Infineon kann dynamische KI-Nachfrage teilweise nicht decken

04.02.26 09:57 Uhr

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Von Olaf Ridder

DOW JONES--Infineon Technologies, der weltweit führende Hersteller von Leistungshalbleitern, kann die Nachfrage nach Chips für Stromversorgungslösungen für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz derzeit nicht voll bedienen. Die Nachfrage ist so dynamisch, dass CEO Jochen Hanebeck Investitionen für den Ausbau der Kapazitäten von 500 Millionen Euro auf das laufende Geschäftsjahr vorzieht, um den auch für das nächste Jahr erwarteten starken Anstieg der Bestellungen bewältigen zu können.

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Für das bis Ende September laufende aktuelle Geschäftsjahr rechnet Infineon derzeit mit rein KI-bezogenen Umsätzen von 1,5 Milliarden Euro, das wäre bereits gut eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahreswert. "Diese Zahl ist ausschließlich angebotsseitig begrenzt, also dadurch, wie schnell wir und unsere Fertigungspartner die Kapazitäten erhöhen können", sagte Hanebeck bei Vorstellung der Erstquartalszahlen des Unternehmens aus dem Speckgürtel von München vor Journalisten.

Der tatsächliche Bedarf liege etwas höher, "etwas oberhalb" der Marke von 1,5 Milliarden, fügte Hanebeck auf Nachfrage hinzu.

Die erhöhten Investitionen werden vor allem in Dresden konzentriert, wo ohnehin eine neue Fab im Sommer eröffnet werden soll. Der Hochlauf der Kapazitäten dort soll nun beschleunigt werden, um den Bedarf vor allem an Mosfet-Leistungshalbleitern zu decken, wie sie in Rechenzentren benötigt werden, um die höchste Stromeffizienz zu erzielen. Denn im nächsten Geschäftsjahr rechnet Infineon angesichts der quartalsweisen Nachfrageentwicklung mit KI-Umsätzen von 2,5 Milliarden Euro, das wären nochmals zwei Drittel mehr als in laufenden Jahr.

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"Da muss noch einiges passieren, damit wir das realisieren können", sagte Hanefeld, nicht nur bei Infineon. Auch bei den Zulieferern und Auftragsfertigern im Bereich der Montage müssten einige Flaschenhälse beseitigt werden, um das Marktpotenziel realisieren zu können. Darüber hinaus habe Infineon noch sein konventionelles Geschäft mit Stromversorgungslösungen für Server in Rechenzentren mit einem Volumen von 500 Millionen Euro jährlich.

Infineon-Finanzchef Sven Schneider sagte, die Prognose bedeute, dass KI-Umsätze in diesem Jahr einen Anteil von "ungefähr 10 Prozent" am Gesamtumsatz des Konzerns ausmachen werden und dass dieser Umsatzanteil im nächsten Jahr "in Richtung 15 Prozent" steigen werde. "Das ist bei einem nicht ganz so kleinen Unternehmen wie Infineon dann schon ein erheblicher Schritt", so Schneider.

Der KI-Boom hilft Infineon unterdessen, das große, aber zuletzt schwächere Geschäft mit Chips für die Autobranche zu kompensieren. Dort wird in diesem Jahr zwar auch Wachstum erwartet, es dürfte aber geringer ausfallen als im Konzerndurchschnitt.

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Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com

DJG/rio/sha

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