Nach Hypothekenstreit

Deutsche Bank-Aktie nach Milliardenverlust unter Druck

02.02.17 17:58 Uhr

Deutsche Bank-Aktie nach Milliardenverlust unter Druck | finanzen.net

Die Deutsche Bank hat nach der Einigung im US-Hypothekenstreit einen Milliardenverlust geschrieben, der deutlich höher ausfiel als erwartet.

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Neben den Kosten für Rechtsstreitigkeiten schlugen sich Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des britischen Versicherers Abbey Life im Ergebnis des vierten Quartals nieder. Die Erträge legten im Schlussquartal gleichwohl wegen eines Beteiligungsverkaufs zu. Die Kapitalausstattung verbesserte sich zum Jahresende.

Der Nettoverlust belief sich im Zeitraum von Oktober bis Dezember auf 1,9 Milliarden Euro nach einem Fehlbetrag von 2,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten mit 1,15 Milliarden Euro Verlust gerechnet.

Die Anleger reagieren mit Verkäufen auf die Zahlen der Deutschen Bank. Die Aktie verlor bis Handelschluss 5,2 Prozent und war damit größter Verlierer im DAX. Die Analysten von Independent Research stellen zwar die gestiegene Kapitalquote und die gesunkenen Kosten hervor, werten aber die Erlösentwicklung insbesondere im Kapitalmarktgeschäft als enttäuschend. Die Analysten von Credit Suisse sagen, mit der verbesserten Kapitalausstattung habe sich das Verwässerungsrisiko der Aktie durch eine Kapitalerhöhung leicht verringert.

Rechtsfälle noch nicht komplett aus der Welt

Die Deutsche Bank hatte nach der Einigung mit dem US-Justizministerium im Streit um windige Hypothekengeschäfte aus der Zeit der Finanzkrise im Dezember bereits vor einer Milliardenbelastung im vierten Quartal gewarnt.

Der Vergleich hat ein Volumen von 7,2 Milliarden Dollar. Davon beträgt die Zivilbuße 3,1 Milliarden Dollar, der Rest ist als Erleichterungen für Konsumenten vorgesehen und erstreckt sich über mehrere Jahre.

Ebenfalls im vergangenen Geschäftsjahr wurde die jüngst erzielte Beilegung der Geldwäschevorwürfe in Russland mit Behörden aus den USA und Großbritannien verbucht. Diese Einigung kostet die Deutsche Bank 630 Millionen Dollar.

Auch wenn damit zwei wichtige Rechtsfälle aus der Welt geschafft wurden, sind beide Angelegenheiten noch nicht vollständig ausgeräumt. Im Hypothekenstreit sind immer noch zivilrechtliche Fälle anhängig. Beim Thema Geldwäsche ermitteln noch weitere Behörden. Die Bank wisse aber nicht, wann sich das US-Justizministerium mit dem Geldwäsche-Fall beschäftige, sagte Vorstandschef John Cryan auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.

Erhöhte Risikovorsorge wegen Schiffsportfolio

Die Belastungen für die Bank aus Rechtshändeln, dem Verkauf von Abbey Life sowie Restrukturierungskosten beliefen sich im Schlussquartal auf 2,9 Milliarden Euro vor Steuern. Auch die Risikovorsorge legte kräftig um 30 Prozent auf 492 Millionen Euro zu. Grund war vor allem eine erhöhte Risikovorsorge für das Schiffsportfolio der Unternehmens- und Investmentbank. Die Kosten drückte die Bank um 6 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro.

Die Erträge legten im vierten Quartal zu, allerdings dank des Verkaufs der Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank. Ohne diesen wären sie gesunken. Im Gesamtjahr brachen sie sogar um 10 Prozent ein.

Eine schwierige Phase habe es im September gegeben nach der ursprünglichen Forderung des US-Justizministeriums im US-Hypothekenstreit von 14 Milliarden Dollar, sagte Cryan. Das habe dazu geführt, dass Kunden Geschäft von der Deutschen Bank abzogen. Nach der Einigung im Dezember und auch im Januar habe es aber einen deutlichen Aufschwung bei der Kundenaktivität gegeben.

Damit konnte die Deutsche Bank nicht in dem Maße von der höheren Marktvolatilität und dem größeren Handelsaufkommen profitieren wie beispielsweise die großen US-Geldhäuser.

Für 2017 erwartet die Bank steigende Erträge. Auch sei nach zwei Jahren mit Verlusten ein Gewinn angestrebt. Aussagen zur einer Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen wollte Cryan nicht treffen. Dafür sei es noch zu früh, sagte der Manager. Für dieses und für vergangenes Jahr mussten die Aktionäre auf eine Dividende verzichten.

Höchste Kernkapitalquote seit drei Jahren

Bei der Kapitalausstattung hat die Bank Fortschritte gemacht. Die harte Kernkapitalquote bei Vollumsetzung des Regelwerks Basel 3 stieg zum Jahresende auf 11,9 Prozent von 11,1 Prozent zum Ende des dritten Quartals. Laut Mitteilung der Bank war dies der höchste Stand seit drei Jahren. Cryan sprach von einer "erfreulich starken Kapital- und Liquiditätsposition".

Im Gesamtjahr 2016 belief sich der Verlust auf 1,4 Milliarden Euro nach einem Minus von 6,8 Milliarden Euro zuvor. 2015 hatten hohe Rückstellungen und Restrukturierungsaufwendungen das Ergebnis massiv belastet.

FRANKFURT (Dow Jones)

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