27.04.2020 17:44

adidas-Aktie dreht in starkem Markt ins Plus: adidas mit drastischem Gewinneinbruch im ersten Quartal

Corona-Folgen: adidas-Aktie dreht in starkem Markt ins Plus: adidas mit drastischem Gewinneinbruch im ersten Quartal | Nachricht | finanzen.net
Corona-Folgen
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adidas hat im ersten Quartal die Auswirkungen der sich weltweit ausbreitenden Corona-Epidemie drastisch gespürt.
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Der operative Gewinn ging um 93 Prozent zurück, die Hauptzielgröße Nachsteuergewinn aus fortgeführten Geschäften um satte 97 Prozent. Der Umsatz gab beim Herzogenauracher Sportartikelhersteller um 19 Prozent nach.

Die bislang noch gültige Prognose für 2020 zog der DAX-Konzern zurück. Das zweite Quartal werde noch schwächer als das erste - es werde ein operativer Verlust anfallen, und der Umsatz um mehr als 40 Prozent unter dem Vorjahresquartal liegen, teilte der Konzern mit. Im April hätte sich der Umsatz in China allmählich erholt, und auch der Online-Umsatz weiter beschleunigt.

Um die Auswirkungen etwas abzufedern und die Liquidität akut zu erhöhen, hat sich adidas jüngst einen frischen Konsortialkredit über 3 Milliarden Euro gesichert, von dem mit 2,4 Milliarden Euro der Hauptanteil von der staatseigenen KfW zugesagt wurde.

Im Zeitraum Januar bis März erwirtschaftete adidas einen operativen Gewinn von 65 (Vorjahr: 875) Millionen Euro, 93 Prozent weniger als im ersten Quartal 2019. Nach Steuern im fortgeführten Geschäft blieben 20 Millionen Euro übrig, ein Rückgang von 97 Prozent. Nach Steuern und Dritten blieben für die Aktionäre im aufgegebenen und fortgeführten Geschäft 31 Millionen Euro übrig, ein Minus von 95 Prozent.

Der Umsatz gab währungsbereinigt um 19,2 Prozent nach auf 4,75 Milliarden Euro.

Besonders die Gewinnzahlen waren wesentlich schlechter als von den Analysten im Factset-Konsens erwartet. Beim Nachsteuergewinn hatten die Analysten im Factset-Konsens 177 Millionen Euro geschätzt, beim Umsatz 4,8 Milliarden Euro.

adidas sieht im 2Q dreistelligen operativen Millionen-Verlust

adidas wird im zweiten Quartal einen operativen Verlust in der Größenordnung eines "dreistelligen Millionen Euro-Betrags" schreiben. adidas werde auch in den Monaten April bis Juni das zweite Quartal in Folge Nettomittelabflüsse im operativen Geschäft haben, so CEO Kasper Rorsted in der Telefonkonferenz mit Journalisten. Ob sie allerdings in der Größenordnung der 1,4 Milliarden des ersten Quartals ausfallen werden oder niedriger, konnte CFO Harm Ohlmeyer noch nicht sagen. Der Konzern habe im Unterschied zum ersten Quartal mehr Zeit gehabt, um Maßnahmen gegen den Nettomittelabfluss zu ergreifen.

Dazu gehöre eine Senkung der Personal- und Marketingaufwendungen, der Abzug von Liquidität von ausländischen Tochtergesellschaften sowie eine Teil-Stornierung oder Reduzierung von Warenbestellungen im zweiten und dritten Quartal. Ende des ersten Quartals habe es einen Überhang bei den Lagerbeständen gegeben. Und adidas erwarte in den kommenden Quartalen ein "rabatt-affines Umfeld".

adidas sieht Online-Umsatz 2020 nun über 4,0 Milliarden Euro

adidas sieht den Online-Umsatz 2020 laut Unternehmenspräsentation nun oberhalb von 4,0 Milliarden Euro. Der Online-Anteil habe in der Corona-Krise signifikant zugelegt, Online-Handel sei während der Ladenschließungen der einzige Vertriebskanal gewesen, der offen gewesen sei. Wo genau der Umsatz oberhalb der zuvor angepeilten 4,0 Milliarden Euro zum Jahresende 2020 zu erwarten sei, ließ adidas offen.

In der Telefonkonferenz mit Journalisten sagte adidas-CEO Kasper Rorsted, der Online-Kanal sei der "profitabelste Vertriebskanal" im Unternehmen. Im ersten Quartal legte der Online-Umsatz um 35 Prozent zu, im März um 55 Prozent.

Angesichts der dramatischen Auswirkungen der Corona-Krise hat adidas im ersten Quartal die Investitionen in den Online-Vertriebskanal hochgefahren und damit zum Teil geplante Marketing-Investitionen in Richtung Digital-Kanäle umgeleitet.

Operative Nettomittelabflüsse mehr als 1,4 Mrd EUR in 1Q

adidas hatte im ersten Quartal inmitten der Corona-Krise und weitreichenden behördlich verordneten Ladenschließungen signifikante Nettomittelabflüsse, kurz bevor sich der Konzern einen Konsortialkredit unter anderem von der staatseigenen KfW sicherte. Im ersten Quartal hatte adidas nach eigenen Angaben einen Nettomittelabfluss im operativen Geschäft von mehr als 1,4 Milliarden Euro. Dieser wurde durch die Nutzung von Kreditlinien ausgeglichen. Ende März hatte adidas laut Mitteilung liquide Mittel von 1,975 Milliarden Euro zur Verfügung.

Insgesamt waren bei adidas Ende März Nettofinanzverbindlichkeiten von 570 Millionen Euro aufgelaufen, Ende Dezember hatte adidas noch eine Netto-Cash-Position von 873 Millionen Euro, Ende März 2019 waren es noch 908 Millionen Euro.

Je Aktie betrug der operative Mittelabfluss 4,22 Euro im Quartal, nach einem operativen Mittelzufluss von 2,08 Euro im Vorjahresquartal. Der Verschuldungsgrad betrug 8,6 Prozent nach minus 13,1 Prozent.

Ausgeglichen wurde der Nettomittelabfluss im ersten Quartal nach adidas-Angaben durch die Nutzung "bestehender fest zugesagter und nicht fest zugesagter Kreditlinien".

adidas verschiebt weben Corona neue Finanzziele auf März 2021

adidas wird die Finanzziele 2021 bis 2025 nun erst am 10. März 2021 ankündigen anstatt am 10. November 2020. Laut Unternehmenspräsentation soll der für den 10. November geplante Investorentag nun erst am 10. März 2021 stattfinden. An dem Tag sollen die strategischen Prioritäten, die Finanzziele sowie Erkenntnisse aus der derzeitigen Corona-Krise kommuniziert werden.

Ursprünglich wollte adidas mit den Zahlen zum dritten Quartal die Strategie und Finanzziele für 2021 bis 2025 veröffentlichen. Die derzeitigen Ziele reichen bis 2020, allerdings hat adidas die Prognose für 2020 nun zurückgezogen.

adidas-Aktie schüttelt nach schwachen Quartalszahlen Verluste ab

Die Hoffnung auf bessere Zeiten hat die Anleger von adidas über den schwachen Jahresstart des Sportartikelherstellers hinweg getröstet. Nachdem die Papiere am Montag in einer ersten Schockreaktion noch um fast vier Prozent abgesackt waren, erholten sie sich im frühen Handel und lagen am Mittag unter den Gewinnern im sehr festen deutschen Leitindex DAX 0,73 Prozent im Plus bei 206,90 Euro. Zeitweilig hatten die Anteilsscheine sogar gut fünf Prozent höher notiert. Den Handel beendete das Papier schließlich 0,68 Prozent höher bei 206,80 Euro.

Analysten bezeichneten die Quartalszahlen als sehr schwach. Marktteilnehmer dürften sich auf das operative Ergebnis konzentrieren, das wesentlich schlechter als erwartet sei, schrieb der Experte Piral Dadhania vom Analysehaus RBC. Darin spiegelten sich die gegenüber dem Vorjahr stabil gebliebenen Betriebskosten trotz der deutlich gesunkenen Umsätze wider.

Laut dem Fachmann James Grzinic vom Investmenthaus Jefferies enttäuschte vor allem das Asien-Pazifik-Geschäft. Allerdings habe sich die Erholung in China in den letzten Wochen fortgesetzt.

Hoffnungsfroh stimmte die Anleger auch die Nachricht, dass insgesamt der E-Commerce-Erlös deutlich zunahm - um 55 Prozent etwa im März. Vor diesem Hintergrund dürfte adidas die Talsohle im zweiten Quartal erreicht haben, sagte ein Händler. Er erwartet damit, dass sich die Geschäfts im zweiten Halbjahr 2020 wieder erholen.

Bereits zuvor war bekannt geworden, dass adidas einen Milliardenkredit durch die staatseigene Förderbank KfW bekommt, um die dringend notwendige Liquidität sicherzustellen. Ansonsten aber hat der adidas-Kurs in den letzten Tagen bereits viele negative Aspekte eingepreist, so dass sich einige Anleger nun auf das Positive konzentrierten. Die Aktien hatten sich von dem Tief des Pandemie-Crashs bei gut 162 Euro bis auf 229 Euro nach oben gearbeitet, bevor sie wieder unter Druck geraten waren.

Aus markttechnischer Sicht stimmte zuversichtlich, dass die adidas-Papiere immer noch in der Nähe des 21-Tage-Durchschnittslinie bei aktuell 209,66 Euro notieren, die den kurzfristigen Trend beschreibt. Derweil erweist sich die 50-Tage-Linie bei aktuell 222,67 Euro immer noch als hartnäckiger Widerstand. Sie ist ein Indikator für die mittelfristige Entwicklung.

Im Kielwasser von adidas drehten auch die Anteilsscheine des Wettbewerbers PUMA ins Plus. Sie gewannen zeitweise mehr als drei Prozent.

DJG/uxd/mgo

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