EVOTEC-Aktie fällt zweistellig: Konzern kündigt Stellenabbau und Standortreduzierung an

Der Pharmawirkstoffforscher und -entwickler EVOTEC treibt seinen Umbau mit weiteren Kostensenkungen voran.
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Unter anderem mit dem Aufbau sogenannter "Exzellenzzentren", in denen Kernkompetenzen gebündelt werden sollen, wollen die Hamburger ihr Betriebsmodell grundlegend neu ausrichten. Dazu soll innerhalb der nächsten zwei Jahre die Zahl der Standorte nochmals schrumpfen, und zwar auf zehn, wie das Unternehmen am Dienstag in der Hansestadt mitteilte. Bis zu 800 weitere Stellen sollen wegfallen - dies wäre knapp ein Fünftel der Belegschaft. Das Programm solle bis Ende 2027 weitgehend umgesetzt werden und bis dahin nochmals nachhaltige Einsparungen von rund 75 Millionen Euro bringen.
Mittelfristig soll so der Konzernumsatz bis 2030 auf mehr als eine Milliarde Euro anschwellen. Die bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) soll 2028 dann 20 Prozent erreichen und 2030 darüber liegen. Zuvor war eine Marge von mehr als 20 Prozent bereits für 2028 angepeilt worden.
Für 2026 rechnet EVOTEC mit einem "Übergangsjahr". Angepeilt werde ein Umsatz von 700 bis 780 Millionen Euro, zugleich soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei Null bis 40 Millionen Euro herauskommen.
Im vergangenen Jahr war der Umsatz vorläufigen Berechnungen zufolge leicht auf 788 Millionen Euro zurückgegangen, das bereinigte operative Ergebnis stieg hingegen auf 41 Millionen Euro - nach 22,6 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Analysten hatten für 2025 weniger auf dem Zettel, sich aber bisher für 2026 mehr erhofft.
Kurseinbruch bei EVOTEC - Chartunterstützung gerissen
Nach dem Rutsch unter 5 Euro sind die Aktien von EVOTEC am Dienstag massiv unter Verkaufsdruck geraten. Denn im Bereich dieser runden Marke lagen gleich mehrere Zwischentiefs der Papiere des Wirkstoffforschers aus den vergangenen Jahren. Zuletzt hatten sie sich im November 2025 bei fast 4,90 Euro rasch wieder gefangen. Nun aber ging es für die Anteilsscheine der Hamburger via XETRA letztlich um 10,65 Prozent auf 4,709 Euro abwärts - im Tagestief sogar bis auf 4,38 Euro. Das ist das tiefste Niveau seit September 2016, also seit fast zehn Jahren. Mit ihrem zweistelligen Tagesverlust beträgt ihr Minus im laufenden Jahr nun 20 Prozent.
EVOTEC hatte am Morgen Jahresziele für 2026 genannt und ihre "Horizon"-Strategie vorgestellt. Das Umsatzziel für 2026 sei enttäuschend, kommentierte ein Börsianer. Selbst der obere Rand der Zielspanne liege klar unter dem Konsens. Es winke allerdings eine Margenverbesserung.
Das "Horizon"-Programm sieht EVOTEC als nächsten Schritt im Umbauprozess hin zu nachhaltigem, qualitativ hochwertigen Wachstum. Dies vereinfache das Unternehmen weiter, schrieb Charles Weston von der kanadischen Investmentbank RBC. An den mittelfristigen Ambitionen habe sich auf den ersten Blick wenig geändert. Nicht verstehen kann Weston auf den ersten Blick aber das schwache operative Ergebnisziel für 2026. Er erhofft sich Erklärung in der Telefonkonferenz am Nachmittag.
HAMBURG (dpa-AFX) / FRANKFURT (dpa-AFX Broker)
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