AMD-Aktie: Wells Fargo sieht AMD als Top-Pick im KI-Wettbewerb mit NVIDIA

Wells Fargo stuft AMD als "Top Pick" für 2026 ein. Der Chipkonzern will mit seiner neuen MI400-Serie und dem Helios-Rack-System gezielt Marktanteile vom Branchenführer NVIDIA erobern.
Werte in diesem Artikel
• Wells Fargo stuft AMD am 15. Januar 2026 als Top Pick im Halbleitersektor ein
• Halbleiterindustrie soll 2026 erstmals eine Billion US-Dollar Umsatz erreichen
• AMD präsentiert auf der CES 2026 die vollständige MI400-Produktfamilie
Wells Fargo setzt auf AMD statt NVIDIA
Die US-Investmentbank Wells Fargo hat AMD am 15. Januar 2026 erneut als Top-Empfehlung im Halbleitersektor bestätigt. Analyst Aaron Rakers bekräftigte sein "Overweight"-Rating mit einem Kursziel von 345 US-Dollar. In einem Interview mit CNBC TV am selben Tag erklärte Rakers, dass die Halbleiterindustrie 2026 erstmals die Marke von einer Billion US-Dollar Umsatz erreichen werde, ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Als Hauptgründe für die bullische Einschätzung nannte der Analyst die Führungsposition bei Server-CPUs, die wachsende Stärke im Bereich KI-GPUs sowie das Momentum der Helios-Rack-Systeme. Rakers sieht für AMD einen klaren Pfad zu einem Gewinn pro Aktie von über 20 US-Dollar bis zum Kalenderjahr 2029. Dieser Weg werde im Laufe des Jahres 2026 deutlicher sichtbar, da die starke Produktroadmap auf eine "unersättliche Nachfrage nach Rechenzentrumskapazitäten" treffe.
MI400-Serie und Helios: AMDs Angriff auf NVIDIA
Wie AMD in einer Pressemitteilung vom 5. Januar 2026 bekannt gab, präsentierte Konzernchefin Lisa Su auf der Consumer Electronics Show (CES) die vollständige MI400-Produktfamilie. Das Flaggschiff MI455X zielt auf großangelegtes KI-Training und Inferenz, während der MI430X für Hochleistungsrechnen (HPC) und souveräne KI-Anwendungen konzipiert ist. Die Chips basieren auf der neuen CDNA-5-Architektur und verfügen über bis zu 432 Gigabyte HBM4-Speicher mit einer Bandbreite von 19,6 Terabyte pro Sekunde.
Das Helios-System, AMDs erstes Rack-Scale-System für KI-Workloads, vereint 72 MI455X-Beschleuniger mit insgesamt 31 Terabyte HBM4-Speicher und soll im dritten Quartal 2026 ausgeliefert werden. Die MI400-Beschleuniger sollen laut AMD die ersten GPUs sein, die TSMCs 2-Nanometer-Fertigungstechnologie nutzen. AMD positioniert die Chips als direkte Konkurrenz zu NVIDIAs Blackwell- und der für die zweite Jahreshälfte 2026 erwarteten Vera-Rubin-Architektur.
Wettbewerbsvorteil durch Preis und OpenAI-Partnerschaft
Während NVIDIA den Markt für Rechenzentrum-GPUs weiterhin dominiert, versucht AMD mit aggressiver Preisgestaltung und niedrigerem Energieverbrauch Marktanteile zu gewinnen. Das Unternehmen gibt an, dass seine MI355X-Chips pro investiertem US-Dollar 40 Prozent mehr Tokens - ein Maß für KI-Output - liefern als vergleichbare NVIDIA-Produkte.
Bereits am 6. Oktober 2025 hatten AMD und OpenAI eine strategische Partnerschaft über insgesamt sechs Gigawatt GPU-Kapazität angekündigt, wie aus einer gemeinsamen Pressemitteilung hervorgeht. Das erste Deployment mit einer Leistung von einem Gigawatt auf Basis der MI450-Beschleuniger soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen. Wells Fargo betont zudem, dass sich der Markt von einem stark auf KI-Training fokussierten Investitionszyklus hin zu Inferenz-Anwendungen bewege, ein Trend, der AMD zugutekommen dürfte.
D. Maier / Redaktion finanzen.net
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