03.05.2022 21:52

Die Fed und der Goldpreis - Wie Experten die Aussichten für das Edelmetall beurteilen

Gold als Profiteur: Die Fed und der Goldpreis - Wie Experten die Aussichten für das Edelmetall beurteilen | Nachricht | finanzen.net
Gold als Profiteur
Folgen
Viele Anleger hegen Zweifel, ob die US-Notenbank Federal Reserve mit ihrer Währungspolitik den Spagat zwischen Inflationsbekämpfung und der Sicherung von Wirtschaftswachstum schafft. Ablesen lässt sich dies an der Preisentwicklung bei Gold.
Werbung
• Notenbanken zielen auf Inflationsbekämpfung ab
• Leitzinserhöhungen mit Folgen für das Wirtschaftswachstum
• Gold profitiert von beiden Seiten
Werbung
Öl, Gold, alle Rohstoffe mit Hebel (bis 30) handeln (schon ab 100 €)
Nutzen Sie Kursschwankungen bei Öl, Gold und anderen Roh­stoffen mit attraktiven Hebeln und kleinen Spreads! Mit nur 100 Euro können Sie mit dem Handeln beginnen und mit Hebel z. B. von der Wirkung von 3.000 Euro Kapital profitieren.
Plus500: Beachten Sie bitte die Hinweise5 zu dieser Werbung.


Die hohen Inflationsraten treiben nicht nur Konsumenten weltweit um, auch die Notenbanken blicken mit Sorge auf die Entwicklung der Geldentwertung und reagieren mit einer Anpassung ihrer Geldpolitik. So hat die US-Notenbank im März erstmals seit 2018 den Leitzins wieder erhöht, der wichtige Zinssatz für die weltgrößte Volkswirtschaft wurde um 0,25 Prozentpunkte nach oben angepasst und liegt damit nun in der Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent. Weitere Zinsschritte sind bereits angekündigt, die Fed will ihr größtes Instrument zur Bekämpfung des Verbraucherpreisanstiegs im Jahresverlauf noch einige Male einsetzen - auch große Zinsschritte von 50 Basispunkten sind kein Tabu mehr.

Dies bringt auch das europäische Pendant der Fed, die Europäische Zentralbank EZB, in Zugzwang. Denn auch in der Eurozone ächzen Verbraucher und Wirtschaft unter hohen Inflationsraten, die Rufe nach einer Anpassung der europäischen Währungspolitik werden auch hierzulande immer lauter. Zuletzt hatte sich unter anderem Österreichs Notenbankchef Robert Holzmann für ein Ende der Nullzinspolitik der EZB ausgesprochen, auch Joachim Nagel, der Bundesbank-Präsident, hält eine Zinswende für nah.

Geldpolitik ist eine Gratwanderung

Doch während eine Anhebung des Leitzinses als probates Mittel im Kampf gegen Inflation gilt, bergen höhere Zinssätze ein nicht unerhebliches Risiko für die Wirtschaftsentwicklung. Darüber hinaus melden Experten Zweifel an, ob Leitzinserhöhungen die Inflation effektiv bekämpfen können. Denn zwar verteuern Leitzinserhöhungen Kredite, was die Kreditnachfrage senkt und zu einem Rückgang der im Umlauf befindlichen Geldmenge führt. Doch die Gründe für die Inflation sind weitaus vielfältiger. Insbesondere die Rohstoffknappheit, die durch den Krieg in der Ukraine zusätzlich befeuert wurde und damit verbunden die hohen Preise am Rohstoffmarkt, lässt sich durch Leitzinserhöhungen nicht regulieren. Hinzu kommen die noch immer gestörten Lieferketten aus der Corona-Pandemie, auch in diesem Bereich haben die Währungshüter keine probaten Maßnahmen zur Problemlösung an der Hand, um die damit verbundenen Preissteigerungen durch den andauernden Nachfrageüberhang zu bekämpfen.

Gold-Investoren zweifeln Fähigkeit der Notenbanken an

Die Zweifel vieler Anleger daran, dass die Währungshüter die Inflation in den Griff bekommen, ohne der Wirtschaft zu schaden, werden beim Blick auf die Goldpreisentwicklung deutlich: Im März war der Preis für das Edelmetall bis auf 2.049,85 US-Dollar je Feinunze gestiegen, nachdem Anleger noch im Herbst vergangenen Jahres 1.727 US-Dollar je Feinunze Gold auf den Tisch legen mussten. Seit dem Hoch im März ist der Goldpreis wieder zurückgekommen, zeigt auf Jahressicht aber immer noch eine positive Tendenz.

"Gold hat die Fähigkeit der Fed in Frage gestellt, die realen Zinssätze zu erhöhen und gleichzeitig eine weiche Landung der Wirtschaft zu erreichen", zitiert Bloomberg Marcus Garvey, den Leiter der Metallstrategie bei Macquarie. "Man könnte argumentieren, dass Gold den Misserfolg der Fed sehr stark eingepreist hat", so der Experte weiter.

Und sein Analystenkollege bei der Schweizer UBS, Joni Teves, schätzt die Lage für Gold ähnlich ein. Angesichts weiter trüber Aussichten für die Weltwirtschaft, da die Erholung nach der Corona-Pandemie durch Russlands Angriffskrieg in der Ukraine sowie dem anhaltenden Kampf Chinas gegen COVID-19 ausgebremst würde, bleibe Gold weiter attraktiv. Zudem könnten die Sanktionen gegen Russland dazu führen, dass der Goldpreis weiteren Auftrieb erfahre, berichtet Bloomberg weiter.

Ähnlich bewertet dies auch Luc Luyet, Devisenstratege bei Pictet Wealth Management: "Längerfristig werden die nachlassende Wachstumsdynamik und die hohe Inflation eine Normalisierung der Geldpolitik in den USA besonders schwierig machen, was Gold begünstigen sollte", so der Experte Bloomberg zufolge.

Folgt man der Argumentation der Experten, profitiert Gold also von zwei Entwicklungen: Einerseits von der hohen Inflation und andererseits von den Zweifeln daran, dass die Fed den Preisanstieg in den Griff bekommen und dabei allzu harte Folgen für die Wirtschaft vermeiden kann. Klarheit dürften Anleger möglicherweise bei der nächsten Fed-Sitzung im Mai bekommen - die US-Notenbank zieht zu diesem Zeitpunkt eine Erhöhung des Leitzinses um 0,5 Prozentpunkte in Erwägung.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Bulent camci / Shutterstock.com, David Biagini / Shutterstock.com

Nachrichten zu Goldpreis

  • Relevant
  • Alle
    1
  • ?
Goldpreis und Ölpreis
Goldpreis: Zweites Wochenminus in Folge droht
Der Goldpreis leidet weiterhin unter drohenden Zinserhöhungen der Notenbanken und ist nunmehr im Begriff, zum zweiten Mal in Folge ein Wochenminus zu erzielen.
19.06.22
Goldpreis: Auf den Greenback setzen (Redaktion Finanzen Verlag)

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für einen Rohstoff erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten, die sich im Speziellen mit diesem Rohstoff befassen

Alle: Alle Nachrichten, die diesen Rohstoff betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Rohstoffe betreffen

mehr News

Jetzt noch kostenlos anmelden!

Inflation, Leitzinserhöhung und Bärenmärkte - aber wie sieht es eigentlich am Immobilienmarkt aus? Wenn auch Sie sich den Traum einer eigenen Immobilie erfüllen möchten, erfahren Sie im Online-Seminar am Montag um 18 Uhr wie Sie Schritt für Schritt das passende Objekt finden und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt!

Werbung

Die beliebtesten Rohstoffe

Goldpreis1.827,180,00
0,00%
Kupferpreis8.280,50-493,15
-5,62%
Ölpreis (WTI)107,143,11
2,99%
Silberpreis21,140,00
0,00%
Super Benzin1,87-0,00
-0,16%
Weizenpreis358,75-0,75
-0,21%

Edelmetalle: Münzen und Barren

  • Gold
  • Silber

Heute im Fokus

Ukraine-Krieg im Ticker: DAX schließt Freitagshandel über 13.100 Punkten -- US-Börsen legen markant zu -- Zalando kassiert Jahresprognose -- GAZPROM, TUI, Porsche-IPO, Amazon, Deutsche Bank im Fokus

IMMOFINANZ will Objekte in Milliardenwert verkaufen. Streik des Kabinen-Personals führt zu Flug-Ausfällen bei Ryanair. Henkel macht laut CEO Knobel Fortschritte beim Rückzug aus Russland. RWE plant Wasserstoff-Produktionsanlage in Rostock. Stellantis steigt bei Lithium-Unternehmen Vulcan Energy ein. Stifel startet Vonovia mit "Hold". Zurich trennt sich von deutschen Lebensversicherungs-Altbeständen.
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Umfrage

Sollte das 9-Euro-Ticket über den August hinaus verlängert werden?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln