Nach Gewinneinbruch

Vodafone-Aktie fester: Vodafone stellt sich auf Jahr der Stagnation ein - Deutschland zuletzt besser

14.05.24 14:13 Uhr

Vodafone-Aktie höher: Vodafone verbucht schwieriges Jahr - nun Phase der Stabilisierung | finanzen.net

Vodafone stellt sich nach einem schwierigen Jahr mit operativem Gewinneinbruch zumindest auf eine Phase der Stabilisierung ein.

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In den zwölf Monaten bis Ende März rutschte der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (Ebitda AL) gegenüber dem Vorjahr um 11,3 Prozent auf 11 Milliarden Euro ab, wie der britische Telekom-Konzern am Dienstag in London mitteilte. Beim Umsatz musste Vodafone Group einen Rückgang von 2,5 Prozent auf 36,7 Milliarden Euro hinnehmen.

Im neuen Jahr stehe noch einiges an, sagte Konzernchefin Margherita Della Valle laut Mitteilung. Sie will für das bis Ende März 2025 laufende Geschäftsjahr einen um Einmaleffekte bereinigten operativen Gewinn von 11 Milliarden Euro sowie einen um Sondereinflüsse bereinigten freien Mittelzufluss von mindestens 2,4 Milliarden Euro vorweisen. Dabei klammert Vodafone allerdings die Geschäfte in Spanien und Italien, die verkauft werden, sowie Wechselkurseffekte und die Hyperinflation in der Türkei aus.

Della Valle kündigte auch Verbesserungen im wichtigsten Markt Deutschland an. Vodafone erzielt hierzulande fast 40 Prozent seines gesamten Service-Umsatzes und noch mehr vom operativen Konzernergebnis. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr stagnierte der Erlös mit Dienstleistungen wie dem Datenverkehr in Deutschland bei rund 11,4 Milliarden Euro. Allerdings kämpft sich Vodafone schrittweise zurück. Mit einem Plus von 0,6 Prozent in den drei Monaten bis Ende März schnitt der Konzern hierzulande deutlich besser ab als von Analysten erwartet.

Nach Abzug von Kündigungen überzeugte Vodafone Deutschland in den drei Monaten bis Ende März 51 000 neue Mobilfunkvertragskunden - also etwa ein Drittel der Menge, die Telefonica Deutschland (O2) für den Jahresbeginn vermeldet hatte. Die Deutsche Telekom legt ihre Zahlen an diesem Donnerstag vor.

Vodafone bekommt baldiges Ende des 'Nebenkostenprivilegs' zu spüren

Das baldige Ende des "Nebenkostenprivilegs", bei dem Mieter zur Bezahlung ihres TV-Zugangs über die Nebenkostenabrechnung verpflichtet sind, macht dem Telekommunikationsanbieter Vodafone (Vodafone Group) zu schaffen. Im Jahresauftakt-Quartal sei die Zahl der Fernsehkunden um rund 650 000 auf 11,8 Millionen gesunken, teilte die Deutschlandtochter eines britischen Konzerns am Dienstag in Düsseldorf auf Anfrage mit. Damit beschleunigte sich der Rückgang, im letzten Quartal 2023 war es nur ein Minus von 140 000 gewesen.

Umstellung beim Kabelfernsehen

Grund für den Abwärtstrend ist eine gesetzliche Frist, die im Juli ausläuft: Dann dürfen Fernsehkosten nicht mehr über die Nebenkosten auf den Mieter umgelegt werden. Dieser jahrzehntelang übliche Mechanismus wird TV-Umlagefähigkeit oder auch Nebenkostenprivileg genannt. Statt automatisch über den Vermieter einen TV-Anschluss zu haben, müssen sich die Mieter selbst Alternativen suchen oder sich freiwillig einer Sammelbestellung anschließen.

Von der bisherigen Regelung profitierte Vodafone, schließlich hatte es jahrzehntelang zuverlässige Einnahmen - im vergangenen Jahr hatte die Firma noch Verträge mit Wohnungsbaugesellschaften, die 8,5 Millionen TV-Kunden betrafen. Die 2022 beschlossene Gesetzesänderung ist nun Gegenwind für die Firma, die sich in einer zweijährigen Übergangsfrist vorbereiten konnte auf den Systemwechsel und stark in Werbung investierte - sie will so viele TV-Kunden wie möglich halten und die Einbußen eindämmen. Allerdings rühren auch Konkurrenten wie Magenta TV von der Deutschen Telekom und Online-Dienste wie Zattoo und Waipu die Werbetrommel.

Laut einer Unternehmenspräsentation der britischen Vodafone-Konzernmutter vom vergangenen Jahr machte die Deutschlandtochter mit ihren Verträgen mit Wohnungswirtschaften früher 800 Millionen Euro Umsatz pro Jahr.

Viele Mieter verzichten erst einmal auf Kabel-TV

Der Deutschlandchef der Firma, Marcel De Groot, betonte, dass man auf die Auswirkungen der Gesetzesänderung gut vorbereitet sei. "Es war klar, dass der Markt sich dadurch zunächst etwas verkleinern würde." Mit der Verkleinerung des Marktes bezog er sich auf den Umstand, dass manche Kunden bisher doppelt zahlten für den Zugang zum Fernsehen: zum einen über die Nebenkosten für Vodafone und zum anderen über separate Online-Dienste oder andere Zugänge. Fällt der Nebenkosten-Anteil für Vodafone weg - häufig sieben bis neun Euro monatlich - bleiben viele Mieter von ihnen bei ihren bisherigen Diensten und verzichten erst einmal auf einen Kabel-TV-Zugang. Dadurch sinkt die Gesamtsumme an Ausgaben fürs Fernsehen.

"Wir sind aktuell voll im Plan", sagte der Vodafone-Manager De Groot mit Blick auf die rückläufigen Zahlen und äußerte sich dann optimistisch: "Viele Verbraucher entscheiden sich auch in Zukunft für unsere TV-Produkte."

Belastung durch hohe Kosten

Vodafone veröffentlichte am Dienstag seine Zahlen für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr 2023/24. In Deutschland stieg der Serviceumsatz um 0,2 Prozent auf rund 11,5 Milliarden Euro, im Vorjahr davor war es noch ein Minus von 1,6 Prozent gewesen. Belastet wurde die Firma durch gestiegene Kosten für Strom und Dienstleister sowie Folgen der Inflation. Außerdem wurde viel Geld in Werbung gesteckt. Das operative Ergebnis (Ebitda AL) sackte in Deutschland erneut um rund 0,3 Milliarden Euro auf 5,0 Milliarden Euro ab. Damit war der Ergebnisschwund in etwa gleich stark wie im Geschäftsjahr 2022/23.

Der Düsseldorfer Telekommunikationsanbieter ist in einer schwierigen Phase. Im Wettbewerb verlor Vodafone in den vergangenen Jahren an Boden. Um wieder in die Spur zu kommen, setzt die Firma auch auf Einsparungen. Die Beschäftigtenzahl soll von derzeit rund 15 000 bis Frühjahr 2026 um 2000 sinken.

Vodafone-Aktien legen in London zeitweise um 3,93 Prozent zu auf 0,7273 GBP.

LONDON/DÜSSELDORF (dpa-AFX)

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