Marc O. Schmidt-Kolumne

NVIDIA liefert den nächsten KI-Hammer

19.03.26 06:29 Uhr

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NVIDIA nutzt die GTC 2026, um fabelhafte Umsatzziele auszurufen. Die Reaktionen der Anleger bleiben zunächst verhalten. Hat inzwischen eine gewisse Müdigkeit rund um die Erfolgsmeldungen des KI-Darlings eingesetzt oder verstehen Investoren noch nicht ganz die Größe und Brillanz, die sich rund um den Spezialisten für Grafikprozessoren abspielt?

NVIDIA (WKN: 918422 / ISIN: US67066G1040) kann sich in diesen Tagen scheinbar auf den Kopf stellen, trotzdem schafft es der KI-Darling nicht, ausgeprägte Marktreaktionen auszulösen. Vor einigen Jahren, zu Beginn des Booms rund um die Künstliche Intelligenz, war dies noch ganz anders.

Starke Zahlen und Prognosen hauen niemanden vom Hocker

Einerseits haben sich Anleger inzwischen an die fabelhaften Prognosen des Spezialisten für Grafikprozessoren und anderer Branchenvertreter gewöhnt. Viele der positiven Aussichten sind zudem eingepreist. Trotz einer zwischenzeitlichen Kursschwäche kommt NVIDIA derzeit noch immer mit einer Marktkapitalisierung von rund 4,4 Billionen US-Dollar daher. Andererseits fragen sich Börsianer aber auch, ob sich die enormen KI-Investitionen für Hyperscaler und damit NVIDIA-Kunden irgendwann auszahlen werden oder ob diese lediglich die NVIDIA-Zahlen aufblähen.

So kam es, dass NVIDIA am 25. Februar starke Ergebnisse für das vierte Quartal (Ende Januar) des Fiskaljahres 2025/26 sowie eine erfreuliche Prognose für Q1 und das laufende Geschäftsjahr 2026/27 präsentierte, ohne dass Börsianer deshalb in Ektase verfallen wären. Auch der Beginn der hauseigenen Entwicklerkonferenz NVIDIA GTC im kalifornischen San Jose am 16. März 2026 mit der Keynote von CEO Jensen Huang vermochte es nicht, Begeisterung auszulösen. Dabei hatte Huang nichts unversucht gelassen.

Die Inferenz kommt

Auf der Keynote sagte Huang, er rechne damit, dass die Auftragsvolumina für Blackwell und Vera Rubin bis 2027 mehr als 1 Billion US-Dollar erreichen werden. Im vergangenen Jahr ging das Unternehmen von einem Umsatzpotenzial von 500 Mrd. US-Dollar für die beiden Chip-Technologien aus. Grund dafür ist die weiter boomende Nachfrage – laut Huang sowohl bei Start-ups als auch bei großen Unternehmen.

Im Hinblick auf die technischen Aspekte steht im Mittelpunkt der GTC die Verlagerung des Schwerpunkts der KI-Branche zunehmend auf die Modellinferenz und die physische Welt (Robotik und autonomes Fahren), weg vom Training. Das Zauberwort heißt hier Inferenz. Hierbei geht es in gewisser Weise für die KI-Systeme darum, das im Training Erlernte aktiv zu nutzen und das erlernte Wissen im Echtzeitbetrieb anzuwenden. Trotz der Chancen, die sich NVIDIA in diesem Bereich bieten, lauern auch Gefahren.

Der Boom im Bereich der Inferenz hat NVIDIA neue Wettbewerbsmöglichkeiten eröffnet – im Gegensatz zum Modelltraining, das nach wie vor von NVIDIAs GPUs dominiert wird, erfordert der Großteil der Inferenz keine derart teuren und leistungsstarken Chips. Hier kommt Groq ins Spiel. NVIDIA hatte das Startup Ende 2025 für 20 Mrd. US-Dollar übernommen. Dieses stellt Chips her, die für die Inferenz ausgelegt sind (Language-Processing-Architektur). Groq soll NVIDIA-GPUs in Rechenzentren ergänzen, indem es Inferenz-Workloads übernimmt. Konzernchef Huang geht davon aus, dass etwa 25 Prozent eines Rechenzentrums in Zukunft mit Groq bestückt sein sollten, der Rest mit GPUs.

NVIDIA bleibt „Top-KI-Favorit“

Analysten zeigten sich mit der GTC mehr als zufrieden. Vivek Arya, Analyst bei der Bank of America, behält als Reaktion seine „Buy“-Einschätzung und das Kursziel von 300,00 US-Dollar für NVIDIA bei. Auch bleibt der Spezialist für Grafikprozessoren der „Top-KI-Favorit“ des Experten. Zu den Höhepunkten gehöre die Umsatzprognose von über 1,0 Billionen US-Dollar im Rechenzentrumsbereich. Infolge der GTC sieht Arya eine anhaltende Führungsrolle von NVIDIA im KI-Bereich, gestützt durch die sich ausweitende Full-Stack-End-to-End-Pipeline, die intensive Zusammenarbeit bei der Produktentwicklung sowie die Lieferzuverlässigkeit.

Citigroup-Analyst Atif Malik sagt, dass die Keynote von NVIDIA-CEO Jensen Huang „alle Erwartungen erfüllt“ habe. Im Fall der Aktie werden das „Buy“-Rating und das Kursziel von 300,00 US-Dollar bestätigt. Der Analyst sieht einen Wendepunkt im Bereich der Inferenz und rechnet damit, dass der Umsatz im Rechenzentrumsbereich zwischen 2025 und 2027 1 Billion US-Dollar erreichen wird. Malik sagt, dies liege über der Schätzung der Wall Street von 950 Mrd. US-Dollar. Allerdings habe diese Zahl „ein Aufwärtspotenzial von mehreren zehn Milliarden“, da in den 1 Billion US-Dollar Sprachverarbeitungseinheiten, eigenständige Zentralprozessoren und Hopper-Umsätze nicht enthalten seien, argumentiert der Citi-Experte.

Mein Fazit

NVIDIA unterstreicht auf der GTC mit ambitionierten Umsatzprognosen sowie technologischen Fortschritten seine führende Rolle im KI-Sektor. Das Thema Inferenz sorgt für neue Wachstumsmöglichkeiten. Der KI-Darling hat damit noch immer viel zu bieten.

Wer als Anleger von den Wachstumsaussichten im Bereich Künstliche Intelligenz überzeugt ist und gleich auf einen Korb aus Branchenvertretern setzen möchte, sollte sich das Indexzertifikat (WKN: DA0ABW / ISIN: DE000DA0ABW6) auf den der Aktionär Künstliche Intelligenz Index einmal anschauen.

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18.03.2026NVIDIA OutperformBernstein Research
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10.01.2025NVIDIA HoldDeutsche Bank AG
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24.02.2017NVIDIA UnderperformBMO Capital Markets
23.02.2017NVIDIA ReduceInstinet
14.01.2016NVIDIA UnderweightBarclays Capital
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