Jahresabschluss

LANXESS-Aktie verliert: LANXESS mit Wertminderung - Ohne Folgen fürs EBITDA

28.02.24 15:00 Uhr

LANXESS-Aktie unter Druck: Wertminderung vernichtet Aktionärswert | finanzen.net

Der Spezialchemiekonzern LANXESS hat bei der Erstellung des Jahresabschlusses 2023 einen Wertminderungsbedarf in Höhe von 413 Millionen Euro auf den Goodwill identifiziert.

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Die Wertminderung entfällt auf die Geschäftsbereiche Flavors & Fragrances und Polymer Additives und mindert den im Rahmen von Akquisitionen entstandenen Goodwill, wie der Konzern erläuterte. Hintergrund der Wertminderung sei eine in Teilen schwächer als erwartete Nachfrage in den besagten Geschäftsbereichen insbesondere für die Jahre 2023 und 2024.

Darüber hinaus sei bei der Minderheitsbeteiligung am Gemeinschaftsunternehmen Envalior voraussichtlich eine materielle Wertminderung notwendig, die sich nach derzeitigem Stand auf einen niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag belaufen wird. LANXESS wies darauf hin, dass keine dieser Wertminderungen Auswirkungen auf das EBITDA vor Sondereinflüssen hat. Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Jahres 2023 werde sich voraussichtlich im Rahmen der Kapitalmarkt-Erwartungen bewegen, so LANXESS. Der Konsensus für das EBITDA vor Sondereinflüssen liegt bei Vara derzeit bei 510 Millionen Euro. LANXESS legt die Zahlen für das vergangene Jahr am 14. März vor.

Abschreibungen lasten auf LANXESS

Abschreibungen von mehr als einer halben Milliarde Euro durch LANXESS haben am Mittwoch deutliche Spuren im Aktienkurs hinterlassen. Im Xetra-Handel rutschte der Kurs zuletzt um 4,69 Prozent ab auf 22,98 Euro. Das ist der niedrigste Stand seit Anfang Dezember. Das Minus seit Jahresbeginn summiert sich auf rund 19 Prozent.

Der Chemiekonzern nimmt Abschreibungen in zwei Geschäftsfeldern und auf die Minderheitsbeteiligung am Gemeinschaftsunternehmen Envalior vor. LANXESS rechnet auch in diesem Jahr mit einer schwächeren als ursprünglich erwarteten Nachfrage in den Segmenten Flavors & Fragrances und Polymer Additives.

Letzteres lege den Schluss nahe, dass der Start ins Jahr 2024 in diesen Geschäftsfeldern schwierig gewesen sei, schrieb Analyst Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan. Abschreibungen auf die Beteiligung Envalior ließen zudem darauf schließen, dass die Sorgen am Markt über hohe Verschuldungsquoten und die Bilanz von LANXESS fortdauern dürften.

Chris Counihan vom Investmenthaus Jefferies vermutet, dass die Abschreibung bei Flavors & Fragrances größtenteils der Übernahme von Emerald Kalama im Jahr 2021 geschuldet ist, einem Hersteller von Konservierungsstoffen und Aromachemikalien. Beide Abschreibungen seien zwar nicht zahlungswirksam, die Wertberichtigung bei Envalior könne aber bei einem Ausstieg von Lanxess aus dem Gemeinschaftsunternehmen den noch möglichen Ertrag senken. Das sei relevant, denn angesichts der Verschuldungsquote von LANXESS wäre es wichtig, die Beteiligung gut zu Geld zu machen und damit mittelfristig die Verschuldung zu reduzieren.

Im Oktober waren Lanxess-Aktien bei gut 20 Euro auf den tiefsten Stand seit 2009 gefallen. Anschließend hatten sie sich bis auf knapp 30 Euro erholt, waren aber im Dezember mehrfach an einer Rückkehr über die 200-Tage-Linie gescheitert. Diese findet am Markt als längerfristiger Trendindikator viel Beachtung. Anschließend bröckelte der Kurs unter Schwankungen kontinuierlich ab.

JPMorgan belässt LANXESS auf 'Neutral' - Ziel 26 Euro

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für LANXESS nach der Mitteilung einer Firmenwertabschreibung auf "Neutral" mit einem Kursziel von 26 Euro belassen. Dass der Chemiekonzern mit Blick auf die Wertminderung auch auf eine schwächer als erwartete Nachfrage 2023 und 2024 verweise, impliziere einen womöglich trägen Start ins laufende Jahr, schrieb Analyst Chetan Udeshi in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Zudem dürften die Sorgen von Anlegern mit Blick auf die hohe Verschuldung der Kölner nicht weniger werden, auch wenn die Wertminderungen nicht zahlungswirksam seien.

/mis/gl Veröffentlichung der Original-Studie: 28.02.2024 / 06:00 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 28.02.2024 / 06:00 / GMT

NEW YORK (dpa-AFX) / FRANKFURT (Dow Jones / dpa-AFX Broker)

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Bildquellen: LANXESS, 360b / Shutterstock.com

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