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17.10.2019 22:10

Netflix-Aktie gibt Gewinne teilweise wieder ab: Netflix mit höherem Gewinn im dritten Quartal

Erwartungen übertroffen: Netflix-Aktie gibt Gewinne teilweise wieder ab: Netflix mit höherem Gewinn im dritten Quartal | Nachricht | finanzen.net
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Der Streaming-Dienst Netflix hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss seine Bilanz für das jüngst abgelaufene Quartal präsentiert.
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Der Streaming-Riese Netflix hat im dritten Quartal dank Hitserien wie "Stranger Things" wieder etliche neue Kunden hinzugewonnen. Unterm Strich stieg die Anzahl der Bezahlabos in den drei Monaten bis Ende September weltweit um 6,8 Millionen, wie der Online-Videodienst am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit blieb Netflix zwar unter seiner eigenen Prognose von sieben Millionen neuen Nutzern, übertraf aber die Markterwartungen.

Insgesamt beliefen sich die bezahlten Mitgliedschaften zum Quartalsende auf knapp 158 Millionen. Dabei strebt Netflix für das laufende Vierteljahr mit 7,6 Millionen neuen Kunden weniger Wachstum an als von Analysten angenommen, obwohl das Weihnachtsquartal eigentlich meist sehr stark ist.

Netflix steht vor dem Start neuer Streaming-Dienste der finanzkräftigen Rivalen Disney und Apple unter Druck und hatte Aktionäre im Vorquartal mit relativ schwachem Wachstum enttäuscht. Besonders schlecht kam damals ein Rückgang der Nutzerzahlen im wichtigen US-Heimatmarkt an. Im jüngsten Quartal sah es jedoch wieder besser aus - in den USA kamen immerhin 517.000 neue Abonnenten hinzu.

Insgesamt bleibt der US-Markt für Netflix aber schwierig, in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres abonnierten lediglich 2,7 Millionen neue Nutzer den Service. Eine kräftige Preiserhöhung dürfte dabei eine wichtige Rolle gespielt haben. Künftig will das Unternehmen sein US-Wachstum nicht mehr separat ausweisen, sondern zusammen mit den Zahlen für den kanadischen Markt bündeln.

Finanziell lief es indes zuletzt rund: Der Gewinn kletterte im Jahresvergleich von 403 Millionen auf 665 Millionen Dollar (600,5 Mio Euro) und damit deutlich stärker als von Analysten erwartet. Der Umsatz legte um kräftige 31 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar zu. Allerdings rechnet das Unternehmen angesichts hoher Produktions- und Marketingkosten mit deutlich weniger Überschuss zum Jahresende.

Dass der Streaming-Dienst von Anfang Juni bis Ende September bei Kunden punkten konnte, war nicht zuletzt "Stranger Things" zu verdanken. Mit 64 Millionen Zuschauern in den ersten vier Wochen war es laut Netflix die bislang erfolgreichste Staffel der beliebten Mystery-Serie. Im vierten Quartal baut Netflix vor allem auf Filmproduktionen wie etwa Martin Scorseses "The Irishman" mit den Hollywood-Stars Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci.

Dem Angriff der Konkurrenten Disney und Apple, deren Videodienste jeweils im November starten und deutlich weniger kosten als die Abos von Netflix, begegnet der Streaming-Marktführer demonstrativ selbstbewusst. Die neuen Angebote würden zwar viel Lärm machen und Netflix kurzfristig womöglich etwas belasten, heißt es im Brief an die Aktionäre. Doch kein Wettbewerber habe eine vergleichbare Vielfalt und Qualität, deshalb werde Netflix weiter wachsen.

Rechtlichen Ärger gibt es unterdessen um die Verfilmung des "Panama Papers"-Steuerskandals. Die im Zentrum der Affäre stehende Kanzlei Mossack Fonseca hat bei einem US-Gericht Klage gegen die mit Stars wie Meryl Streep und Antonio Banderas besetzte Netflix-Produktion "Die Geldwäscherei" von Regisseur Steven Soderbergh eingereicht. Die Ausstrahlung des bereits auf Filmfestivals in Toronto und Venedig gezeigten Streifens zu verhindern, dürfte jedoch schwierig werden. Netflix stellte am Mittwoch bereits einen Antrag auf Klageabweisung.

Wieder steigende Nutzerzahlen versöhnen die Netflix-Anleger

>Die Aktien von Netflix hatten daraufhin am Donnerstag zunächst einen Freudensprung gemacht: In der Spitze waren sie um fast 8 Prozent in die Höhe geschnellt. Die Gewinne schrumpften im Verlauf aber deutlich, am Ende blieb noch ein Plus von 2,47 Prozent, die Anteilsscheine schlossen bei 293,35 US-Dollar.

Fachleute werteten die Neuigkeiten von Netflix eher positiv. Zwar habe der Abonnentenzuwachs in den USA enttäuscht, international aber positiv überrascht, schrieb der Experte Mark Mahaney vom Analysehaus RBC.

Auch insgesamt sei das dritte Quartal ermutigend verlaufen, schrieb Analyst Douglas Mitchelson von der schweizerischen Bank Credit Suisse. So stieg der Gewinn deutlich stärker als von Experten erwartet.

Zudem sähen die Ziele von Netflix für das Schlussquartal konservativ aus, fuhr Mitchelson fort. Das Unternehmen rechnet angesichts hoher Produktions- und Marketingkosten mit deutlich weniger Überschuss zum Jahresende.

Analyst Douglas Anmuth von der US-Bank JPMorgan schlug in dieselbe Kerbe: Für das vierte Quartal sei mehr Zuversicht angebracht, auch wegen starker Sendeinhalte. Netflix setzt vor allem auf Filmproduktionen wie etwa Martin Scorseses "The Irishman" mit den Hollywood-Stars Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci.

Anleger sind derweil trotz des Kursanstiegs am Donnerstag eher skeptisch: Nach dem für den Aktienmarkt insgesamt desaströsen vierten Quartal des vergangenen Börsenjahres hatten sich die Netflix-Papiere zwar bis Juli deutlich erholt, wurden dann aber von den enttäuschenden Geschäftszahlen zum zweiten Quartal stark ausgebremst. Die Anteilsscheine sackten bis Ende September auf rund 252 Dollar ab und verloren so innerhalb von gut zwei Monaten mehr als 30 Prozent, bevor sie sich dann wieder etwas erholten.

Der anfängliche Kurssprung an diesem Donnerstag hievte die Aktien in der Spitze wieder auf das Niveau von Mitte August, zuletzt standen sie auf dem Stand von Mitte September. Damit ist die Scharte aus dem Juli also noch lange nicht ausgewetzt. Und seit Jahresbeginn gerechnet haben die Anteilscheine lediglich knapp 10 Prozent gewonnen, während der NASDAQ 100 in diesem Zeitraum um mehr als ein Viertel gestiegen ist.

LOS GATOS (dpa-AFX)

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10.06.2022Netflix SellGoldman Sachs Group Inc.
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13.05.2022Netflix NeutralJP Morgan Chase & Co.
20.04.2022Netflix HoldJefferies & Company Inc.
20.04.2022Netflix NeutralJP Morgan Chase & Co.
20.04.2022Netflix NeutralCredit Suisse Group
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