finanzen.net
13.03.2019 21:54
Bewerten
(24)

Tesla-Shortseller mit düsterer Prognose: Es ist zu spät, um die Firma zu retten

Kollaps voraus: Tesla-Shortseller mit düsterer Prognose: Es ist zu spät, um die Firma zu retten | Nachricht | finanzen.net
Kollaps voraus
DRUCKEN
Teslas bekanntester Shortseller Mark Spiegel sieht eine düstere Zukunft für den Autobauer. CEO Elon Musk sei ein Lügner, Tesla werde kollabieren - je länger es noch dauere, desto schlimmer werde der Absturz.

Spiegel: Elon Musk ist unmoralisch

US-Investor Mark Spiegel äußerte im Gespräch mit FOCUS-MONEY seine Bedenken gegenüber Teslas weiterem Erfolg und übte harte Kritik, insbesondere an CEO Elon Musk. Das Wirtschaftsmagazin sprach den Tesla-Kritiker auf seine langjährige Tätigkeit als Shortseller des Autobauers sowie auf die Tatsache, dass einige dies als unmoralisch ansähen, an. Spiegel konterte, Elon Musk sei der "wahrscheinlich unmoralischste CEO", den er je gesehen habe. "Er wirft gefährliche Autos mit aus meiner Sicht ungetesteten 'Autopiloten' auf die Straße, er manipuliert für mich Aktienkurse; und dieser 'Umweltschützer' benutzt fortlaufend seinen Privatjet, selbst für kurze Distanzen", kritisierte Spiegel.

Der Tesla-Kritiker zeigte sich im Interview überzeugt, dass seine Tätigkeit als Shortseller gut und hilfreich sei. Denn er warne vor Problemen mit der Aktie. "Für mich ist seit Jahren klar, dass sie extrem überbewertet ist", insbesondere potenzielle Käufer hat er dabei im Visier. "Die können das zur Kenntnis nehmen oder nicht, jedenfalls weiß jeder, worauf er sich einlässt", so Spiegel. Zudem weise er Regulierungsbehörden auf Sicherheitsprobleme mit den Autos hin, vor allem der Autopilot steht dabei im Fokus.

Spiegel: Die SEC ist bereit, wenn Tesla auseinander fliegt

Daneben sprach FOCUS den Tesla-Kritiker auf seinen Vorwurf an, Musk führe die Märkte in die Irre. Ein CEO dürfe Aussagen nur nach bestem Gewissen tätigen, erwiderte Spiegel darauf. Als CEO dürfe man "im Rahmen einer Prognose bestimmte Marktbewegungen vorhersagen, die in die Kategorie 'Safe Harbor' fallen". Musk allerdings überschreite die Grenzen, ist sich der Shortseller sicher und erinnert an die Ankündigung des Tesla-CEOs, den Autobauer bei einem Kurs von 420 US-Dollar pro Aktie von der Börse nehmen zu wollen. Während andere deutlich schlimmere Strafen erwartet hätten, sei Musk glimpflich davongekommen, denn der Aufsichtsrat habe eine "Heidenangst" vor dem CEO, erklärte Spiegel.

Auf die Frage, warum die US-Börsenaufsicht SEC noch nicht durchgegriffen habe, erwidert er: "Ich glaube, die SEC will nicht die Nadel sein, die in diesen Ballon hineinsticht". "Die Börsenaufsicht ist nicht daran interessiert, den Sündenbock zu spielen, aber sie steht bereit, wenn das Unternehmen auseinanderfliegt", und die Chancen dafür stünden nicht schlecht, ergänzte Spiegel.

"Eines Tages wird das alles kollabieren", warnt der Kritiker mit Blick sowohl auf Tesla, als auch auf SpaceX und die Boring Company, die er zuvor als "weiteres, finanzielles Grab" bezeichnete.

Seit rund fünf Jahren Wette auf fallende Kurse

Spiegels "persönliches Damaskus-Erlebnis" sei im Jahr 2014 gewesen. Musk habe damals behauptet, alle gebauten Autos seien verkauft - kurze Zeit später wurde jedoch bekannt, dass 3.000 Wagen noch auf Halde stünden. "Da habe ich gemerkt, dass es sich nicht nur um eine völlig überbewertete Autofirma handelt, sondern dass der CEO ein Lügner ist. […] Er hat die Bluffing-Mentalität eines Zehnjährigen, der Poker spielt, und hält sich dabei für extrem clever".

Auch von den Fahrzeugen Teslas hält Spiegel nicht sonderlich viel. "Musk war clever. Er war der Erste, der ein flottes Elektroauto gebaut hat", erwidert der Shortseller auf die Aussage von FOCUS-MONEY: "Sie müssen aber doch zugeben, dass die Tesla-Fahrzeuge ein Erfolg sind". "Doch die Deutschen werden es jetzt viel besser machen, mit höherer Qualität und Zuverlässigkeit und einem viel schöneren Interieur", zeigte sich Spiegel überzeugt.

Spiegel: Tesla ist nicht mehr zu retten

Der Zukunft des US-amerikanischen Autobauers blickt Spiegel alles andere als rosig entgegen. Auf die Frage, ob Tesla ohne Elon Musk noch gerettet werden könnte, antwortete der Kritiker, dafür sei es wohl zu spät. Musk habe eine wirklich gute Marke aufgebaut, diese dann aber durch schlechte Qualität und schlechten Service beschädigt. "Er hatte sein Fenster, und wenn er weniger ambitioniert und etwas vorsichtiger gewesen wäre, hätte er eine schöne, profitable Autofirma aufbauen und wachsen lassen können", so Spiegel. Die Zukunft gehöre nun aber den deutschen Autobauern.

Für Teslas Zukunft stellte sich Spiegel zwei mögliche Szenarien vor: "Entweder marschiert eines Tages das Department of Justice ein, Musk wird in Handschellen abgeführt, und die Firma ist am nächsten Tag bankrott. Im zweiten Szenario holt die Firma weiterhin genug Geld herein, um die Lichter anzulassen, wobei die Umstände immer hässlicher werden und die Aktie schrittweise abschmiert". So oder so wird der Elektroautobauer langfristig nicht bestehen können, da ist sich der wohl bekannteste Tesla-Shortseller sicher. Er setzt inzwischen seit rund fünf Jahren auf fallende Kurse, nun werde es langsam sehr eng für Tesla. "Und je länger es noch geht, desto schlimmer wird der Absturz".

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Joshua Lott/Getty Images, Frontpage / Shutterstock.com

Nachrichten zu Tesla

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Business Insider
"Es war atemberaubend": Ein Analyst wollte sich in einer Tesla-Fabrik anschauen, wie es um die Firma wirklich steht
Er und sein Kollege Strecker Backe, beide Analysten beim Investmentunternehmen Wedbush, haben sich zusammen mit einer Gruppe von Investoren die Gigafactory von Tesla in Sparks, Nevada und die Fertigungsanlage in Fremont, Kalifornien angeschaut, um die Produktionsprozesse und Nachfragedynamiken besser verstehen zu können.

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Tesla

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
19.03.2019Tesla UnderweightBarclays Capital
15.03.2019Tesla SellUBS AG
15.03.2019Tesla UnderperformRBC Capital Markets
11.03.2019Tesla market-performBernstein Research
11.03.2019Tesla UnderperformRBC Capital Markets
01.03.2019Tesla buyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
11.02.2019Tesla BuyCanaccord Adams
31.01.2019Tesla OutperformOppenheimer & Co. Inc.
31.01.2019Tesla buyJefferies & Company Inc.
14.12.2018Tesla OutperformWedbush Morgan Securities Inc.
11.03.2019Tesla market-performBernstein Research
01.03.2019Tesla market-performBernstein Research
31.01.2019Tesla HoldCanaccord Adams
03.01.2019Tesla Sector PerformRBC Capital Markets
03.01.2019Tesla market-performBernstein Research
19.03.2019Tesla UnderweightBarclays Capital
15.03.2019Tesla SellUBS AG
15.03.2019Tesla UnderperformRBC Capital Markets
11.03.2019Tesla UnderperformRBC Capital Markets
01.03.2019Tesla SellGoldman Sachs Group Inc.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Tesla nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht tiefrot ins Wochenende -- US-Börsen schließen deutlich im Minus -- Commerzbank-Chef liebäugelt mit Fusion -- Chaos-Brexit vorerst abgewendet -- Nike, Ströer, Uber, Dürr, Hapag im Fokus

Allianz bietet auf Versicherungs-Sparten von BBVA. Nokia-Warnung vor Problemen bei Alcatel-Zukauf sorgen Anleger. ProSiebenSat.1-Aktie vor Mehrjahrestief. Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erstmals seit Herbst 2016 wieder negativ. Neuer Videodienst von Apple erwartet. RWE und E.ON im Aufwind.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die zehn größten Kapitalvernichter
Hier wurde am meisten Anlegergeld verbrannt
DIe innovativsten Unternehmen
Diese Unternehmen sind am fortschrittlichsten
Die Top-Autos des Genfer Autosalon 2019
Das sind die Highlights
Das hat sich geändert
Diese Aktien hat George Soros im Depot
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Einige Änderungen unter den Top-Positionen
mehr Top Rankings

Umfrage

Nun ist es bestätigt: Deutsche Bank und Commerzbank loten offiziell eine Fusion aus. Glauben Sie, dass es tatsächlich dazu kommen wird?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Wirecard AG747206
Apple Inc.865985
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
BayerBAY001
Amazon906866
Allianz840400
BMW AG519000
TeslaA1CX3T
E.ON SEENAG99
BASFBASF11
CommerzbankCBK100
Aurora Cannabis IncA12GS7
Deutsche Telekom AG555750