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13.10.2018 12:00
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Wachstum pur: Die neun stärksten Nebenwerte Deutschlands

Euro am Sonntag-Titel: Wachstum pur: Die neun stärksten Nebenwerte Deutschlands | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Titel
Unternehmen mit soliden Bilanzen und hohen Zuwächsen liefern meist üppige Kursgewinne. €uro am Sonntag hat die besten neun Aktien aus Deutschland gefunden.
€uro am Sonntag
von K. Schachinger und R. Frank, Euro am Sonntag

Ursprünglich war es wohl anders geplant, Erich Sixt hatte aber einen Plan B: Als der Chef und Gründer des gleichnamigen Autovermieters Anfang des Jahres die Anteile an Drive­Now, dem Carsharing-Joint-Venture mit BMW, dem Autokonzern überließ, war auch das ein gutes Geschäft. Da ist sich Sixt sicher - schließlich haben der Autovermieter die zugrunde liegende Software ­behalten. Das SDAX-Unternehmen mit seinen 215.000 Mietwagen in weltweit 600 Städten kann so im Carsharing noch einmal durchstarten. Für Aktionäre gab es ein Extra: Sie wurden über eine Sonderausschüttung an den 210 Millionen Euro Verkaufserlös beteiligt.


Klein, wendig, innovativ und dazu noch stabil auf Wachstumskurs - das zeichnet die Geschäftsmodelle zahlreicher Firmen aus den Nebenwertesegmenten MDAX und SDAX aus. Ihren Aktionären beschert das vielfach hohe Wertzuwächse. Die Vorzugsaktien von Sixt etwa brachten in fünf Jahren inklusive Dividende mehr als 400 Prozent Wertsteigerung. Im Schnitt lieferten die Aktien des SDAX über 80 Prozent Performance, die Werte des MDAX durchschnittlich gut 70 Prozent.


Viele mittelgroße, börsennotierte deutsche Firmen sind international gut aufgestellt und zählen in ihren Märkten zu den führenden Anbietern. Solide Bilanzen mit geringer Verschuldung, stabile Gewinnmargen und überdurchschnittliches Wachstum sind Anzeichen dafür, dass die Geschäftsmodelle hervorragend sind. Viele Aktien, die in den beiden deutschen Nebenwerte-Indizes gelistet sind, stechen hier aus der Masse heraus.

Die Redaktion hat die Prognosen für die jährlichen Zuwächse bei Umsatz und Gewinn der 130 kleinen und mittelgroßen Unternehmen von 2018 bis 2020 zugrunde gelegt, Manager eingeschätzt und Bilanzen unter die Lupe genommen - und so neun Favoriten aus den deutschen Small und Mid Caps herausgefiltert. Unsere neun Top-Wachstumswerte, geordnet nach Umsatzwachstum, sind vornehmlich für spekulativ orientierte Anleger geeignet.


Im Überblick: Neun Mal Wachstum (PDF)

Aumann:
E-Mobilität

von Sven Parlies

Elektro­motoren sind der neue Megatrend in der Automobilindustrie. Aumann ist seit Jahrzehnten ein Experte in diesem Bereich. Das Unternehmen ermöglicht mit seinen Produkten die Massenfertigung von Komponenten des elektrifizierten Antriebsstrangs - von Energiespeichersystemen über Antriebs- und Getriebekomponenten sowie Aggregate bis hin zu Elektronikbauteilen. Zu den ­Kunden zählen die großen Namen der deutschen Autoindus­trie: Audi, BMW, Con­tinental, Daimler und Volkswagen.

Der Geschäftsbereich E-Mobility steuerte im vergangenen Jahr 29 Prozent zum Gesamtumsatz von Aumann bei und wuchs mit einem Plus von 43 Prozent überproportional stark. Die EbitMarge dieses Bereichs lag bei elf Prozent und damit leicht über dem Niveau des Gesamtunternehmens. E-Mobilität ist aus Sicht der Börse der lukrativste Bereich und dürfte im Unternehmen stetig an Bedeutung gewinnen.

Im zweiten und derzeit größeren Geschäftsbereich Classic fertigt Aumann Spezialmaschinen für verschiedene Industriebereiche. Auch dort spielt die Autoindustrie eine wichtige Rolle, etwa mit Maschinen zur Produktion von Antriebskomponenten in Verbrennungsmotoren. Weitere Kunden kommen aus den Bereichen Verbraucherelektronik, Haushaltsgeräte oder aus der Luft- und Raumfahrt.

Fazit: Da die Autoindustrie erst jetzt mit der Massenproduktion von Elektroautos beginnt, sollte das Wachstums­potenzial für Aumann noch immer groß sein.

Zooplus:
Futterkiste

von Sven Parplies

Mehr als 34 Millionen Haustiere gibt es in Deutschland, vor allem Katzen und Hunde. In 45 Prozent der Haushalte lebt ein tierischer Mitbewohner. Die Lieblinge wollen versorgt werden: 4,8 Milliarden Euro haben die Bundesbürger laut dem Zentralverband zoologischer Fachbetriebe im vergangenen Jahr für Heimtierbedarf ausgegeben.

Nur zwölf Prozent des Geschäfts liefen zuletzt übers Internet. Im 26 Milliarden Euro großen westeuropäischen Markt liegt der Onlineanteil sogar nur bei neun Prozent. Weil es deutlich bequemer ist, den Transport der Ware dem Postboten zu überlassen, sollte der Umsatzanteil der Internethändler weiter steigen. Bestens für den Trend positioniert ist Zoo­plus: Das Münchner ­Unternehmen ist Europas größter Onlinehändler für den Heimtierbedarf. Neben Futter gehört auch Zubehör wie Kratzbäume, Hundekörbe oder Spielzeug zum Sortiment. Seit dem Börsengang im Jahr 2008 ist der Gesamtumsatz von 80 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro gestiegen. Bis zum Jahr 2020 sollen es nach den Plänen des Managements zwei Milliarden Euro werden.

Zooplus befindet sich noch immer in der Investitionsphase. Im ersten Halbjahr lasteten Ausgaben für die Erweiterung der Logistik in Großbritannien auf der Bilanz. Die Herausforderung für den Vorstand liegt darin, Wachstum und Profitabilität in Einklang zu bringen.

Fazit: Als Marktführer in Europa kann ­Zooplus Größenvorteile nutzen und sollte zu den Gewinnern des wachsenden ­Onlinehandels gehören.

Aroundtown:
Börsenneuling

von Klaus Schachinger

Auf dem Parkett ist Aroundtown erst etwas länger als ein Jahr. Die Aktien des größten Verwalters von Büro-, Hotel- und Gewerbeimmobilien in Deutschland werden seit Juni 2017 im Prime Standard gehandelt. Im März stieg die Luxemburger Firma dann in den MDAX auf - in guter Gesellschaft von weiteren sechs Firmen aus der Immobilienzunft.

Die Branche profitiert wie keine andere von den niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt. Die Kosten für Kredite sind ein wichtiger Faktor in den Bilanzen von Immobilienverwaltern. Günstige Refinanzierungen ermöglichen Wachstum. Ein Investment-Grade-Rating, ein "A-" der Ratingagentur Standard & Poor’s, soll Aroundtown überdurchschnittliche Bonität bringen. Mit "BBB" ist das aktuelle Rating etwas schlechter. Man erfülle aber bereits die Kriterien für das angestrebte Rating, so Vizechef Andrew Wallis. Über 70 Prozent des Immobilien­bestands sei nicht beliehen. Die Luxemburger nutzen das günstige Zinsumfeld, um sich mit Unternehmensanleihen, die in Euro und Fremdwährungen begeben werden, eine internationale Investorenbasis aufzubauen.

Mit dem Geld wurden im ersten Halbjahr Objekte im Wert von 1,4 Milliarden Euro akquiriert, darunter das Hilton-­Hotel am Gendarmenmarkt in Berlin. Der Hilton-Komplex am Londoner Hyde Park ist ebenfalls im Portfolio, das rund zwölf Milliarden Euro wert ist. Hierzulande ist Aroundtown auf die Metropolen Berlin, Frankfurt, ­München und einige mittelgroße Städte fokussiert. Veräußert werden überwiegend Einzelhandelsobjekte. ­Deren Mieter spüren die Konkurrenz durch den E-Commerce deutlich und zahlen deshalb weniger Miete. Einzelhandelsimmobilien machen sieben Prozent des Portfolios aus. Mittelfristig soll es weniger sein. Insgesamt stiegen die Mieteinnahmen in der ersten Jahreshälfte um 43 Prozent auf 291 Millionen Euro. Bis 2020 erwarten Analysten - ohne Zukäufe - beim Erlös jährlich gut ein Fünftel Zuwachs und beim operativen Gewinn ein Plus von gut 16 Prozent.

Fazit: Aroundtown, das solide finanziert ist, nutzt die niedrigen Zinsen für Zukäufe. Die Prognosen lassen sich übertreffen.

Evotec:
Schlauer Helfer

von Sven Parplies

Die Entwicklung eines Medikaments ist für einen Pharmakonzern ein langer Weg. Oft dauert es mehr als zehn Jahre bis zur Zulassung des fertigen Produkts, die Kosten können auf mehr als eine ­Milliarde Dollar steigen. Die meisten Projekte scheitern, weil das Präparat nicht die erhoffte Wirkung entfaltet. Um das finanzielle Risiko zu begrenzen, gliedern viele Pharmakonzerne die frühen Entwicklungsschritte an externe Dienstleister wie Evotec aus.

Das Hamburger Unternehmen ist seit 25 Jahren im Geschäft und arbeitet mit großen Medikamentenentwicklern wie Bayer, Sanofi und Celgene zusammen. Mehr als 1.800 Wissenschaftler sind inzwischen am Werk. Thematisch konzentriert sich das Unternehmen auf die frühen Entwicklungsschritte von Wirkstoffen aus den Bereichen Neurologie und Onkologie sowie zur Bekämpfung von Infektionen und Diabetes.

Das Geschäft von Evotec ist in zwei Sparten gegliedert: Evotec Execute ist ein klassischer Dienstleister für die Pharma- und Biotechbranche und geht keine Entwicklungsrisiken ein. Evotec Innovate sucht selbst und in Zusammenarbeit mit akademischen Partnern nach aussichtsreichen Wirkstoffkandidaten. Aus wirtschaftlicher Sicht ergänzen sich die beiden Sparten. Investitionen finanzieren die Hanseaten vor allem durch Einnahmen aus ihrem Servicegeschäft. In den späteren Stadien der Produktentwicklung kann das Unternehmen von seinen Partnern Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen kassieren.

Anders als viele andere Biotech­firmen wirtschaftet Evotec profitabel. Läuft alles nach Plan, wird die Firma Umsatz und Gewinn durch neue Projekte kontinuierlich steigern. Erfolgsbeteiligungen sind schwer vorab zu kalkulieren, sollten aber ebenfalls die Kasse füllen. Im laufenden Geschäftsjahr will Evotec den Umsatz um mehr als 30 Prozent steigern und den bereinigten operativen Gewinn bei steigenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung um etwa 30 Prozent verbessern.

Fazit: Wie alle Biotechaktien ist Evotec ein riskantes Investment. Die Hamburger sind bereits profitabel und zählen zu den aussichtsreichsten Firmen in der Branche.

Hypoport:
Digitaler Schub

von Birgit Haas

Hypoport wirbelt eine Branche auf, die sich bei digitalen Prozessen im Tiefschlaf befindet: die Bewertung, Vermittlung und Finanzierung von Immobilien. So bündelte der Berliner Dienstleister jüngst auf seiner Plattform Europace die Angebote unterschiedlichster Anbieter. Über Europace können Berater einen Vertrag deutlich schneller als bisher unterschriftsreif haben, manchmal schon in 20 Minuten. Bisher mussten sie auf unterschiedliche Systeme zugreifen und benötigten oft Stunden für Formalien wie die Prüfung von Bonitäten oder die Ermittlung von Preisen. ­

Hypoports Transaktionsvolumen auf der Kreditplattform legte im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf 27,6 Milliarden Euro zu. Jetzt soll auch die Bewertung von Immobilien auf der Plattform gebündelt und vereinfacht werden - mit Technologie der Firmen FIO Systems und Value AG, die im Frühjahr erworben wurden. Dieses Geschäft anschieben soll Baufinex, Hypoports Kooperation mit der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Der geläufige Name der Bausparkasse sollte es den Berlinern einfacher machen, auch andere Banken vom System zu überzeugen.

Chef und Großaktionär Ronald Slabke will darüber hinaus die Versicherungsbranche aufmischen. Der Vertrieb von Hypoport soll mit den rund 200 deutschen Versicherungsgesellschaften vernetzt werden. Derzeit machen sinkende Gebühren den Assekuranzanbietern zu schaffen. Ihnen will Slabke mit der Plattform ein kostengünstiges Vertriebs­modell anbieten. So will sich Hypoport in diesem Geschäft signifikante Marktanteile sichern.

Nach eigenen Angaben sind die Berliner der einzige Anbieter einer Plattform, welche die Kette zwischen Versicherern und dem Vertrieb komplett abdeckt. Analysten trauen ­Hypoport bis 2020 im Schnitt jährliche Umsatzsteigerungen von gut einem Fünftel zu. Der operative Gewinn soll überproportional um 26 Prozent zulegen. Mögliche Zukäufe sind hierbei nicht berücksichtigt - und positive Überraschungen durchaus möglich.

Fazit: Mit Innovationen machen die Berliner in der Immobilien- und künftig auch in der Versicherungsbranche Tempo.

Xing:
Findiger Netzwerker

von Birgit Haas

Früher galt Xing nur als soziales Netzwerk für Berufstätige. Dass Personalabteilungen auf der Plattform gezielt nach Bewerbern Ausschau halten, machen sich die Hamburger zunutze: Mit der Software der Wiener Firma Prescreen stellt Xing Personalern ein Programm zur Verfügung, das den direkten Zugang zu den mittlerweile mehr als 14 Millionen Nutzern im deutschsprachigen Raum erlaubt und mit dem sich der gesamte Bewerbungs- und Einstellungsprozess steuern lässt. "Unsere am schnellsten wachsende Kundengruppe sind Personalabteilungen", sagt Xing-Chef Thomas Vollmoeller.

Künftig wird das Unternehmen deshalb stärker auf Lizenzprodukte für diese Zielgruppe setzen. Eine Vorstellung davon, in welchen Bereich der Hamburger Dienstleister als Nächstes vorstoßen will, gibt der Zukauf von Asap. Das junge Unternehmen bietet Software zur Verwaltung der Zusammenarbeit mit freien Mitarbeitern an. Xing könnte damit die Auftragsvergaben an freie Mitarbeiter in Unternehmen auf seine Systeme ziehen.

Vollmoeller will zudem den großen US-Digitalkonzernen nacheifern und künftig auch Werbung auf Xing schalten. Den US-Konkurrenten Linked­­In braucht Xing auf dem Heimatmarkt nicht zu fürchten. Auf die Plattformen der Hamburger greifen 15,3 Millionen Nutzer zu. Davon haben eine Million ein Abo. LinkedIn nutzen im deutschsprachigen Raum elf Millionen Menschen.

Xings größere Popularität im deutschsprachigen Raum zeigt sich auch in den Zahlen. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz um 28 Prozent auf rund 111 Millionen Euro zu. Das große Interesse der Personaler an dem Unternehmen spiegelt sich im Firmenkundengeschäft wider. Dort stieg der Umsatz um 41 Prozent auf rund 50 Millionen Euro. Operativ verdienten die Hanseaten mit 33,4 Millionen Euro 18 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2017. Bis 2020 erwarten Analysten im Schnitt 19 Prozent mehr Umsatz pro Jahr und beim Gewinn ein Plus von 21 Prozent. Der Markt für Karrierenetzwerke hat viele Nischen.

Fazit: Mit der Übernahme junger Spezialfirmen erschließt sich das Karrierenetzwerk neue Märkte - eine gute Strategie.

Sixt:
Vorfahrt

von Klaus Schachinger

Erich Sixt denkt weiter. Der 74-jährige Gründer von Europas größtem Autovermieter ist überzeugt davon, dass sein Konzept dem klassischen Modell des Carsharing überlegen ist. Sixt geht davon aus, dass die neuen Mobilitätsdienstleistungen und das Vermieten von Fahrzeugen mittelfristig miteinander verschmelzen. Deshalb will das ­Unternehmen seine Angebote künftig in einer App für mobile Geräte bündeln.

Ihre Carsharing-Technologie haben die Münchner nach dem Ausstieg aus dem Drive-Now-Joint-Venture mit BMW behalten. Rund 100 Millionen Euro will Sixt während der nächsten fünf Jahre in die Neuaufstellung seiner Dienstleistungen investieren. Schon in diesem Jahr sollen Autos mit der neuen Technik ausgerüstet werden.

Im operativen Geschäft bleiben die Bayern auf Wachstumskurs. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz um elf Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu. Bereinigt um die Erträge aus dem Verkauf der Drive-Now-Anteile, stieg der Gewinn vor Steuern während der ersten sechs Monate um 28 Prozent. In ihrer Branche sehen sich die Münchner beim Wachstum an der Spitze. Die Basis dafür ist breit. Sixt legt sowohl im Geschäft mit Privat- als auch mit Geschäftskunden zu. Im Ausland wird die SDAX-Firma ab diesem Jahr 60 Prozent ihres Umsatzes einfahren. In den USA ist der Autovermieter in kurzer Zeit zur Nummer 4 aufgestiegen. Das Potenzial im größten Automietmarkt der Welt ist weiterhin groß.

Mittelfristig, also bis 2020, erwarten Analysten bei Umsatz und operativem Ertrag (Ebitda) jährliche Zuwächse von im Schnitt jeweils fast zehn Prozent. Das ist im Vergleich mit unseren anderen Wachstumsfavoriten zwar nicht spektakulär, aber sehr solide. Die Aktie erzielte beachtliche Wertsteigerungen während der vergangenen Jahre, sie sind ein Indiz dafür, dass die Kurssteigerungen auch weiterhin deutlich über dem Durchschnitt liegen dürften.

Fazit: Gut geführter, innovativer Mobilitätsdienstleister mit aktionärsfreundlicher Dividendenpolitik. Auch für Konservative.

Rheinmetall:
Aufmunitioniert

von Klaus Schachinger

Wegen der zahlreichen militärischen Auseinandersetzungen, aber auch auf Drängen von US-Präsident Donald Trump erhöhen die NATO-Staaten ihre Militärbudgets. Allein Deutschland wird Schätzungen zufolge im Jahr 2020 gut zehn Milliarden Euro mehr inves­tieren. Rheinmetall, Hersteller von ­Panzern, Militärfahrzeugen und Waffensystemen, die auch im Ausland stark gefragt sind, wird davon profitieren.

Im ersten Halbjahr legte das operative Ergebnis vor allem dank der Rüstungssparte um 15 Prozent zu - auf 154 Millionen Euro. Beim Umsatz wurde wegen zunächst fehlender Exportgenehmigungen der Bundesregierung nur das untere Ende der Zuwachsspanne von acht bis neun Prozent erreicht. Waffenexporte in politisch instabile Regionen sind ein wesentlicher Faktor für ­Unschärfe bei den Geschäftsprognosen.

Als Zulieferer für Autokonzerne haben die Düsseldorfer mit 2,9 von 5,9 Milliarden Euro Gesamtumsatz ein ähnlich großes Geschäft wie in der Rüstungssparte. Die Rheinländer liefern Systeme für Europas neue Abgastestnormen. Darüber hinaus fertigt Rheinmetall Automotive, früher als Kolbenschmidt-Pierburg bekannt, Ersatzteile wie Kolben oder Motorblöcke. Mit Packsystemen für Batterien, Gehäusen für Elektro­motoren, Systemen für das Wärme­management und speziellen Pumpen ist der Konzern nach Einschätzung von Analysten auch für den Wechsel vom Verbrennungsmotor zu alternativen Antrieben gut vorbereitet.

Mit jährlich etwas über fünf Prozent Zuwachs legte das Autozuliefergeschäft während der vergangenen drei Jahre nur halb so stark zu wie das Rüstungsgeschäft. Hier erwarten Analysten keine große Verschiebung. Ihren Schätzungen zufolge sollte der Gesamtumsatz bis 2020 jährlich um gut sieben Prozent zulegen, der operative Gewinn um mehr als ein Zehntel.

Fazit: Rheinmetall gehört in seinen Marktnischen, sowohl im Rüstungsgeschäft als auch als Autozulieferer, weltweit zu den führenden Anbietern.

CTS Eventim:
Im Rampenlicht

von Birgit Haas

Rund 250 Millionen Tickets hat CTS Eventim im vergangenen Jahr verkauft, ein Fünftel davon über das Internet. Jüngst gab es diesbezüglich jedoch einen Wermutstropfen. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs hat Anleger verunsichert: Die Richter verbieten CTS künftig, für Tickets, welche die Kunden am PC selbst ausdrucken, eine Extragebühr zu berechnen. Der Aktienkurs sackte um mehr als ein Zehntel ab.

Laut CTS Eventim ist von dem Wegfall der Gebühr nur ein Tausendstel des ­Umsatzes mit Konzerten betroffen. Liveveranstaltungen bescherten dem Ticketvermarkter zuletzt mehr als eine Milliarde Euro Jahresumsatz. Vorläufig haben die Bremer die strittige Gebühr gestrichen. Ob sie auch künftig darauf verzichten müssen, soll die schriftliche Urteilsbegründung klären. CTS Eventim besteht weiterhin auf bis zu 1,50 Euro Extragebühr. Indes gehen Analysten davon aus, dass das Urteil die üppige Marge im Ticketverkauf, zuletzt knapp 38 Prozent, schmälern wird.

Außerhalb Deutschlands ist der Veranstaltungsprofi und Ticketvermarkter in 21 weiteren Ländern Europas präsent. Dennoch dominiert der Heimatmarkt das Geschäft, mit gut 69 Prozent Anteil am Umsatz. Mit dem Ausbau von Liveveranstaltungen und Events wie "Holiday on Ice" bleibt CTS auf Wachstumskurs. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz um 36 Prozent auf 429 Millionen Euro zu. Der Vorsteuergewinn stieg um mehr als 57 Prozent auf 29 Millionen Euro. Das zeigt, dass die Nordlichter die Profitabilität im Geschäft mit Liveveranstaltungen verbessert haben und auch die Margendelle im Ticketing kompensieren konnten. Anleger sollten den Kursrücksetzer zum Einstieg nutzen. Während der vergangenen zehn Jahre hat CTS den operativen Gewinn kontinuierlich gesteigert. Hierzulande hat das einer Analyse von €uro am Sonntag zufolge weniger als ein Dutzend Firmen geschafft. bih

Fazit: Der Konzertvermarkter steigert seine Gewinne stetig. Das Geschäft bietet vor allem in Europa noch viel Potenzial.





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Bildquellen: Adchariyaphoto / Shutterstock.com, Pisit.Sj / Shutterstock.com

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