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18.10.2019 17:47
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Nach Allzeithoch: Wie geht es für den Palladiumpreis weiter?

Kommt die Korrektur?: Nach Allzeithoch: Wie geht es für den Palladiumpreis weiter? | Nachricht | finanzen.net
Kommt die Korrektur?
Getrieben von einer starken Nachfrage eilt der Palladium-Preis derzeit von einem Rekordhoch zum nächsten. Experten sehen jedoch erhebliche Risiken für das Edelmetall.
• Palladium markierte in den vergangenen Tagen mehrere Allzeithochs und ist momentan teurer als Gold
• Hohe Nachfrage aus der Autoindustrie sorgt für starken Preisanstieg ist zugleich aber auch größtes Risiko
• Experten warnen vor einer Korrektur
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Palladium hatte einst einen Ruf als "das günstigere Platin", da es ähnliche chemische Eigenschaften aufweist, dabei aber lange preislich deutlich günstiger war, als das verwandte Edelmetall. Diese Zeiten sind jedoch längst vorbei. Nicht nur kostet die Feinunze Palladium an der Börse momentan rund doppelt so viel wie die Feinunze Platin, auch den Goldpreis hat das silberweiß glänzende Edelmetall klar hinter sich gelassen: Während Gold momentan bei rund 1.490 US-Dollar pro Feinunze gehandelt wird, steht der Preis für Palladium bei rund 1.780 US-Dollar.

Den Höhenflug von Palladium scheint aktuell nichts stoppen zu können: Allein in den letzten zwölf Monaten ist der Kurs des Edelmetalls um rund 65 Prozent gestiegen - trotz zwei deutlicher Kursrücksetzer im März und Juli. Allein seit August verteuerte sich das Metall um rund ein Viertel und markierte zuletzt ein Rekordhoch nach dem anderen.

Nachfrage nach Palladium bleibt hoch

Der starke Preisanstieg hat vor allem einen Grund: Die hohe Nachfrage aus der Automobilindustrie. Denn Palladium kommt hauptsächlich bei der Abgasreinigung in Katalysatoren von Benzinfahrzeugen zum Einsatz - und hier führen strengere Abgasnormen sowie der Trend von Dieselfahrzeugen hin zu Benzinern seit einiger Zeit dazu, dass der Bedarf steigt. Laut den Experten von Heraeus übersteige die Nachfrage bereits seit längerem das Angebot, und auch die Analysten der Commerzbank sprechen davon, dass der Markt bereits seit Jahren von einem Angebotsdefizit geprägt sei. Dieses belaufe sich in diesem Jahr nach Schätzungen des weltweit größten Palladiumproduzenten auf rund 600.000 Unzen und liege im nächsten Jahr sogar noch höher, so die Commerzbank-Experten weiter. Denn während aufgrund der strengeren Emissionsvorschriften der Bedarf der Autobranche hochbleibe, gebe es zu wenig neue Minen, um der Nachfrage gerecht zu werden. Auch die Analysten von Morgan Stanley sehen einen steigenden Palladiumbedarf, da durch schärfere Umwelt-Vorschriften in China dort künftig 30 Prozent mehr Palladium pro Fahrzeug benötigt werden würden.

Experten sehen erhebliche Risiken

Dennoch sind die Experten für den Palladiumpreis alles andere als positiv gestimmt. So hält Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch den kräftigen Preisanstieg bei Palladium für übertrieben und erwartet eine Korrektur. "Die hohe Abhängigkeit von der Automobilindustrie macht Palladium verwundbar, sollte in Folge von US-Autozöllen oder einer von der Politik erzwungenen Abkehr von Autos mit Verbrennungsmotoren weniger Palladium nachgefragt werden", erklärte er gegenüber "GodmodeTrader". Dass die weltweite Autobranche auf Probleme zusteuert, zeigen auch die jüngsten Absatzdaten: In China sind die Autoverkäufe bereits zum 15. Mal in den vergangenen 16 Monaten rückläufig und auch der US-Automarkt hat sich im September tendenziell schwächer entwickelt. Und wenn weltweit immer weniger Autos verkauft werden, wird auch weniger Palladium benötigt.

Auch Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg sieht in dem Kurstreiber Automobilindustrie gleichzeitig die größte Gefahr für den Palladiumpreis. Wie er bereits im April gegenüber dem "Handelsblatt" erklärte, hatte die Automobilbranche vor mehreren Jahren noch Platin in allen Katalysatoren eingesetzt, dann jedoch bei Benzinern auf Palladium umgestellt, da dieses deutlich günstiger war. Aktuell kommt daher Platin bei Dieselmotoren und Palladium bei Benzinern zum Einsatz. Da Palladium nun aber rund doppelt so teuer ist wie Platin, könnte diese Entscheidung womöglich wieder rückgängig gemacht werden. Dies würde zwar einige Zeit dauern, da eine Anpassung der Produktionsprozesse zeitintensiv und mit hohen Kosten verbunden ist, die Folgen für den Palladiumpreis wären jedoch verheerend.

Spekulanten könnten für Palladium-Kursrutsch sorgen

Falls es für den Palladiumpreis aufgrund der bestehenden Risiken in den kommenden Monaten wieder abwärts gehen sollte, dürfte es gleich zu einem kräftigen Rücksetzer kommen. Denn laut Informationen des "Handelsblatt" befinden sich die Wetten auf einen steigenden Palladiumpreis aktuell auf dem höchsten Stand seit 2018. Finanzinvestoren und Hedgefonds spekulieren also auf einen anhaltenden Angebotsengpass mit steigenden Preisen. Sollte der Preis für Palladium hingegen - wie von den Analysten erwartet - in der nächsten Zeit fallen, dürften die Spekulanten diese Kursbewegung noch verstärken. Bereits im März hatten Investoren und Hedgefonds ihre Wetten aufgrund fallender Preise aufgelöst und so den Palladiumpreis innerhalb kurzer Zeit um rund 15 Prozent gedrückt. Ein ähnlicher Kursrutsch könnte auch in Zukunft wieder drohen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Heraeus Holding, dien / Shutterstock.com

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