Fallender Dollar

Eurokurs legt zu - Türkische Lira wieder unter Druck

11.05.18 16:50 Uhr

Eurokurs legt zu - Türkische Lira wieder unter Druck | finanzen.net

Der Euro hat am Freitag an seine Vortagesgewinne angeknüpft und etwas zugelegt.

Werte in diesem Artikel
Devisen

0,1221 EUR 0,0000 EUR -0,03%

8,1926 CNY 0,0019 CNY 0,02%

0,8634 GBP 0,0007 GBP 0,07%

9,2250 HKD 0,0142 HKD 0,15%

183,8300 JPY 0,4200 JPY 0,23%

51,3595 TRY 0,1039 TRY 0,20%

1,1807 USD 0,0015 USD 0,13%

1,1582 EUR -0,0009 EUR -0,07%

0,0054 EUR 0,0000 EUR -0,20%

0,2794 TRY 0,0000 TRY -0,01%

0,8469 EUR -0,0013 EUR -0,15%

Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1950 US-Dollar und damit einen halben Cent mehr als im Tagestief. Unter erheblichem Druck stand dagegen abermals die türkische Lira. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1934 (Donnerstag 1,1878) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8379 (0,8418) Euro.

Ausgangspunkt der Euro-Gewinne war ein auf breiter Front fallender US-Dollar. Damit knüpfte die amerikanische Währung an ihre etwas schwächere Entwicklung in den vergangenen Tagen an, nachdem sie in den Wochen zuvor erheblich zugelegt hatte. Auslöser dieser Entwicklung waren spürbar steigende Kapitalmarktzinsen in den USA gewesen, die den Dollar als Anlageobjekt lukrativer machen. Hintergrund sind das robuste Wachstum der US-Wirtschaft und steigende Inflationserwartungen.

Erhebliche Kursverluste von fast zwei Prozent gegenüber dem Dollar musste am Freitag dagegen die türkische Lira einstecken. Beobachter begründeten die Verluste mit Äußerungen von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. "Devisenspekulanten, die Zinslobby und Feinde der Türkei unter dem Deckmantel von Ratingagenturen sind unsere Sache nicht", sagte Erdogan in Ankara vor Unternehmensvertretern. Die Türkei müsse die Zinsen senken, weil sie die "Mutter allen Übels" und Grund für Inflation seien.

Ökonomen zweifeln diese seit längerem bekannte Sichtweise Erdogans nahezu geschlossen an, weil sie den grundlegenden Vorstellungen der Volkswirtschaftslehre widerspricht. Die Türkei zählt aktuell zu den Schwellenländern, die am stärksten von Kapitalabzug professioneller Investoren wie Hedgefonds betroffen sind. Grund dieses Kapitalabzugs sind die steigenden US-Zinsen, die Anleger dazu veranlassen, Gelder in die USA umzulenken.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88000 (0,87810) britische Pfund, 130,44 (130,22) japanische Yen und 1,1933 (1,1908) Schweizer Franken fest. Eine Feinunze Gold kostete am Freitagnachmittag im freien Handel 1322 Dollar. Gefixt wurde die Feinunze Gold in London zuletzt am Donnerstag mit 1318,80 (Mittwoch: 1313,85) Dollar.

/bgf/jsl/he

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: filmfoto / Shutterstock.com, evp82 / Shutterstock.com