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18.04.2022 17:10

Siemens, Barclays, Amazon & Co.: Diese CEO-Positionen wurden 2021 neu besetzt

Führungswechsel: Siemens, Barclays, Amazon & Co.: Diese CEO-Positionen wurden 2021 neu besetzt | Nachricht | finanzen.net
Führungswechsel
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Im vergangenen Jahr kam es bei einigen DAX- und US-Unternehmen zu Führungswechseln. Einige dieser Neubesetzungen dürften überrascht haben.
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• 2021 zahlreiche Chefwechsel
• Einige Überraschungen
• Auch für 2022 Umbesetzungen angekündigt

Joe Kaeser gibt Siemens-Führung an Roland Busch ab

In den DAX-Unternehmen war trotz der Corona-Pandemie 2021 kein Stillstand zu erkennen. So gab etwa Siemens-Chef Joe Kaeser, der die Position seit August 2013 innehatte, den Chefsessel am 3. Februar 2021 an Roland Busch ab und wechselte in den Aufsichtsrat der Tochter Siemens Energy. Der neue Konzernlenker ist seit 1994 im Unternehmen und leitete zuvor die Autosparte "Siemens VDO" für die Region Asien-Pazifik in Shanghai, ehe er 2011 in den Vorstand berufen wurde. Seinen Fokus will der Siemens-CEO nun auf Nachhaltigkeit und moderne Technologien legen, wie er zu seinem Amtseintritt erklärte. "Die Digitalisierung wird uns allen helfen, Wachstum und Wohlstand zu schaffen und gleichzeitig weniger Ressourcen zu verbrauchen. […] Diese Welt mit unseren Kunden zu bauen - das ist unsere Aufgabe!", zitiert das Unternehmen Busch.

Stefan De Loecker verlässt Beiersdorf - Vincent Warnery rückt nach

Deutlich unruhiger ging es hingegen bei Beiersdorf zu: Nachdem Finanzchefin Dessi Temperley im Dezember 2020 ankündigte, den Großkonzern nach Ablauf ihres dreijährigen Vertrags zu verlassen, erklärte im März 2021 dann auch Marketing-Chef Asim Naseer, mit Vertragsablauf auszuscheiden, wie Dow Jones Newswires berichtete. Im April gab dann schließlich auch CEO Stefan De Loecker seinen Rücktritt bekannt. Seit dem 1. Mai 2021 werden die Unternehmensgeschäfte nun von Vincent Warnery geleitet, der zuvor den Geschäftsbereich Pharmacy & Selective und das Nordamerikageschäft überblickte.

Belén Garijo an Merck-Spitze - erste alleinige DAX-Chefin

Ebenfalls zum 1. Mai 2021 wurde die Führungsspitze des Darmstädter Pharmakonzerns Merck KGaA neu besetzt. Die gelernte Ärztin Belén Garijo übernahm die CEO-Position von Stefan Oschmann, nachdem sie erstmals 2011 ins Unternehmen stieß und 2015 die Leitung des Healthcare-Bereichs übernahm, wie auf der Unternehmensseite zu lesen ist. Mit der Konzernleitung ist Garijo außerdem die erste Frau, die die alleinige Leitung eines DAX-Konzerns innehat, so die Deutsche Presse-Agentur.

Guido Kerkhoff rückt bei Klöckner & Co für Gisbert Rühl nach

Doch auch außerhalb des deutschen Leitindex ging ein Stühlerücken über die Bühne. So gab Gisbert Rühl, der die Leitung des SDAX-Konzerns Klöckner & Co seit 2009 innehatte, die Chefposition zum 13. Mai 2021 an Guido Kerkhoff ab. Der frühere thyssenkrupp-Vorstand will den Stahlhändler vor allem mithilfe moderner Technologie voranbringen, wie er in einer Pressemitteilung verriet. "Mit unserer neuen Strategie 'Klöckner & Co 2025: Leveraging Strengths' richten wir unser Unternehmen wieder auf nachhaltiges Wachstum aus", zitiert das Unternehmen Kerkhoff. "Wir haben in den vergangenen Jahren als digitaler Vorreiter in der Stahlindustrie klare Stärken und Kompetenzen aufgebaut, die wir jetzt gezielt für die erfolgreiche Entwicklung von Klöckner & Co einsetzen werden. Dafür werden wir in unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unsere digitale Transformation investieren."

Karl Tragl neuer Wacker Neuson-Chef

Bewegung war auch beim Baumaschinehersteller Wacker Neuson zu beobachten: Nachdem Karl Tragl die Diehl-Gruppe Ende 2020 aus persönlichen Gründen verließ, übernahm er zum 1. Juni 2021 die Leitung des SDAX-Konzerns. Kurt Helletzgruber, zuvor Vorstandsvorsitzender, bleibt derweil im Aufsichtsrat.

Matthias Gründler verlässt TRATON - Christian Levin neuer CEO

Auch die Volkswagen-Nutzfahrzeugholding TRATON wurde im vergangenen Jahr Ziel eines Führungswechsels. Erst im Juli 2020 ging das Zepter von Andreas Renschler an Matthias Gründler über, zum 1. Oktober gab dieser den Führungsposten aber bereits wieder ab. Stattdessen rückte Christian Levin nach, der bereits zuvor den ebenfalls zu VW zugehörigen Nutzfahrzeughersteller Scania leitete und nun beide Marken betreut. Auch wenn das Unternehmen sich hierzu nicht öffentlich äußerte, soll es intern bereits vor Gründlers Abgang zu Konflikten gekommen sein, wie das "Manager Magazin" berichtete. So soll sich der Ex-Chef darüber verärgert gezeigt haben, dass der Konzern wichtige Entscheidungen ausbremse. Außerdem soll er sich über sein Gehalt für das Jahr 2021 enttäuscht gezeigt haben. Auch Christian Schulz, ehemals TRATON-Finanzchef und am Börsengang der LKW-Sparte beteiligt, folgte Gründler zum Monatswechsel, so das Magazin weiter.

Barclays-CEO Jes Staley tritt nach Epstein-Ermittlungen zurück

Zu einem skandalträchtigen Führungswechsel kam es im vergangenen Jahr derweil bei der britischen Großbank Barclays. Seit Dezember 2015 leitete Jes Staley das Finanzinstitut, nachdem die britische Finanzaufsichtsbehörde aber eine Verbindung zwischen dem CEO und dem verurteilten und mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erkannte, trat Staley im Einvernehmen mit seinem Arbeitgeber zurück. Epstein wurde 2019 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er gemeinsam mit seiner ehemaligen Partnerin Ghislaine Maxwell einen Ring zur sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen betrieben haben soll. Laut Obduktionsbericht hat sich der ehemalige Investmentbanker noch im selben Jahr in der Haft das Leben genommen. Wie "The Guardian" berichtete, haben Staley und Epstein über vier Jahre lang 1.200 E-Mails ausgetauscht. Zwar erklärte der ehemalige Barclays-Chef, dass er gegen die Vorwürfe vorgehen wolle, die Unternehmensführung ging zum 1. November 2021 aber trotzdem an C.S. Venkatakrishnan, der bereits seit 2016 bei der Großbank tätig ist, wie das Unternehmen informiert.

Intel-CEO Robert Swan räumt Feld für Pat Gelsinger

Aber auch in den USA gab es im vergangenen Jahr einen regen Wechsel in der Führungsetage. So wurde etwa bereits Anfang 2021 angekündigt, dass Intel-CEO Robert Swan die Führungsrolle abgeben wolle, nachdem er im Januar 2019 die Unternehmensleitung übernahm. Zuvor hatte er bereits sieben Monate als Interims-CEO fungiert, wie "CNBC" berichtete. Unter Swans Amtszeit kam es zu Lieferverzögerungen von Computerchips. Außerdem kündigte Apple 2020 an, seine 15-jährige Partnerschaft mit dem Halbleiterkonzern beenden und eigene Prozessoren in seinen Macs verbauen zu wollen. Auch habe der Konzernlenker immer wieder in der Kritik gestanden, weil er keinen technischen Hintergrund vorweisen könne. Hier kann Swans Nachfolger jedoch punkten: Mit Pat Gelsinger wanderte am 15. Februar 2021 der ehemalige Leiter des Software-Konzerns VMware an die Spitze des Chipherstellers. Knapp acht Monate nach seinem Amtsantritt äußerte sich der neue Intel-CEO im Interview mit "Axios" zur Spaltung mit Apple. "Apple hat entschieden, dass sie selbst einen besseren Chip herstellen können als wir", so Gelsinger. "Und, wissen Sie, sie haben einen ziemlich guten Job gemacht. Was ich also tun muss, ist, einen besseren Chip zu entwickeln, als sie ihn selbst herstellen können. Ich hoffe, dass ich diesen Teil ihres Geschäfts, wie auch viele andere Teile des Geschäfts, mit der Zeit zurückgewinnen kann."

Jeff Bezos tritt als Amazon-CEO zurück - Andy Jassy steigt auf

Für Aufsehen sorgte im vergangenen Jahr die Ankündigung, dass Amazon-Gründer und -CEO Jeff Bezos seine Führungsrolle aufgeben will. So hat seit dem 5. Juli 2021 Andy Jassy die Unternehmensleitung inne, der zuvor Amazons Cloud-Sparte AWS führte, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Auch wenn der Unternehmer damit nicht mehr an der Spitze des Versandhändlers steht, dürfte sich konzernweit seitdem wenig geändert haben. So ist Bezos nach wie vor der Vorsitzende des Verwaltungsrats und soll laut Unternehmensangaben auch weiterhin bei großen Entscheidungen involviert bleiben. Darüber hinaus beschäftigt sich der ehemalige Amazon-Chef seit seinem Rücktritt mit seinen zahlreichen anderen Projekten, allen voran dem Raumfahrtunternehmen Blue Origin.

Fokus auf Block: Jack Dorsey verlässt Twitter

Kurz vor dem Jahreswechsel kam es neben Amazon bei einem weiteren Tech-Konzern zur Umbesetzung der Führungsriege. Ende November erklärte Twitter-Gründer und -CEO Jack Dorsey zuerst, die Unternehmensleitung abgeben zu wollen, um sich auf den Finanzdienstleister Square konzentrieren zu können, den er ebenfalls ins Leben gerufen hatte. Wenige Tage später wurde dann die Umbenennung des Payment-Services in Block bekanntgegeben. So will sich Dorsey auf das Zahlungsgeschäft konzentrieren und dies im Hinblick auf den Trend um Kryptowährungen ausbauen. Seit dem 29. November 2021 leitet der vorherige CTO Parag Agrawal nun das Geschäft des Kurznachrichtendienstes.

Umbesetzungen auch bei GameStop, QUALCOMM und Merck & Co

Darüber hinaus gab es in den USA im vergangenen Jahr zahlreiche weitere Umbesetzungen: Am 21. Juni trat GameStop-Chefin Jenna Owens von ihrer Führungsposition nach nur sieben Monaten zurück, wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" berichtete. Zuvor wurde sie von Amazon abgeworben, um dem ins Straucheln gekommenen Videospielehändler wieder auf die Beine zu helfen. Dies fällt nun aber ins Aufgabengebiet von Nachfolger Matt Furlong. Zum 30. Juni 2021 gab außerdem Steve Mollenkopf die Führung des Halbleiterherstellers QUALCOMM an Cristiano Amon ab, so CNBC. Auch beim US-Pharmakonzern Merck & Co. gab es eine Umbesetzung. Kenneth Frazier verließ das Unternehmen zum 1. Juli 2021, Robert M. Davis, der laut Unternehmensangaben zuvor die operativen Sparten betreute, rückte nach.

Stühlerücken setzt sich 2022 fort

Und auch für das neue Jahr wurden bereits einige Chefwechsel angekündigt: So wird der britische Industriekonzern Linde ab dem 1. März 2022 von Sanjiv Lamba geleitet. Lamba übernimmt damit die Rolle von Steve Angel, welcher ab März Vorstandvorsitzender des Unternehmens wird, wie einer Pressemitteilung zu entnehmen ist. Ebenfalls im März will American Airlines-CEO Doug Parker die Unternehmensleitung abgeben, wie "CNBC" berichtete. "Es wäre wahrscheinlich schon früher geschehen, aber die weltweite Pandemie - und die verheerenden Auswirkungen auf unsere Branche - haben diese Pläne verzögert", so der CEO in einer Mitteilung an seine Mitarbeiter, die dem TV-Sender vorliegt. Parker leitet die US-Fluggesellschaft seit 2013. Zum 31. März 2021 gibt er die Führung an den bisherigen Präsidenten, Robert Isom ab. Parker wird anschließend Vorstandsvorsitzender der Fluggesellschaft bleiben.

Redaktion finanzen.net

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