ROUNDUP: Bechtle kann auch im Schlussquartal punkten - Aber Ausblick belastet
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NECKARSULM (dpa-AFX) - Der IT-Dienstleister Bechtle sein Geschäft Ende 2025 deutlich ausgeweitet und setzt damit den Aufschwung nach längerer Durststrecke fort. Der Umsatz legte im Gesamtjahr um rund 2 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro zu, wie das MDax-Unternehmen (MDAX) am Freitag in Neckarsulm überraschend auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Der Vorsteuergewinn lag bei rund 324 Millionen Euro und damit etwa 6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bechtle hatte wegen der schwachen Konjunktur lange unter der Zurückhaltung der Kunden aus dem Mittelstand und von Behörden gelitten. Der Vorstand zeigte sich für die weitere Entwicklung zuversichtlich, aber auch vorsichtig. Für die Bechtle-Aktie ging es deutlich abwärts.
Das Papier gab am Vormittag um gut 8 Prozent auf 38,56 Euro nach. Damit liegt der Kurs wieder auf dem Niveau von Mitte November, bevor Nachrichten über öffentliche Aufträge bei den Anlegern für Erleichterung gesorgt hatten. Das vierte Quartal sei gut verlaufen, doch der Ausblick wiege schwer, schrieb UBS-Analyst Christopher Tong. Martin Comtesse von Jefferies schrieb, nach der Verabschiedung es Haushalts im Bund im September hätten Abrufe innerhalb von Rahmenverträgen durch öffentliche Kunden Schub gegeben.
"Wir gehen auch für 2026 davon aus, dass sich Bechtle positiv entwickeln wird, wenngleich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen herausfordernd bleiben", sagte Vorstandschef Thomas Olemotz laut Mitteilung. "Insbesondere die zum Teil deutlichen Preiserhöhungen der Hersteller und mögliche Lieferschwierigkeiten könnten sich im weiteren Jahresverlauf belastend auswirken", sagte er.
Bechtle rüstet Kunden mit PCs und Netzwerkgeräten aus und vertreibt auch selbst Hardware über den eigenen Onlinehandel. Zuletzt sind hauptsächlich die Preise für Speicherchips stark gestiegen, weil sie im Zuge des Ausbaus von Rechenzentren und Infrastruktur für Künstliche Intelligenz knapp geworden sind und auf Sicht wohl auch bleiben. Experte Comtesse vermutet, dass Kunden mit Blick auf steigende Hardwarepreise auch Käufe vorgezogen haben. Dies habe das Geschäft im vierten Quartal angeschoben.
Das Geschäftsvolumen von Bechtle stieg den Angaben zufolge im Gesamtjahr um rund 8 Prozent auf fast 8,6 Milliarden Euro. Bechtle darf sich Softwareverkäufe nicht komplett als Umsatz anrechnen, weist diese aber in der Kennzahl Geschäftsvolumen voll aus. Im vierten Quartal allein habe das Geschäftsvolumen um über 16 Prozent angezogen. Das Vorsteuerergebnis kletterte in den letzten drei Monaten um über ein Fünftel auf 121 Millionen Euro, das sei ein Rekordwert.
Bechtle will seine detaillierten Jahreszahlen am 20. März vorlegen./men/lew/stw
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