne zum Joint Venture mit Sanofi waren bereits seit längerem bekannt, die Gespräche liefen seit Anfang März. Nun machten beide Unternehmen den Deckel drauf und unterzeichneten eine verbindliche Vereinbarung. Die Transaktion soll in den kommenden Wochen abgeschlossen sein, muss aber noch den Segen der französischen Wettbewerbsbehörden erhalten.

Teil der Vereinbarung ist eine Vorabzahlung in Höhe von 60 Millionen Euro durch Sanofi an EVOTEC. Auch in Zukunft sichern die Franzosen den Hamburgern eine "signifikante langfristige finanzielle Unterstützung" zu. Sanofi wiederum profitiert, weil der Konzern bestimmte Optionsrechte an der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung künftiger Produkte erhält.

EVOTEC rechnet nun zwar mit steigenden Forschungs- und Entwicklungsausgaben, aber auch einem anziehenden Betriebsergebnis. Zudem werde das Gemeinschaftsunternehmen in den nächsten fünf Jahren das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) positiv beeinflussen, erklärte das Unternehmen.

Ob EVOTEC seine Ziele für das laufende Jahr nun konkretisieren wird, bleibt derzeit noch offen. Zuletzt hatte das Management für das laufende Jahr ein Umsatzplus von mehr als 30 Prozent und einen Anstieg beim bereinigten Ebitda um "etwa" 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr in Aussicht gestellt.

EVOTEC und Sanofi arbeiten bereits seit längerem zusammen, unter anderem bei Diabetes. In dem jetzt gebildeten Gemeinschaftsunternehmen für Infektionskrankheiten wollen sie ihren Schwerpunkt zunächst auf das Problem der Antibiotikaresistenzen legen, das vor allem in diesem Bereich groß ist. Nach Unternehmensangaben sterben jährlich weltweit fast eine Million Menschen an Infektionen, die gegen Medikamente resistent sind. Im Mittelpunkt des Joint Ventures sollen neben sogenannten "Super-Erregern" auch Krankheiten wie Malaria und Tuberkulose stehen. Außerdem ist weitere Forschung an antiviralen Medikamenten mit neuen Wirkungsmechanismen geplant.

Sanofi bringt mehr als zehn eigene Forschungsprojekte in das neue Unternehmen ein, aber auch an EVOTECs laufenden Projekten soll weitergeforscht werden. Die Hamburger haben Mitarbeiter im italienischen Verona und im britischen Manchester am Start. Zusammen mit bisherigen Sanofi-Geschäft im französischen Lyon wächst EVOTECs Mannschaft auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten künftig auf 180 Wissenschaftler.

Der Auftragsforscher EVOTEC verspricht sich durch das Gemeinschaftsunternehmen eine größere Strahlkraft auf mögliche Auftraggeber. "Zusammen sind wir sehr gut positioniert, um zum global bevorzugten Partner in der Wirkstoffforschung und -entwicklung in diesem wichtigen therapeutischen Bereich zu werden", sagte EVOTEC-Chef Werner Lanthaler. Aber auch weitere Partner etwa aus anderen Unternehmen oder Instituten seien eingeladen, in offenen Kooperationen mitzuforschen./tav/stw/jha/

HAMBURG (dpa-AFX)

Bildquellen: REMY GABALDA/AFP/Getty Images

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