Roche-Aktie rutscht ab: Brustkrebstherapie erreicht Primärziel nicht

Roche hat einen Rückschlag bei einer Studie mit einer experimentellen Brustkrebs-Therapie verzeichnet.
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Wie der Schweizer Pharmakonzern mitteilte, hat das Medikament Giredestrant in Kombination mit Ibrance von Pfizer in einer klinischen Studie das primäre Ziel einer statistisch signifikanten Verbesserung des progressionsfreien Überlebens bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs verfehlt.
Dies war laut Roche die erste von zwei Spätphasen-Studien für Giredestrant als Erstlinienbehandlung. Die Ergebnisse der anderen Studie sollen im nächsten Jahr veröffentlicht werden, hieß es.
Der Chief Medical Officer und Leiter der globalen Produktentwicklung von Roche, Levi Garraway, sagte, das Unternehmen sehe einen Weg in die Zukunft für die Kombination von Giredestrant mit einem anderen Medikament, beispielsweise in der adjuvanten Situation, wenn Patienten bereits eine erste Krebsbehandlung erhalten haben.
Forschungsrückschlag lastet schwer auf Roche-Aktie
Kalte Dusche für die zuletzt stark gefragten Roche-Papiere: Sie sackten am Montagmittag in einem schwachen Börsenumfeld an der SIX um knapp fünf Prozent auf 325 Franken ab. Auslöser waren enttäuschende Studiendaten. Damit sind die Papiere im Börsenjahr 2026 ins Minus gerutscht.
Der Schweizer Pharmakonzern hat mit seinem Brustkrebsmittel Giredestrant die gesteckten Ziele in einer zulassungsrelevanten Studie nicht erreicht. In der Studie namens Persevera wurde der neuartige Wirkstoffkandidat bei Patientinnen eingesetzt, die an bestimmten Formen von fortgeschrittenem Brustkrebs litten. Die Studie erreichte nicht das primäre Ziel, nämlich eine statistisch signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens.
Roche hatte in die Brustkrebspille Giredestrant als Erstlinien-Therapie große Hoffnungen gesetzt. Zuletzt hatte der Konzern selbst bekräftigt, das Mittel könne möglicherweise zum umsatzstärksten Medikament seit Gründung des Unternehmens werden.
Dieser Traum ist mit den Studiendaten nun ein Stück weit Geschichte. Nach Ansicht des Analysten Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan entzieht die Studie den Umsatzerwartungen in diesem rund 10 Milliarden US-Dollar schweren Markt die Grundlage.
Dass das Mittel die Ziele als Standardbehandlung von Brustkrebs verfehlt habe, überrasche ihn nicht, schrieb Michael Leuchten von der US-Bank Jefferies. Er habe schon zuvor darauf hingewiesen, dass die Studie zumindest nicht ausreichend aussagekräftig sei. Das Scheitern dürfte die positive Dynamik der Papiere seit Ende 2025 aufgrund positiver Studienergebnisse vollständig umkehren und zu einem Einbruch der Bewertung führen.
Anders sah das James Gordon von der Barclays Bank. Der Experte hatte bereits vor Handelsbeginn mit höheren Kursverlusten gerechnet und von einer "Überreaktion" geschrieben. Die aber biete nun eine "attraktive Einstiegsgelegenheit". Denn seine Umsatzschätzung von 1,3 Milliarden US-Dollar für das Medikament entspreche nur einem Prozent des Kapitalwerts von Roche.
DOW JONES / dpa-AFX
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