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25.08.2010 12:30

Gefallene US-Börsenstars im Angebot

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Playboy-Chef Hugh Hefner will sein Imperium von der Börse nehmen. Andere Unternehmen bieten sich selbst zum Verkauf an. Wo Anleger genau hinschauen sollten und wo mitverdienen können.
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von Tim Schäfer, Euro am Sonntag

In der Börsensendung „Fast Money“ fällt CNBC-Moderatorin Melissa Lee gern mit drastischen Worten auf. Wenn sich ein Unternehmen selbst zum Verkauf stellt, witzelt Lee: „Auf dem Hackklotz landete heute …“ In der allabendlichen Sendung folgen auf Lees Schlachtruf in der Regel hämische Kommentare der fünf Profi-Trader, die Dauergäste in der Show sind. Dabei ist die Situation der Firmen, die besprochen werden, alles andere als witzig. In den vergangenen Wochen landeten et­liche angeschlagene Konzerne unter dem Hammer. Der Biotechriese Genzyme, der an Produktionsproblemen laboriert, sucht einen finanzkräftigen Partner. Sanofi-Aventis signalisierte bereits Interesse, die Gespräche laufen.

Restaurantketten, die unter der Sparwelle der Konsumenten leiden, darunter California Pizza Kitchen oder Benihana, strecken ebenfalls ihre Fühler aus. Zuletzt stellten sich auch der Erotikkonzern Playboy und die Buchhandelskette Barnes & Noble (B & N) zum Verkauf. Man suche nach „strategischen Alternativen inklusive eines möglichen Verkaufs“, teilte Barnes & Noble Anfang August mit. Chairman und Gründer ­Leonard Riggio brachte sich dabei auch selbst als Aufkäufer ins Spiel. Er und seine Familie kontrollieren 33 Prozent des Grundkapitals. Aber Riggios Rolle als Chairman und gleichzeitig potenzieller Käufer ist sehr umstritten. Denn als Oberaufseher muss der 69-Jährige die beste Offerte für seine Aktionäre ausloten. Als Bieter hat er hingegen Interesse daran, so wenig wie nur möglich für das Objekt seiner Begierde zu zahlen.

Angesichts dieser Ausgangslage ist ein erbitterter Machtkampf mit anderen Aktionären entbrannt, allen voran Roland Burkle. Der Milliardär hält über seine Firma Yucapia 19 Prozent der Anteile und peilt 30 Prozent an. Doch der Verwaltungsrat hält mit einer Giftpille dagegen: Neuerdings brauchen alle Investoren, die sich mehr als 20 Prozent der Aktien unter den Nagel reißen wollen, die Zustimmung des Kontrollgremiums.


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B & N will nun eine Verkaufsauktion starten. Ein Komitee und ein unabhängiger Rechtsberater sind bestellt, um den Verkaufsprozess zu begleiten. Der Ausgang ist völlig offen. Eines jedoch ist klar: Das Säbelrasseln sorgt unter den Kunden für Unsicherheit – einige wanderten schon zur Konkurrenz ab. Bei der Nummer 2, Borders, sieht die finanzielle Lage indes noch schlimmer aus. Der Konzern wurde schon als Pleitekandidat gehandelt. Die Borders-Aktie war im Dezember 2008 auf 35 Cent abgestürzt. Mittlerweile konnte sich der Kurs nach einer Umschuldung auf 1,27 Dollar erholen. Doch bleiben die Aussichten trübe.

Die „New York Times“ mutmaßte, dass Riggio B & N lediglich aus taktischen Gründen zum Verkauf angeboten habe, um seine Kritiker bloßzustellen, die möglicherweise gar nicht an einer Komplettübernahme interessiert seien. Aufgrund des Auk­tionsverfahrens würden sich jetzt die wahren Interessenten bekennen müssen. Das „Wall Street Journal“ munkelte, dass Private-Equity-Firmen wie Blackstone, Apollo Management oder Advent International unter den Bietern sein könnten.

Im Geschäftsjahr 2009/10 (endete im Mai) setzten die 40.000 B & N-Mitarbeiter in den 1357 Filialen 5,8 Milliarden Dollar um. Unterm Strich blieben lediglich 36 Millionen Dollar Gewinn hängen. Selbst in den vergangenen Monaten zeichnete sich trotz der Schließung unrentabler ­Filialen keine Besserung ab. Grund: Die Entwicklung eines E-Readers ­belastete die ohnehin ramponierte Marge. Vor drei Jahre klingelten noch 135 Millionen nach Steuern in der Kasse. Amazon und Apple nehmen dem Riesen mit eigenen Angeboten die Butter vom Brot.

Außerdem plant Google, einen Onlinebuchladen zu eröffnen. Auf die Börsenwaage bringt das 1986 gegründete Buchimperium B & N nur 909 Millionen Dollar, bei Nettoschulden von 432 Millionen. Yucapia-Chef Burkle hatte seine Aktienposition Ende April und Anfang Mai zu Kursen zwischen 21 und 22 Dollar aufgestockt. Aktuell dümpelt die Notiz bei 15,41 Dollar. Nach dem Kursverfall billigt die Wall Street dem Unternehmen je Dollar Umsatz nur 15 Cent Börsenwert zu. Das liegt leicht unter dem ausgewiesenen Eigen­kapital. Riggio betonte am Dienstag, er glaube „weiterhin, dass die B & N-Aktie unterbewertet ist“.

Bei Playboy schrumpft das Geschäft noch dramatischer. Innerhalb von drei Jahren sank der Umsatz von 339 auf 240 Millionen Dollar. Gewinn gab’s zuletzt 2007 . Seither laufen Horrorverluste auf. Im zweiten Quartal summierte sich das Minus auf 5,4 Millionen Dollar. Um zehn Prozent sank der Quartalsumsatz. Der Häschenbetrieb sah sich gezwun­gen, die Auflage seines Flaggschiffs „Playboy“ um 34 Prozent auf 1,63 Millionen Exemplare zu kürzen, um die Kosten zu senken. Die Konkurrenz aus dem Internet macht den Bunnys zu schaffen.

Um dem Trauerspiel ein Ende zu bereiten, legte Playboy-Patriarch Hefner am 9. Juli ein Übernahme­angebot für 5,50 Dollar je Aktie vor. Der 84-Jährige will die Gesellschaft von der Börse nehmen. Das Imperium hatte er 1953 gegründet. Ob der alte Herr den Auflagenschwund stoppen kann, ist zweifelhaft. Immerhin gelang ihm ein Achtungserfolg: Die Lizenzerlöse kletterten im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 12,4 Millionen Dollar. Mit Kleidungsherstellern, Kasinos und Diskotheken ging er Kooperationen ein, um die sinkenden Magazinerlöse aufzufangen.

Trotz Auflagenmi(e)sere presch-te der „Penthouse“-Eigner FriendFinder Networks ein paar Tage später mit einer Gegenofferte von 6,25 Dollar je Anteilschein vor. Playboy gründete ein Komitee, um Hefners Angebot zu prüfen. Nur rund 30 Prozent des Grundkapitals befinden sich im Streubesitz. Während Hefners Angebot das Unternehmen mit 185 Mil­lionen Dollar bewertet, kommt die Offerte des Widersachers auf immerhin 210 Millionen Dollar.

Ob der alte Hase allerdings zustimmt, sein 70-Prozent-Paket der stimmberechtigten A-Aktien an den Rivalen zu veräußern, ist völlig offen. Per Twitter verkündete Hefner: „Mein Vorhaben, Playboy von der Börse zu nehmen, hat verrückte Gerüchte ausgelöst. Playboy steht nicht zum Verkauf. Ich kaufe und werde nicht verkaufen.“ Hefner zog auch gegen den Erzrivalen vom Leder: „Pent­house geht es nur um Aufmerksamkeit. Die sind nicht ernsthaft interessiert.“ Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass Hefner, der bevorzugt im roten Satinbademantel von jungen Blondinen umgeben in der Öffentlichkeit erscheint, seine Firma komplett übernehmen wird. Für Anleger war das nix. Zum Börsengang 1999 kostete die Aktie 32 Dollar, jetzt liegt Kurs bei knapp fünf Dollar.

Auch um die Elektronikkette RadioShack ranken sich Übernahme­gerüchte. Übersetzt bedeutet der Firmenname so viel wie „Radiohütte“. Als potenzieller Käufer gilt Best Buy. Mit einem Börsenwert von derzeit knapp 14 Milliarden Dollar könnte der Branchenprimus den kleinen ­Widersacher mit einem Marktwert von lediglich 2,4 Milliarden locker schlucken.

Beteiligungsfirmen gelten ebenfalls als interessiert. In seinen 4476 Filialen vertickert RadioShack Elektronik von Handys über Digitalkameras bis hin zu Navigationsgeräten, Kabeln und Batterien. Aber die Läden wirken veraltet.

RadioShack leidet unter Discountern wie Wal-Mart und dem Internet. Seit Jahren stagnieren Umsatz und Gewinn. Im vergangenen Jahr verdiente die Kette bei 4,2 Milliarden Dollar Umsatz 205 Millionen. Best Buy baut hingegen seinen Marktanteil immer weiter aus, aktuell beträgt er 22 Prozent. Ein bisschen RadioShack würde da nicht schaden.

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