20.01.2016 10:22

Zurich schockt mit Gewinnwarnung - Aktie bricht 8 Prozent ein

Massive Sonderbelastungen: Zurich schockt mit Gewinnwarnung - Aktie bricht 8 Prozent ein | Nachricht | finanzen.net
Massive Sonderbelastungen
Folgen
Naturkatastrophen, Kosten für den Sparkurs und Probleme in Deutschland haben den Schweizer Versicherer Zurich zum Jahresende stark belastet. Die Anleger zeigen sich entsetzt.
Werbung
Stürme und Hochwasser haben dem Versicherer Zurich das Jahresende 2015 vermasselt. Schwere Unwetter in Großbritannien und Nordirland und weitere Großschäden drückten den Bereich Schadenversicherung im vierten Quartal in die roten Zahlen. Hinzu kommt eine Abschreibung in der vom Zinstief gebeutelten deutschen Lebensversicherung. Nach dem Abgang des bisherigen Konzernchefs Martin Senn verschärft die Zurich-Spitze nun ihren Sparkurs. Doch auch dieser Schritt geht zunächst ins Geld und kostet fast eine halbe Milliarde Dollar, wie die Schweizer am Mittwoch in Zürich mitteilten.

Die Aktie des Allianz-Konkurrenten reagierte mit einem Kursrutsch auf die bereits zweite Gewinnwarnung für das abgelaufene Geschäftsjahr. Am Morgen verlor das Papier im Handel in Zürich 8,15 Prozent auf 226,60 Schweizer Franken. Angesichts der bisherigen Erwartungen von Experten könnte der Versicherer das vierte Quartal auch konzernweit mit roten Zahlen abgeschlossen haben. Von Bloomberg befragte Analysten hatten bisher mit einem Gewinn von rund 500 Millionen Dollar gerechnet. Zurich legt die komplette Jahresbilanz am 11. Februar vor.

Allein die Stürme "Desmond", "Eva" und "Frank" in Großbritannien schlugen bei Zurich im letzten Jahresviertel voraussichtlich mit rund 275 Millionen Dollar zu Buche. Die mit starken Regenfällen verbundenen Unwetter hatten in Teilen von Nordengland, Schottland und Irland schwere Überschwemmungen angerichtet. Hinzu kamen den Angaben zufolge weitere Naturkatastrophen, darunter ein Tornado in Australien. Auch insgesamt seien hohe Großschäden entstanden, hieß es - so ein teurer Fall in der Kredit- und Kautionsversicherung.

Zurich kämpft in der Schadenversicherung schon länger mit Problemen. Im dritten Quartal zogen zudem die folgenschweren Explosionen in der chinesischen Hafenstadt Tianjin und Wertberichtigungen im US-Autogeschäft die Sparte in die roten Zahlen. Das Management geht jedoch davon aus, dass sich die Lage im laufenden Jahr verbessert. So seien Schritte eingeleitet worden, um die Belastung durch Großschaden zu verringern.

Zudem will die Zurich-Führung nun ihr Effizienzprogramm verschärfen - vor allem in der Schadenversicherung. Details dazu will das Management bei der Vorlage der Jahresbilanz vorstellen und dabei auch einen Ausblick auf das laufende Jahr geben. Im vierten Quartal verbuchte das Unternehmen für das Programm bereits Sonderkosten von 475 US-Millionen Dollar (436 Mio Euro).

In der deutschen Lebensversicherung läuft es ebenfalls nicht rund: So schrieb Zurich im vierten Quartal 230 Millionen Dollar auf den im Jahr 2002 übernommenen Versicherer Deutscher Herold ab. Wie andere Versicherer auch kämpft Zurich hierzulande mit den anhaltenden Niedrigzinsen. Die hohen Zinsgarantien aus alten Lebens- und Rentenversicherungsverträgen sind an den Kapitalmärkten bei der Neuanlage nicht mehr zu erwirtschaften.

Die Führungsfrage bei dem Versicherer ist derweil noch ungeklärt. Der bisherige Konzernchef Martin Senn hatte Anfang Dezember nach sechs Jahren an der Konzernspitze seinen Rücktritt erklärt und das Unternehmen zum Jahreswechsel verlassen. Derzeit führt Verwaltungratschef Tom de Swaan das Unternehmen übergangsweise.

Senn hatte das laufende Sparprogramm bereits im Mai verschärft, um die hohen Kosten in den Griff zu bekommen. Analysten zeigten sich allerdings skeptisch, ob der Konzern das Ruder herumreißen kann. Nach bisherigen Angaben sollte der Umbau bis zum Jahr 2018 mindestens eine Milliarde Dollar einsparen. Im laufenden Jahr will das Management die bisher gesetzte Marke von 300 Millionen Dollar übertreffen.

ZÜRICH (dpa-AFX)

Bildquellen: Zurich Gruppe Deutschland

Nachrichten zu Zurich Insurance AG (Zürich)

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Zurich Insurance AG (Zürich)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
17.05.2021Zurich Insurance Sector PerformRBC Capital Markets
17.05.2021Zurich Insurance HoldDeutsche Bank AG
14.05.2021Zurich Insurance OutperformCredit Suisse Group
13.05.2021Zurich Insurance HoldDeutsche Bank AG
12.05.2021Zurich Insurance overweightJP Morgan Chase & Co.
14.05.2021Zurich Insurance OutperformCredit Suisse Group
12.05.2021Zurich Insurance overweightJP Morgan Chase & Co.
15.04.2021Zurich Insurance overweightMorgan Stanley
14.04.2021Zurich Insurance overweightJP Morgan Chase & Co.
30.03.2021Zurich Insurance overweightBarclays Capital
17.05.2021Zurich Insurance Sector PerformRBC Capital Markets
17.05.2021Zurich Insurance HoldDeutsche Bank AG
13.05.2021Zurich Insurance HoldDeutsche Bank AG
12.05.2021Zurich Insurance HoldJefferies & Company Inc.
21.04.2021Zurich Insurance Sector PerformRBC Capital Markets
02.02.2021Zurich Insurance UnderperformOddo BHF
08.11.2018Zurich Insurance SellSociété Générale Group S.A. (SG)
09.08.2018Zurich Insurance SellSociété Générale Group S.A. (SG)
13.02.2018Zurich Insurance SellSociété Générale Group S.A. (SG)
22.01.2018Zurich Insurance ReduceCommerzbank AG

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Zurich Insurance AG (Zürich) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Wall Street letztlich tiefer -- DAX schließt etwas schwächer -- Bayer mit Rückschlag in Glyphosat-Rechtsstreit -- VW erwägt Kooperation mit QuantumScape -- Sixt, Commerzbank, Vantage Towers im Fokus

Daimler holt Tausende Mitarbeiter wieder aus Kurzarbeit. Entwicklerkonferenz Google I/O beginnt als Online-Version. Twitter muss in Russland vorerst nicht mit Blockade rechnen. US-Gericht lehnt Novartis-Berufung bei Amgen-Blockbuster ab. Apple bringt Mehrkanal-Songs in Musikstreaming-Dienst. Facebook und Axel Springer vereinbaren globale Zusammenarbeit. thyssenkrupp will für Klimaschutz mehr Schrott in Hochöfen einsetzen.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

DAX 30: Die Gewinner und Verlierer im April 2021
Welche Aktie macht das Rennen?
Die größten Börsencrashs
Die größten Krisen an den Finanzmärkten
Rohstoffe: Die Gewinner und Verlierer im April 2021
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Die zehn größten Übernahmen
Wer legte für wen das meiste Geld auf den Tisch?
Die erfolgreichsten Filme aller Zeiten (Stand März 2021)
Welcher Blockbuster spielte den größten Umsatz aller Zeiten ein?
mehr Top Rankings

Umfrage

Wenn morgen Bundestagswahl wäre, wen würden Sie wählen?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln