Schwarzes Gold

Ölpreise stoppen Höhenflug vorerst: Bericht über Verhandlungsangebot des Iran - Goldman Sachs schließt 100 Dollar nicht aus

04.03.26 16:23 Uhr

Ölpreis setzen Höhenflug vorerst nicht fort: Eskortierung angekündigt, Märkte zittern - Goldman Sachs hält 100 Dollar für möglich | finanzen.net

Die Ölpreise haben am Mittwoch ihren Höhenflug nach dem Beginn des Iran-Kriegs vorerst nicht fortgesetzt.

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Zuvor war in einem Zeitungsbericht vage über die Bereitschaft des Iran zum Ende des Kriegs berichtet worden. Dies wurde aber laut einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim durch den Geheimdienst des Irans zurückgewiesen.

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Nachdem die Notierungen im frühen Handel zunächst noch weiter deutlich gestiegen waren, drehten sie zeitweise leicht in die Verlustzone und legten zuletzt wieder etwas zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai wurde bei 81,80 US-Dollar gehandelt und damit etwa ein halbes Prozent höher als am Vortag. Ein Fass ist aber immer noch etwa 12 Prozent teurer als vor dem Angriffe der USA und Israels auf den Iran am Wochenende. Am Dienstag hatte die Notierung bei 85,12 Dollar zeitweise den höchsten Stand seit Juli 2024 erreicht.

Die Zeitung "New York Times" hatte berichtet, dass iranische Geheimdienstmitarbeiter indirekt an den US-Geheimdienst CIA ein Angebot zur Verhandlung von Bedingungen für ein Kriegsende unterbreitet hätten. Allerdings seien US-Offizielle skeptisch, ob die US-Regierung oder der Iran offiziell bereits zu entsprechenden Gesprächen bereit seien. Das iranische Geheimdienstministerium sieht in dem Bericht eine "Lüge und psychologische Kriegsführung", berichtet die iranische halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine Quelle im Ministerium.

Zuvor konnte bereits eine Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump den Anstieg der Ölpreise bremsen. Demnach könnte die US-Marine etwa Tanker bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus, falls erforderlich eskortieren. Zudem hat Trump nach eigenen Angaben die zuständige Behörde für Entwicklungsfinanzierung DFC angewiesen, Risikoversicherungen und Garantien für den gesamten Seehandel in der Region anzubieten.

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Die Ankündigung von Trump erfolgte, nachdem die Schifffahrt durch die Straße von Hormus nach der Drohung von Angriffen durch den Iran faktisch zum Erliegen gekommen ist. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, würden sich die Öllagerstätten in dem führenden Opec-Land Saudi-Arabien derzeit rasant füllen.

Nach Einschätzung von Analysten der ING Bank dürfte es noch einige Zeit dauern, bis mit der Eskortierung von Tankern durch die Meerenge am Persischen Golf zu rechnen sei. Zuvor müsse erst die Angriffsfähigkeit des Irans geschwächt werden.

Versorgungsengpässe am Golf: Goldman Sachs hebt Ölpreis-Prognose an

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Goldman Sachs hat angesichts des Iran-Kriegs ihre Erwartungen für die Ölpreise im zweiten Quartal 2026 deutlich nach oben korrigiert. Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs erwarten, dass sich der Brent-Preis im März über 80 Dollar je Barrel halten dürfte. Zwar könnte eine allmähliche Erholung der Öllieferungen durch der Straße von Hormus für etwas Entlastung sorgen, heißt es in einer Studie. Durch die Folgen des Kriegs mehren sich aber Anzeichen, dass es auch künftig zu Produktionskürzungen kommen könnte. Wie Reuters berichtet, hat die US-Investmentbank ihre Prognose für die globale Referenzsorte Brent um 10 Dollar auf durchschnittlich 76 Dollar pro Barrel nach oben angepasst. Für die US-Sorte WTI wird nun ein Preis von 71 Dollar erwartet, was einem Plus von 9 Dollar entspricht.

Hierbei werde angenommen, dass die massiven Einschränkungen des Ölflusses durch die Straße von Hormus bereits im März zu einem starken Rückgang der OECD-Lagerbestände und der Ölproduktion im Nahen Osten führen werden. Die strategische Bedeutung dieser Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist für den Weltmarkt elementar: Rund 20 Prozent der globalen Exporte von Erdöl und Flüssiggas passieren dieses Nadelöhr.

Die Analysten betonen, dass die aktuellen Schätzungen eher am unteren Ende der Skala liegen könnten. Als wesentliche Preistreiber nach oben nennt die Bank eine potenziell länger anhaltende Blockade der Durchfahrt sowie mögliche Zerstörungen an der Förderinfrastruktur. Sollte sich die Krise nicht kurzfristig entspannen, droht eine extreme Eskalation am Markt. In einer Mitteilung der Bank sei zu lesen: "Wenn die Mengen in Hormus für weitere fünf Wochen unverändert bleiben würden, würden die Brent-Preise wahrscheinlich 100 Dollar erreichen, ein Niveau, das mit einer größeren Nachfragedestruktion verbunden ist, um zu verhindern, dass die Lagerbestände auf ein kritisch niedriges Niveau fallen".

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX)

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Bildquellen: Anton Watman / Shutterstock.com, Svetlana Tebenkova/iStockphoto

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