MÄRKTE USA/Aktien auf Talfahrt - Ölpreise und Jobdaten schüren Stagflationssorgen
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Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Nach einem unerwartet schwach ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht und angesichts weiter stark steigender Ölpreise geht es an der Wall Street am Freitag kräftiger nach unten mit den Aktienkursen. Zur Mittagszeit in New York zeigen sich die Indizes allerdings von den Tiefs des Tages zumindest etwas erholt. Der Dow-Jones-Index liegt 1,4 Prozent im Minus bei 47.308 Punkten. Für den breiten S&P-500 geht es um 1,2 Prozent abwärts, die Nasdaq-Indizes geben ähnlich stark nach.
Zum jüngsten starken Belastungsfaktor, dem Krieg im Nahen Osten mit den in der Folge stark steigenden Ölpreisen, kommen nun noch Konjunktursorgen hinzu. Der US-Arbeitsmarktbericht für Februar offenbarte entgegen der Erwartung eines Stellenzuwachses um 50.000 einen Stellenabbau um 92.000. Das schürt die zuletzt bereits zunehmenden Sorgen vor einer Stagflation und bringt die US-Notenbank in ein Dilemma. Auf die schwachen Arbeitsmarktdaten und den Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,4 von 4,3 Prozent müsste sie eigentlich mit Zinssenkungen reagieren, die vom Ölpreisanstieg ausgehende Inflationsgefahr erfordert dagegen eher höhere Zinsen.
Am Anleihemarkt geben die Renditen nach den schwachen Arbeitsmarktzahlen etwas nach, nachdem sie an den Vortagen gestiegen waren. Die Zehnjahresrendite sinkt um 2 Ticks auf 4,13 Prozent. Seit Ausbruch des Krieges ist das ein Plus von rund 15 Basispunkten. Der Dollar zieht etwas leicht an, weil der Greenback mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten als sichere Hafen gesucht bleibt. Der Euro geht mit 1,1605 Dollar um, hatte aber auch schon unter 1,1550 gelegen.
Die Ölpreise steigen stark, Brent um über 8 Prozent auf 92,50 Dollar. Die US-Sorte WTI verteuert sich sogar um über 11 Prozent. Das sind die höchsten Niveaus seit Ausbruch des Krieges am vergangenen Wochenende. Hintergrund ist, dass kaum noch Öl durch die von Iran kontrollierte Straße von Hormus kommt. Das führt dazu, dass Ölförderer wie Kuwait die Produktion drosseln müssen, weil sie keine Lagerkapazitäten mehr für das aufgestaute Öl haben. Aus Katar kam eine Warnung in der "Financial Times", wonach alle Förderstaaten am Persischen Golf ihre Produktion innerhalb weniger Wochen einstellen könnten.
Zusätzlich Verunsicherung und Sorgen vor einem sich länger hinziehenden Krieg schüren Aussagen von US-Präsident Trump, der offenbar eine "bedingungslose Kapitulation" des Iran will.
Marvell-Aktie im Hausse-Modus
Auf Unternehmensseite hat das Halbleiterunternehmen Marvell Technology starke Quartalsgewinne gemeldet, angetrieben durch die Nachfrage nach KI. Dazu wartete Marvell mit einer optimistischen Umsatzprognose auf. Für die Aktie geht es um über 21 Prozent nach oben.
Die Warenhauskette Costco hat Quartalsergebnisse berichtet, die besser ausgefallen sind als erwartet. Die Aktie legt um 1,3 Prozent zu.
Gap fallen um 13,5 Prozent zurück. Bei dem Bekleidungsunternehmen belasteten rückläufige Umsätze der Athleta-Marke die Ergebnisse, der Quartalsgewinn verfehlte die Erwartungen.
Nike rechnet mit einer Belastung von 300 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Kostensenkungsmaßnahmen, einschließlich Stellenabbau. Im Januar hatte der Sportartikelhersteller angekündigt, etwa 775 Mitarbeiter oder 1 Prozent der Belegschaft zu entlassen. Der Kurs bewegt sich um 1,6 Prozent talwärts.
Guidewire Software hat seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr nach besser als erwarteten Ergebnissen für das zweite Quartal angehoben. Das Papier verteuert sich um 4,2 Prozent.
Nutex Health brechen um gut 12 Prozent ein. Der Betreiber von Gesundheitseinrichtungen hat eine Belastung in Höhe von 55 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Schiedsgerichtsansprüchen verbuchen müssen.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
DJIA 47.307,86 -1,4 -646,88 47.954,74
S&P-500 6.749,49 -1,2 -81,22 6.830,71
NASDAQ Comp 22.523,27 -1,0 -225,72 22.748,99
NASDAQ 100 24.788,79 -0,9 -231,62 25.020,41
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief
2 Jahre 3,55 -0,05 3,63 3,54
5 Jahre 3,71 -0,03 3,78 3,69
10 Jahre 4,13 -0,02 4,19 4,11
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 18:12
EUR/USD 1,1596 -0,1 -0,0011 1,1607 1,1578
EUR/JPY 182,84 -0,0 -0,0300 182,87 182,5300
EUR/CHF 0,9017 -0,5 -0,0046 0,9063 0,9057
EUR/GBP 0,8657 -0,4 -0,0032 0,8689 0,8691
USD/JPY 157,67 +0,1 0,1000 157,57 157,6400
GBP/USD 1,3392 +0,3 0,0037 1,3355 1,3317
USD/CNY 6,8965 +0,1 0,0053 6,8912 6,8912
USD/CNH 6,896 -0,3 -0,0208 6,9168 6,9126
AUS/USD 0,7014 +0,1 0,0008 0,7006 0,7002
Bitcoin/USD 68.353,58 -3,9 -2.788,63 71.142,21 71.158,74
ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
WTI/Nymex 90,52 +11,7 9,51 81,01
Brent/ICE 92,46 +8,3 7,05 85,41
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
Gold 5.134,52 +1,1 57,93 5.076,59
Silber 83,78 +2,0 1,61 82,17
Platin 2.133,43 +0,6 11,68 2.121,75
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/gos/cbr
(END) Dow Jones Newswires
March 06, 2026 12:34 ET (17:34 GMT)
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