01.12.2020 15:13

VW-Aktie deutlich stärker: Bernstein erwartet High Noon bei Volkswagens Führungsfrage

Analyse: VW-Aktie deutlich stärker: Bernstein erwartet High Noon bei Volkswagens Führungsfrage | Nachricht | finanzen.net
Analyse
Folgen

Bis zu 1% p.a. Festzins jetzt risikofrei sichern. 15 € Amazon-Gutschein bis 31.01. zusätzlich! -W-

Das US-Analysehaus Bernstein geht bei der anstehenden Sitzung des innersten Machtzirkels von Volkswagen von einer Entscheidung in der Auseinandersetzung um die Führung des weltgrößten Autobauers aus.
Werbung
Bei dem für Dienstag geplanten Treffen des Präsidiums des Aufsichtsrates werde es auch um die Zukunft von Vorstandschef Herbert Diess gehen, schrieb Analyst Arndt Ellinghorst in einer am Montag vorliegenden Studie. Herauskommen werde entweder die volle Unterstützung für Diess - oder aber das Ende seiner Amtszeit.

Das Machtvakuum, das den Autobauer seit Juni überschatte, sollte beendet werden, wiederholte Ellinghorst seine bereits geäußerte Forderung an die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch. VW habe eine faszinierende Gelegenheit, die Zukunft der elektrischen, digitalen und spaßmachenden Mobilität zu formen. Die Firma habe einige der aufregendsten Marken, sie habe die Größe, jede Technologie umzusetzen, und die Innovationskraft, ein Trendsetter zu sein. Was ihr anscheinend fehle, sei die richtige Führungsstruktur, diese Möglichkeiten effektiv und nachhaltig anzugehen.

Man könne die Dinge auch einfach so akzeptieren, wie sie seien, schrieb Ellinghorst. Schließlich verkaufe der Konzern 11 Millionen Autos und Audi, Porsche und die Chinageschäfte lieferten die finanziellen Mittel, um das System Wolfsburg am laufen zu halten. Einigen Stakeholdern sei das bestimmt gut genug. Minderheitenaktionäre forderten aber mehr und sie bräuchten einen starken Grund, VW-Aktien zu besitzen, so der Analyst.

Die Weichenstellungen des Präsidiums im VW-Aufsichtsrat gingen daher über die Frage des Vorstandsvorsitzenden hinaus. "Es wird eine Entscheidung pro oder contra die aktive Transformation und den Wandel geben", schrieb der Experte. "Ob es einen neuen CEO gibt oder nicht, die Fragen werden die gleichen bleiben, und jeder VW-Vorstandschef wird die volle Unterstützung der größten VW-Aktionäre brauchen, die der Porsche-Familien." Die Familien besitzen über eine Holding 53 Prozent der Stimmrechte am VW-Konzern.

Seit vergangener Woche ist der im Sommer nur mühsam gekittete Streit um Diess als Konzernchef wieder aufgeflammt, Auslöser waren die von Diess geplanten Personalien für den Konzerneinkauf und das Finanzressort. Zudem soll der Manager aber vor allem erneut seine eigene Vertragsverlängerung ins Spiel gebracht haben, obwohl seine Amtszeit noch bis ins Frühjahr 2023 läuft und üblicherweise erst ein Jahr vorher über eine Verlängerung geredet wird.

Diess könnte mit dem Schritt das Vertrauen der Eigentümer testen wollen. Im Sommer hatten Berichte über ein entsprechendes Ansinnen von Diess zu einem Eklat mit dem Kontrollgremium geführt, Diess musste sich für den Vorwurf strafbarer Handlungen in Richtung eines Teils der Aufseher entschuldigen. Schon lange schwelt ein Machtkampf zwischen Diess und dem mächtigen Betriebsratschef Bernd Osterloh. Der beteuerte vergangene Woche, mit Diess weitermachen zu wollen. Ob es dabei bleibt, wenn Diess tatsächlich die Vertrauensfrage stellt, ist fraglich.

Wie es am Montag aus Konzernkreisen hieß, dreht sich das Treffen vornehmlich um die Vorbereitung einer weiteren Sitzung in größerer Runde. Nach bisheriger Planung soll es nicht um konkrete Vertragsfragen gehen. Berichten zufolge könnte Diess' Wunsch nach einer vorzeitigen Vertragsverlängerung möglicherweise kurzfristig aber doch mit auf der Agenda landen. Das Unternehmen machte keine näheren Angaben zu der Sitzung.

Investoren und Analysten bemängeln seit Langem, dass in Wolfsburg bei vielen Entscheidungen zu viele Leute mitredeten. Diess hatte ihnen versprochen, die Strukturen zu verschlanken und zu vereinfachen und auf diesem Wege auch den Börsenwert zu steigern. Die Arbeitnehmerseite sieht allerdings Beschäftigung und Rendite als gleichrangige Unternehmensziele. In der Unternehmenskultur von Volkswagen haben die Arbeitnehmer traditionell ein gewichtiges Wort mitzureden.

Ellinghorst ist seit Jahren ein vielbeachteter Finanzanalyst in der Autobranche, vielen Beobachtern gilt er auch als Sprachrohr seiner Zunft. Er nimmt mit seiner Empfehlung "Underperform" eine negative Haltung zu der im Dax notierten Volkswagen-Vorzugsaktie ein, sein Kursziel für die Papiere liegt mit 160 Euro aber noch ein Stück weit über dem aktuellen Niveau von gut 141 Euro.

Im Aufsichtsratspräsidium von Volkswagen sitzen unter anderem der Vorsitzende Hans Dieter Pötsch sowie die Familienvertreter Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch. Ebenso im Gremium sind auch Osterloh und IG-Metall-Chef Jörg Hofmann, zudem Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Die VW-Aktie gewinnt im XETRA-Handel zeitweise 3,64 Prozent auf 146,48 Euro.

/men/jha/he

Veröffentlichung der Original-Studie: 30.11.2020 / 15:54 / UTC Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: / / UTC

Analysierendes Institut Bernstein Research.

NEW YORK/WOLFSBURG (dpa-AFX)

Werbung

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
Mini Future Long auf Volkswagen VzJJ0S9N
Open End Turbo Put Optionsschein auf Volkswagen VzJJ2L6P
Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: JJ0S9N, JJ2L6P. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise** zu dieser Werbung.
Bildquellen: FotograFFF / Shutterstock.com

Nachrichten zu Volkswagen (VW) AG Vz.

  • Relevant
    +
  • Alle
    +
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Volkswagen (VW) AG Vz.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
15:11 UhrVolkswagen (VW) vz overweightJP Morgan Chase & Co.
14:21 UhrVolkswagen (VW) vz market-performBernstein Research
13:36 UhrVolkswagen (VW) vz buyGoldman Sachs Group Inc.
13:06 UhrVolkswagen (VW) vz HoldJefferies & Company Inc.
13:01 UhrVolkswagen (VW) vz HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
15:11 UhrVolkswagen (VW) vz overweightJP Morgan Chase & Co.
13:36 UhrVolkswagen (VW) vz buyGoldman Sachs Group Inc.
21.01.2021Volkswagen (VW) vz buyGoldman Sachs Group Inc.
15.01.2021Volkswagen (VW) vz kaufenIndependent Research GmbH
15.01.2021Volkswagen (VW) vz kaufenDeutsche Bank AG
14:21 UhrVolkswagen (VW) vz market-performBernstein Research
13:06 UhrVolkswagen (VW) vz HoldJefferies & Company Inc.
13:01 UhrVolkswagen (VW) vz HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
21.01.2021Volkswagen (VW) vz market-performBernstein Research
14.01.2021Volkswagen (VW) vz market-performBernstein Research
30.11.2020Volkswagen (VW) vz UnderperformBernstein Research
20.11.2020Volkswagen (VW) vz UnderperformBernstein Research
16.11.2020Volkswagen (VW) vz UnderperformBernstein Research
11.11.2020Volkswagen (VW) vz UnderperformBernstein Research
30.10.2020Volkswagen (VW) vz VerkaufenDZ BANK

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Volkswagen (VW) AG Vz. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX geht leichter ins Wochenende -- VW mit deutlichem Gewinnrückgang -- TUI-Belegschaft schrumpft wohl um ein Drittel -- Siemens im ersten Quartal besser als erwartet -- IBM, Intel im Fokus

Investor: Russischer Stromkonzern sollte Uniper-Tochter übernehmen. Schlumberger verdient trotz Umsatzrückgang mehr. BMW schafft CO2-Flottenziel der EU für 2020 locker. Porsche SE erwartet höheren Gewinn für 2020. Investoren verklagen anscheinend Bayer wegen Glyphosat in Deutschland. Vivendi kauft Anteil an spanischem Medienkonglomerat Prisa. ifo: China überholt Deutschland - Weltgrößter Leistungsbilanzüberschuss.

Top-Rankings

KW 21/03: Diese Aktien empfehlen Analysten zum Verkauf
Diese Aktien stehen auf den Verkaufslisten der Experten
KW 21/03: Diese Aktien empfehlen Analysten zum Kauf
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Der Big Mac Index 2021
In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

Umfrage

Wo sehen Sie den DAX Ende 2020?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln