finanzen.net
11.05.2020 08:42

Allianz: Navigieren im Orkan - Coronavirus erwischt den Versicherer an vielen Fronten gleichzeitig

Vor Zahlenvorlage: Allianz: Navigieren im Orkan - Coronavirus erwischt den Versicherer an vielen Fronten gleichzeitig | Nachricht | finanzen.net
Vor Zahlenvorlage
Folgen
Seit fünf Jahren steuert Allianz-Chef Oliver Bäte Europas größten Versicherer - und hat die Gewinne stetig nach oben getrieben.
Werbung
Doch die Corona-Krise wirbelt auch bei dem Münchner DAX-Konzern einiges durcheinander. Von seinem Gewinnziel für 2020 hat sich der Vorstand verabschiedet. Eine millimetergenaue Punktlandung in einem Orkan könne die Allianz beim besten Willen nicht versprechen, erklärte Bäte bei der Online-Hauptversammlung vergangene Woche.

DAS IST LOS BEI DER ALLIANZ:

Wenn die Allianz am Dienstag (12. Mai) ihren Bericht über das erste Quartal vorlegt, sind die wichtigsten Botschaften schon bekannt. Wegen der aktuellen "pandemiebedingten Unsicherheiten für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung" und aktualisierter Planzahlen kassierte das Management sein erst im Februar ausgegebenes Ziel, in diesem Jahr einen operativen Gewinn von 11,5 bis 12,5 Milliarden Euro zu erreichen.

Bisher ist Bätes Bilanz glänzend. Seit seinem Antritt an der Konzernspitze trieb er den operativen Gewinn des Konzerns - langsam, aber stetig - von 10,7 Milliarden im Jahr 2015 bis auf knapp 11,9 Milliarden im Jahr 2019 nach oben. Selbst 2017, im schweren Naturkatastrophenjahr für die globale Versicherungsbranche, gelang der Allianz eine leichte Steigerung. Unter Bätes Führung hatte sich der Konzern aus der Absicherung von Naturkatastrophenrisiken ein gutes Stück zurückgezogen.

Doch die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus erwischt auch die Allianz an vielen Fronten. Den Turbulenzen an den Kapitalmärkten kann sie sich mit der von ihr und ihren Fondsgesellschaften verwalteten Billionensumme nicht entziehen. Ob der massenhafte Ausfall von Großveranstaltungen, die wochenlange Schließung von Betrieben oder erhöhte Todesfallraten in der Lebensversicherung: Unternehmen wie die Allianz sind dafür da, Menschen und Unternehmen gegen solche Risiken zu versichern - und haben dafür im Zweifel hohe Prämien kassiert.

Im ersten Quartal bekam der Konzern die Auswirkungen bereits zu spüren. Den Eckdaten zufolge, die die Allianz Ende April vorab veröffentlichte, fiel der operative Gewinn mit 2,3 Milliarden Euro 23 Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor. Der Überschuss sackte um rund 30 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro ab. Ob diese Entwicklung im Rest des Jahres so weitergeht, wagte der Vorstand nicht zu sagen. Ein neues Gewinnziel will er erst veröffentlichen, wenn er seine Planungen überarbeitet hat.

Finanziell sieht sich die Allianz für die Turbulenzen allerdings gut gerüstet. Bei der im Internet durchgeführten Hauptversammlung stimmten die Aktionäre vergangene Woche wie erwartet dafür, die Dividende für 2020 auf 9,60 Euro je Aktie zu erhöhen. Zudem will die Allianz im Gegensatz zu ihrer Münchner Nachbarin, dem Rückversicherer Munich Re, auch weiterhin eigene Aktien zurückkaufen.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Der Aktienkurs des Versicherungskonzerns ist seit Februar voll in den Abwärtsstrudel an den Börsen geraten. So gehört das Allianz-Papier bisher zu den größten Verlierern unter den deutschen Standardwerten im Corona-Crash, der die Aktienmärkte seit 24. Februar im Griff hat. Noch bis 21. Februar hatte das Papier seinen Höhenflug der vergangenen Jahre bis auf 232,60 Euro fortgesetzt. Zum Vergleich: während der Weltfinanzkrise 2008/09 war der Kurs bis auf fast 45 Euro eingebrochen.

Im Zuge des Corona-Crashs ging es zwar nicht ganz so weit nach unten, mit rund 117 Euro Mitte März kosteten die Papiere aber nur noch weniger als halb so viel wie vor dem Börsenbeben. Seither konnte sich der Kurs zumindest ein Stück weit erholen. Zuletzt wurde das Papier zu rund 157 Euro gehandelt und damit rund ein Drittel unter Vor-Corona-Mehrjahreshoch.

Mit einem Börsenwert von zuletzt rund 66 Milliarden Euro gehört der Allianz-Konzern aber immer noch zu den Schwergewichten im deutschen Leitindex Dax.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Branchenexperten sind der Allianz-Aktie überwiegend zugetan. Von den elf im dpa-AFX-Analyser erfassten Analysten, die ihre Einschätzung seit Ende März aktualisiert haben, empfehlen sieben das Papier zum Kauf. Drei tendieren mit der Empfehlung "Halten" dazu, lieber abzuwarten, nur Gordon Aitken vom Analysehaus RBC rät zum Verkauf der Allianz-Titel.

Allerdings hat sich ein wesentliches Argument für sein Votum inzwischen vorerst erledigt: Er hatte gefürchtet, dass sich die Allianz der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa beugen und die Dividende streichen könnte - was aber nicht passiert ist. Zusammen mit Branchenexperte Johnny Vo von der US-Bank Goldman Sachs hat Aitken mit 165 Euro auch das niedrigste Kursziel für die Allianz-Aktie auf dem Zettel. Vo hatte mit einer Kürzung der Dividende gerechnet.

Am optimistischsten schätzt UBS-Analyst Johny Urwin die Zukunft der Allianz-Aktie ein. Zwar senkte er sein Kursziel von 255 auf 235 Euro, nachdem die Konzernführung ihr Gewinnziel für 2020 gestrichen hatte. Das erste Quartal des Versicherungskonzerns ist aus seiner Sicht allerdings wohl im Rahmen der Erwartungen verlaufen. Er sieht den Versicherer gut genug aufgestellt, um die Viruskrise zu meistern.

Im Schnitt schreiben die Analysten der Allianz-Aktie absehbar einen Kursanstieg auf rund 204 Euro zu. Das wäre aus jetziger Sicht ein Zuwachs von rund 30 Prozent.

MÜNCHEN (dpa-AFX)

Werbung

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
Mini Future Short auf AllianzJM77QZ
Open End Turbo Call Optionsschein auf AllianzJC1GZT
Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: JM77QZ, JC1GZT. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise** zu dieser Werbung.
Bildquellen: gary718 / Shutterstock.com

Nachrichten zu Allianz

  • Relevant
    4
  • Alle
    6
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Allianz

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
10.07.2020Allianz overweightJP Morgan Chase & Co.
24.06.2020Allianz kaufenDZ BANK
12.06.2020Allianz UnderperformRBC Capital Markets
11.06.2020Allianz Equal weightBarclays Capital
09.06.2020Allianz kaufenDZ BANK
10.07.2020Allianz overweightJP Morgan Chase & Co.
24.06.2020Allianz kaufenDZ BANK
09.06.2020Allianz kaufenDZ BANK
03.06.2020Allianz buyUBS AG
19.05.2020Allianz buyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
11.06.2020Allianz Equal weightBarclays Capital
05.06.2020Allianz NeutralGoldman Sachs Group Inc.
27.05.2020Allianz Equal-WeightMorgan Stanley
15.05.2020Allianz NeutralGoldman Sachs Group Inc.
12.05.2020Allianz Equal weightBarclays Capital
12.06.2020Allianz UnderperformRBC Capital Markets
08.06.2020Allianz UnderperformRBC Capital Markets
27.05.2020Allianz UnderperformRBC Capital Markets
12.05.2020Allianz UnderperformRBC Capital Markets
03.04.2020Allianz UnderperformRBC Capital Markets

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Allianz nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX muss Federn lassen -- Dow stabil -- JPMorgan-Gewinn bricht ein -- Wirecard: Verdacht auf Insiderhandel -- Wells fargo, Citi, HelloFresh, Gerresheimer, Continental, BCM, Grammer im Fokus

Tesla darf laut Gerichtsurteil nicht mehr mit 'Autopilot' werben. Travelers erwartet Verlust im zweiten Quartal. Sky baut Angebot weiter um. Delta mit Milliardenverlust. EU-Gericht entscheidet über Milliarden-Steuernachzahlung für Apple. Großbritannien in der Klemme: Neue Corona-Welle und Brexit-Folgen. ZEW-Index sinkt. Clariant und Co.: Wettbewerbshüter verhängen Millionenstrafe gegen Einkaufskartell.

Umfrage

Der Mieterbund hat einen bundesweiten Mietenstopp gefordert. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
TeslaA1CX3T
BioNTech SE (spons. ADRs)A2PSR2
NEL ASAA0B733
Wirecard AG747206
Ballard Power Inc.A0RENB
Amazon906866
Deutsche Bank AG514000
NIOA2N4PB
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
Plug Power Inc.A1JA81
BayerBAY001
Lufthansa AG823212
Infineon AG623100