MÄRKTE EUROPA/Risk-on dank Trump - Auch Berichtssaison setzt Akzente
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DOW JONES--An den europäischen Aktienmärkten ist es am Donnerstag kräftig nach oben gegangen. Nachdem die Indizes am Vortag kurz vor der Rede von US-Präsident Donald Trump ihr Tief gesehen hatten, ging es aufwärts. An den Börsen wurde eingepreist, dass Trump förmlich und wie für den Marktstrategen Michael Brown von Pepperstone vorhersehbar die Zollandrohungen im Zusammenhang mit Grönland zurücknahm. Dies geschah nach einem "sehr produktiven" Treffen mit NATO-Generalsekretär Rutte, bei dem man sich auf einen "Rahmen" bezüglich Grönlands und des "Hohen Nordens" im Allgemeinen einigte. Während weitere Gespräche über die Details dieses Deals folgen werden, spielten diese Einzelheiten für die Finanzmärkte kaum eine Rolle. Der Kern der Sache ist, dass das geopolitische Risiko durch diese Nachricht unbestreitbar um mehrere Stufen gesunken ist.
Damit wurden am Aktienmarkt Eskalationsszenarien ausgepreist, aber auch die langlaufenden Staatsanleihen in Japan und den USA, die jüngst für deutlichen Stress sorgten, atmeten nun durch. Der DAX stieg um 1,2 Prozent auf 24.856 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 1,2 Prozent auf 5.956 Zähler.
Vor allem Exportwerte wie Autotitel (Sektor plus 2,3%) waren gesucht, die jüngst unter den angedrohten US-Strafzöllen gelitten hatten. Zudem hatte VW gute Nachrichten zu vermelden, für den Wert ging es um gleich 6,5 Prozent nach oben. Das Unternehmen gab bekannt, dass sich der Netto-Cashflow des Konzernbereichs Automobile nach vorläufigen Berechnungen im abgelaufenen Geschäftsjahr auf rund 6 Milliarden Euro beläuft. Damit wurde sowohl die eigene Prognose als auch die Erwartungen des Markts deutlich übertroffen. Derweil hat Traton (+0,3%) trotz eines Rückgangs des Fahrzeugabsatzes um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr vorläufige Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht, die im Rahmen der Markterwartungen und teils darüber lagen.
Die Aktie des französischen Reifenherstellers Michelin stieg um 3,5 Prozent. "Das sieht noch einen Tick besser als bei Conti aus", so ein Händler zu den am Vortag vorgelegten Geschäftszahlen der Deutschen. Da die Profitabilität der gesamten Auto-Zulieferbranche im Fokus stehe, dürfte sehr gut ankommen, dass Michelin einen deutlich höheren Cashflow vermeldete.
Berichtssaison hat einige Überraschungen parat
Die Krise des Computerspieleherstellers Ubisoft hat noch dramatischere Züge angenommen als befürchtet. Die Aktien bauten ihre Verluste in Paris im Tagesverlauf auf 40 Prozent aus. Zu dem gekappten Jahresausblick kamen noch eine Restrukturierung mit Aufteilung in fünf Geschäftsbereiche, die Streichung diverser Spieleproduktionen plus zwei Studio-Schließungen. Für das Jahr 2026 rechnet Ubisoft mit einem operativen Verlust von rund 1 Milliarde Euro, der Cashflow wird negativ erwartet mit 400 bis 500 Millionen Euro. Neue Jahresziele plant Ubisoft erst im Mai auszugeben. "Die Aktien dürften bis dahin sehr volatil bleiben", erwartet ein Händler.
Carl Zeiss Meditec brachen um 16,6 Prozent ein, nachdem das Unternehmen über einen deutlich schwächeren Start in das Geschäftsjahr 2026 berichtet hatte als erwartet, was zu einer Gewinnwarnung und einer Überprüfung der Jahresprognose führte.
Die Aktien von Repsol (-2,9%) fielen, nachdem der US-amerikanische Exporteur von Flüssigerdgas (LNG), Venture Global, mitgeteilt hat, ein vom spanischen Energiekonzern angestrengtes Schiedsverfahren über LNG-Verkäufe gewonnen zu haben. Repsol hatte dem US-Unternehmen vorgeworfen, LNG auf dem freien Markt verkauft zu haben, anstatt langfristige Verträge zu erfüllen, um von höheren Spotpreisen zu profitieren.
Verlierer waren zudem die Rüstungsaktien, hier zieht momentan der Börsengang der Czechoslovak Group (CSG) in Amsterdam Liquidität an sich, die bei den Wettbewerbern flüssig gemacht wird. Die tschechische Gesellschaft gewinnt laut Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro, an Bedeutung und werde zunehmend als potenzieller Konkurrent etablierter Player wie Rheinmetall (-3,4%) wahrgenommen. Der Börsengang an der Euronext in Amsterdam sei mit einer kurzen Vorlaufzeit geplant, der Handelsstart soll bereits am Freitag erfolgen. Die Nachfrage sei hoch, das Orderbuch innerhalb weniger Minuten gedeckt gewesen.
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Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn*
Euro-Stoxx-50 5.956,17 +1,2% +1,6%
Stoxx-50 5.055,48 +0,9% +1,9%
Stoxx-600 608,86 +1,0% +1,8%
XETRA-DAX 24.856,47 +1,2% +0,3%
FTSE-100 London 10.138,09 k.A. +2,7%
CAC-40 Paris 8.148,89 +1,0% -1,0%
AEX Amsterdam 1.000,22 +0,6% +4,5%
ATHEX-20 Athen 5.785,47 +2,2% +5,8%
BEL-20 Bruessel 5.330,51 +1,4% +3,5%
BUX Budapest 125.197,21 +3,2% +9,2%
OMXH-25 Helsinki 5.892,95 +1,7% +1,6%
ISE NAT. 30 Istanbul 12.851,49 k.A. +13,0%
OMXC-20 Kopenhagen 1.777,39 +3,5% +6,8%
PSI 20 Lissabon 8.604,45 +1,7% +2,4%
IBEX-35 Madrid 17.663,40 +1,3% +0,7%
FTSE-MIB Mailand 45.091,23 +1,4% -1,3%
OBX Oslo 1.636,77 -0,6% +3,1%
PX Prag 2.724,07 +2,0% -0,6%
OMXS-30 Stockholm 3.003,06 +0,5% +3,6%
WIG-20 Warschau 3.341,95 +2,4% +2,5%
ATX Wien 5.544,90 +2,5% +1,6%
SMI Zuerich 13.228,40 +0,5% -0,8%
*bezogen auf Vortagesschluss
DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Mi, 17:30 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1739 +0,5% 1,1686 1,1703 -0,5%
EUR/JPY 185,86 +0,5% 184,99 185,06 +0,5%
EUR/CHF 0,9278 -0,2% 0,9299 0,9288 -0,2%
EUR/GBP 0,8704 +0,1% 0,8700 0,8711 -0,2%
USD/JPY 158,32 +0,0% 158,31 158,13 +1,0%
GBP/USD 1,3487 +0,4% 1,3431 1,3435 -0,3%
USD/CNY 6,9967 -0,0% 6,9990 6,9984 -0,4%
USD/CNH 6,9678 +0,1% 6,9591 6,9595 -0,2%
AUS/USD 0,6835 +1,1% 0,6758 0,6768 +1,3%
Bitcoin/USD 89.104,40 -0,7% 89.744,50 89.492,70 +1,7%
ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 59,27 60,39 -1,9% -1,12 +5,7%
Brent/ICE 64,05 65,24 -1,8% -1,19 +7,1%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold 4.883,32 4.831,30 +1,1% 52,02 +11,8%
Silber 96,05 93,11 +3,2% 2,94 +30,6%
Platin 2.194,99 2.127,32 +3,2% 67,67 +21,3%
Kupfer 5,77 5,77 -0,0% 0,00 +1,3%
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
(Angaben ohne Gewaehr)
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/thl/cln
(END) Dow Jones Newswires
January 22, 2026 12:07 ET (17:07 GMT)
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