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10.05.2018 12:30
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Platin: Chance für Antizykliker

Euro am Sonntag-Rohstoffe: Platin: Chance für Antizykliker | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Rohstoffe
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Die Optimisten haben bei dem Weißmetall Platin weitgehend die Waffen ­gestreckt. Für mutige Contrarians ergibt sich dadurch eine Gelegenheit.
€uro am Sonntag
von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

Wenig zu lachen hatten zuletzt Anleger, die Platin besitzen. Im Zuge des Dieselskandals steht der Preis des Metalls schon länger unter Druck, sind Katalysatoren für Dieselfahrzeuge doch das wichtigste Einsatzgebiet für Platin. Zuletzt verschlechterte sich auch noch das Sentiment für Edelmetalle. Zusammen mit Gold und Silber wurde Platin nach unten gezogen.
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Fundamental betrachtet deutet bei dem Zwitter aus Industrie- und Edelmetall derzeit wenig auf anziehende Preise hin. Es gibt wohl 2018 auf dem Weltmarkt einen Angebotsüberschuss. Obwohl dieser geringer ausfallen dürfte als 2017, wirkt das eher preisdämpfend. Auch Streiks im Hauptförderland Südafrika, die das Angebot verknappen würden, sind nicht zu erwarten.

Sinkende Nachfrage

Die Investorennachfrage über Indexprodukte ging seit Jahresanfang leicht um 20.000 Feinunzen zurück. Zudem zeigen Käufe aus der Schmuckbranche, dem nach der Autoindustrie bedeutendsten Nachfrager nach dem Weißmetall, bisher lediglich stabiles Interesse.

Jedoch könnte es im Jahresverlauf vielleicht eine Überraschung geben, da Platin verglichen mit Gold so günstig ist wie selten zuvor. Daher könnte Platinschmuck gegenüber Goldpreziosen ­präferiert werden. Hoffnungszeichen setzen auch die Chemie- und Glasindustrie, die beide aktuell einen hohen Bedarf an Platin haben. Vor allem bei Labortests und für Laborgeräte ist Platin wegen seiner spezifischen physikalischen Eigenschaften gefragt. Den Rückgang aus dem Automobilsektor kann das aber bisher nicht ausgleichen.

Goldpreis als Helfer in der Not

Rückenwind für das Edelmetallsegment erwarten zudem die Analysten der Commerzbank im zweiten Halbjahr vom Goldpreis. Für sie ist die derzeitige Schwäche nur temporär. Sie sehen infolge der US-Steuerreform ein wachsendes US-Haushaltsdefizit, das schon bald bei Anlegern mehr Beachtung finden wird. Das und die weiterhin unsichere geopolitische Lage sollten den Goldpreis in seiner Funktion als sicherer ­Hafen wieder beflügeln. Das würde auch andere Edelmetalle mit nach oben ziehen.

Für Platin sprechen aber weniger fundamentale Gründe als vielmehr Stimmungsindikatoren sowie die Charttechnik. Der Markt rechnet zwar mit weiter sinkenden Preisen, aber in den vergangenen drei Wochen halbierte sich fast die Anzahl der Spekulanten, die sich in diese Richtung positionieren. Marktteilnehmer, die auf höhere Notierungen setzen, haben sich umgekehrt weitgehend zurückgezogen. Sollte die Stimmung drehen und positiv werden, könnte der Platinwert beim Wiedereinstieg der Spekulanten rasch kräftig nach oben steigen.

Wichtige Unterstützung erreicht

Charttechnisch ist Platin stark überverkauft. Zudem ist der Preis nahe an der Marke von 900 Dollar je Feinunze, an der er in den vergangenen zwei Jahren bis auf eine Ausnahme (873 Dollar) stets nach oben abgeprallt ist.

Für spekulative Anleger ist daher trotz nur geringer fundamentaler Unterstützung aus technischer und antizyklischer Sicht eine Wette auf eine Gegenbewegung attraktiv. Dazu eignet sich das Mini-Future-Long-Zertifikat (ISIN: DE 000 SC8 CA9 2) der Société Générale mit dem Hebel von 1,9. Sinkt Platin aber unter 873 Dollar je Feinunze, ist ein Ausstieg anzuraten.



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Bildquellen: Julian Mezger

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