21.09.2020 22:00

Drittanbieter mit Wucherpreisen auf Amazon

Pandemie ausgenutzt?: Drittanbieter mit Wucherpreisen auf Amazon | Nachricht | finanzen.net
Pandemie ausgenutzt?
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Drittanbieter von Amazon sehen sich aktuell schweren Vorwürfen gegenüber, die Marktmacht des Onlinehändlers während der Corona-Krise ausgenutzt zu haben. Der Konzern selber weist allerdings jegliche Schuld von sich - nichtsdestotrotz verurteilen Verbraucherschützer den Onlinehändler deutlich.
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• Angeblich Wucherpreise bei Amazon
• Hat Amazon die Pandemie zur eigenen Bereicherung ausgenutzt?
• Amazon weist Schuld von sich

Kartellamt ermittelt gegen Amazon

Eine Gruppe von Kartellwächtern und Verbraucherschützern aus den USA wirft dem Onlinehändler Amazon vor, während des Pandemie-bedingten Lockdowns Wucherpreise von Drittanbietern für bestimmte Artikel zugelassen zu haben. Auf der anderen Seite soll das Unternehmen von Jeff Bezos die hohen Preise von Drittanbietern in Deutschland nicht ordnungsgemäß reguliert haben.

Zu den betroffenen Artikeln gehörten offenbar besonders nachgefragte Produkte wie Mund-Nasen-Masken, Desinfektionsmittel, Toilettenpapier und andere Papiertücher. Laut einem Bericht der Non-Profit-Organisation Public Citizen habe Amazon eigene Produkte dieser Kategorie mit Preisaufschlägen von 76 Prozent bis 1.000 Prozent angeboten, während diverse Produkte von Drittanbietern laut Public Citizen mit Aufschlägen zwischen 225 Prozent und 941 Prozent über den Onlinehändler vertrieben wurden.

Auch in Deutschland prüft das Kartellamt vorläufig - allerdings nur, inwieweit Amazon die Preissetzung der Drittanbieter zu sehr reguliert haben könnte. Kartellamtspräsident Andreas Mundt äußerte sich bezüglich der Ermittlungen gegenüber der FAZ wie folgt: "Wir untersuchen derzeit, ob und wie Amazon die Preissetzung der Händler auf dem Marketplace beeinflusst. […] Amazon darf kein Preiskontrolleuer sein. Das gilt auch jetzt". Bislang seien jedoch keine formellen Vergehen festgestellt worden, ergänzte Mundt.

Public Citizen mit schweren Vorwürfen

In den USA schallen die Vorwürfe lauter. Alex Harman, Autor des Public-Citizen-Berichts, schlägt gegenüber Fox Business bereits harsche Töne an und wirft dem Konzern vor, er habe die Gesellschaft sowie die Politik hinsichtlich der Preiserhöhungen getäuscht. "Amazon hat Drittanbieter öffentlich beschuldigt, die Preise erhöht zu haben, aber währenddessen selbst die Preise für die eigenen Produkte angehoben und so den Verkäufern erlaubt, ihre Preise ebenfalls anzuheben", so Harman.

Gegenüber CBC News wies der Onlinehändler jegliche Schuld von sich und beteuerte, man wünsche sich ein Gesetz, welches das unverhältnismäßige Erhöhen von Preisen effektiv unterbinde. "Auf Amazon ist kein Platz für Wucher und dazu gehören auch die Produkte, die direkt von Amazon angeboten werden. Unser System ist darauf ausgerichtet, unseren Kunden die besten verfügbaren Online-Preise anzubieten, und wenn wir hier einen Fehler entdecken, arbeiten wir schnell daran, diesen wieder zu beheben. Unsere Teams entfernen proaktiv Angebote, die gegen unsere Richtlinien verstoßen, sie haben bereits mehr als eine Million Angebote entfernt. Unsere Kunden erwarten, niedrige Preise in unserem Store zu finden, und wir arbeiten intensiv daran, jeden Tag für alle Kunden den besten verfügbaren Preis für Hunderte von Millionen von Produkten in unserem Store zu bieten.", äußerte sich ein Amazon-Sprecher gegenüber CBC.

Amazon sieht keine Schuld

Auch wenn Amazon jegliche Schuld von sich weist, stellt die Untersuchung von Global Citizen in den USA heraus, dass stark nachgefragte Waren zu hohen Preisen vertrieben wurden. Wie der Citizen-Report darstellt, wurden Packungen mit 50 Masken mit einer Preiserhöhung von 1.000 Prozent angeboten, als der Bedarf am größten war. Desinfizierende Handseife wurde zu einem 470 Prozent höheren Preis verkauft und Einmalhandschuhe mit einem Aufschlag von 336 Prozent.

Inwiefern Amazon für dieses Verhalten gerade stehen muss, bleibt abzuwarten. Der Onlinehändler selbst hat zumindest die beteiligten Drittanbieter von der Plattform ausgeschlossen. So wurden durch Amazon bereits insgesamt 4.000 Verkäufer gebannt.

Nichtsdestotrotz sei Amazon kein Opfer in diesem Wucher-Skandal, sondern ein Täter, so Harman. "Wucher ist eine heimtückische Ausbeutung von denjenigen, die am verletzlichsten sind, vor allem während eines nationalen Notfalls. Es gibt keine Entschuldigung für Amazon, sich als eines der größten und erfolgreichsten Unternehmen der Geschichte an verletzlichen, verängstigten Verbrauchern zu bereichern", so Harman

Henry Ely / Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Jonathan Weiss / Shutterstock.com, Twin Design / Shutterstock.com

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