Krypto-Evolution

Studie stellt fest: Bitcoin beherrscht nicht den Kryptomarkt

22.11.17 09:38 Uhr

Studie stellt fest: Bitcoin beherrscht nicht den Kryptomarkt | finanzen.net

In einer umfassenden Studie des Kryptowährungsmarktes hat die Royal Society das Verhalten von 1.469 Kryptowährungen analysiert. Das Ergebnis wirft kein gutes Licht auf den Bitcoin-Hype.

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Devisen

61.330,0399 CHF 206,8462 CHF 0,34%

66.825,9477 EUR 185,9598 EUR 0,28%

57.720,0397 GBP 169,0598 GBP 0,29%

12.308.511,7873 JPY 34.251,4991 JPY 0,28%

78.360,7247 USD 218,0582 USD 0,28%

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1.692,9895 GBP 4,3696 GBP 0,26%

361.021,5988 JPY 878,9837 JPY 0,24%

2.298,4025 USD 5,5959 USD 0,24%

1,0850 CHF 0,0023 CHF 0,21%

1,1822 EUR 0,0018 EUR 0,15%

1,0211 GBP 0,0017 GBP 0,16%

217,7521 JPY 0,3266 JPY 0,15%

1,3863 USD 0,0021 USD 0,15%

43,4731 CHF 0,1415 CHF 0,33%

47,3688 EUR 0,1262 EUR 0,27%

40,9142 GBP 0,1150 GBP 0,28%

8.724,7506 JPY 23,2518 JPY 0,27%

55,5451 USD 0,1480 USD 0,27%

354,1272 CHF 1,8907 CHF 0,54%

385,8612 EUR 1,8329 EUR 0,48%

333,2826 GBP 1,6318 GBP 0,49%

71.070,8552 JPY 337,6063 JPY 0,48%

Die Royal Society, eine 1660 gegründete, britische Gesellschaft, die den Status als nationale Akademie für Naturwissenschaften des Vereinigten Königreiches inne hat, kann mit überraschenden Erkenntnissen zum Bitcoin aufwarten. Im Rahmen einer Studie wurde das so genannte Wright-Fisher-Modell, ein Evolutions-Modell für endliche Populationen, auf den Kryptowährungsmarkt angewandt - mit durchaus erstaunlichem Ausgang.

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Studie belegt: Sinkender Bitcoin-Marktanteil

Vom 28. April 2013 bis zum 13. Mai 2017 untersuchten die Mitarbeiter der Forschungsstudie das Verhalten und die Entwicklung des Kryptowährungsmarktes, der 1.469 Kryptowährungen, davon 600 aktive, umfasst. Sie stellten fest, dass der Marktanteil des Marktführers Bitcoin in den letzten vier Jahren zurückging, obwohl die gesamte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen sich zwischen Mai 2016 und Mai 2017 vervierfachte. In der Studie wird auf Basis eines Modells angenommen, dass der Marktanteil des Bitcoin extremen Schwankungen unterliegt und sich bis 2025 sogar halbieren könnte - auch wenn der aktuelle Trend etwas anderes zeigt.
Des Weiteren wurde in einem Modell bewiesen, dass die Top Fünf der Kryptowährungen - den Bitcoin ausgenommen - eine exponentiell steigende Marktkapitalisierung aufweisen. Inzwischen machen diese fünf Bitcoin-rivalisierenden Internetwährungen 20 Prozent des Kryptowährungsmarktes aus. Bei diesen Währungen handelt es sich aktuell beispielsweise um Ethereum, Ripple und den Litecoin. Der Bitcoin konkurriert also mit immer stärkerer Konkurrenz, die zudem mit teils verbesserter Technologie aufwarten kann.

Starke Konkurrenzsituation

Durchschnittlich erscheinen pro Woche etwa sieben Kryptowährungen neu auf dem Markt - ebenso viele verschwinden im gleichen Zeitraum. Während der Bitcoin seit geraumer Zeit dauerhaft den ersten Rang belegt, wurden die folgenden fünf Plätze von 33 verschiedenen Kryptowährungen eingenommen - jeweils unterschiedlich lang. Je niedriger der Marktanteil und damit die Platzierung einer Digitwälwährung war, desto kürzer konnte diese ihre Position innerhalb des Marktes verteidigen. Im Rahmen der Studie stellten die Wissenschaftler daher fest, dass keine Digitalwährung einer anderen deutlich überlegen war. Anleger investierten ihr Geld unabhängig vom technologischen Stand eines digitalen Tokens vorrangig in Währungen, die anderen in Sachen Marktanteil überlegen waren.

Ergebnis der Studie

Dr. Andrea Baronchelli, ein Mitautor der Studie, stellt zusammenfassend fest, dass Anleger den Bitcoin nicht wegen seiner Technologie, sondern allein seines Marktanteils als Investition wählen - und das obwohl dieser an Bedeutung verloren habe. Dass der Bitcoin sich an der Spitze behaupten kann, führen die Autoren der Studie nicht auf die Überlegenheit seiner Blockchain zurück, sondern leiten seine Vormachtstellung einzig und allein aus der Tatsache ab, dass er die erste Kryptowährung auf dem Markt war. Die Autoren der Forschungsstudie gaben auch einen Ausblick für die Zukunft des Internetgeldes: "Bitcoin beherrscht derzeit den Markt, aber seine führende Position wird sowohl durch technische Bedenken als auch durch die technologischen Verbesserungen anderer Kryptowährungen in Frage gestellt", so die Experten.

Droht dem Bitcoin der Fall?

Und tatsächlich kam es erst kürzlich zu einem Bedeutungsverlust des Bitcoins. Schuld hatte der kleine Bruder, Bitcoin Cash. Da die versprochenen Pläne, die eine Verdopplung eines Blocks auf zwei MegaByte versprachen, nicht gut ankamen, schichteten einige Anleger in Bitcoin Cash um. Denn bei der Konkurrenz aus dem eigenen Haus liegt das Blocklimit bei acht MegaByte. Der Bitcoin Cash konnte seit Anfang November an Handelsvolumen zulegen und erreichte ein Allzeithoch.. Es ist also durchaus möglich, dass der Bitcoin bei weiteren Problemen seine Erstplatzierung bald einbüßen könnte.

Redaktion finanzen.net

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