Nach Militärschlägen

Experten sehen Kurspotenzial bei Rüstungsaktien - Rheinmetall, HENSOLDT, RENK & TKMS stark

02.03.26 19:40 Uhr

Aktien von Rheinmetall, HENSOLDT, RENK, TKMS & Co. ziehen an: JPMorgan sieht Rally nach Nahost-Eskalation voraus | finanzen.net

JPMorgan prognostiziert nach den jüngsten Militärschlägen gegen den Iran eine massive Kursrally bei Rüstungswerten - nicht nur bei deutschen Aktien.

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Die US-Bank JPMorgan erwartet nach der militärischen Eskalation im Nahen Osten durch die Militärschläge gegen den Iran am Montag Rüstungswerte im Aufwind. Am wahrscheinlichsten sei eine Kursrally bei BAE Systems. Tatsächlich legen die Papiere von BAE Systems am Montag in London zeitweise um 4,92 Prozent auf 22,16 Pfund zu.

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Die Briten liefern die Infrarot-Zielerfassung der Lenkflugkörper im THAAD-Raketenabwehrsystem der US-Armee. In den ersten Angriffen gegen den Iran im Juni 2025 seien Medienberichten zufolge zwischen 15 und 25 Prozent des gesamten THAAD-Arsenals gebraucht worden, um iranische Raketen gegen Israel abzufangen.

Nun dürfte das Verschleißtempo weitaus höher liegen. Auch RENK, Leonardo und QinetiQ sieht der Experte David Perry wegen ihrer hohen US-Umsätze im Fokus.

So reagieren Rüstungsaktien am Montag

Für den deutschen Blue Chip Rheinmetall ging es am Montag via XETRA letztlich um 2,16 Prozent auf 1.627,50 Euro nach unten, nachdem es zunächst noch aufwärts ging. Daneben legten HENSOLDT satte 4,91 Prozent auf 78,05 Euro zu. RENK-Papiere wiesen via XETRA schließlich ein Plus von 3,58 Prozent auf 58,97 Euro aus - bei thyssenkrupps Marinesparte TKMS standen nach zwischenzeitlichen Gewinnen schlussendlich Verlust von 0,73 Prozent auf 95,25 Euro an der Tafel.

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Auch Citigroup nimmt Rüstungsaktien in den Blick

Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran und die anschließenden Vergeltungsschläge dürften den Blick von Investoren auf Raketenabwehrsysteme richten", schrieb Analyst Charles Armitage von der Citigroup. Zudem dürften die USA die Rüstungsausgaben aufstocken. Er nannte unter anderen die Systeme Iris-T SLM der Hersteller Diehl und Hensoldt sowie das System Skyranger von Rheinmetall.

Rheinmetall schließt Kauf der Lürssen-Marinetochter ab

Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall baut künftig auch Schiffe. Der Hersteller von Panzern, Artillerie und Munition gab in Düsseldorf bekannt, dass die Übernahme des Bremer Marineunternehmens NVL abgeschlossen sei. Man habe alle kartellrechtlichen Freigaben erhalten. Verkäufer ist die Bremer Werftengruppe Lürssen, die künftig nur noch Yachten verkauft und sich von ihrer Marinetochter trennt. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Das Kürzel NVL steht für Naval Vessels Lürssen, das Unternehmen hat 2100 Beschäftigte. Für das vergangene Jahr erwartete Rheinmetall einen NVL-Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und einen Betriebsgewinn (Ebit) von zehn Prozent; 2030 sollen es fünf Milliarden Euro Umsatz mit 15 Prozent Ebit sein. Rheinmetall hat rund 40.000 Beschäftigte, 2025 wollte die Firma deutlich mehr als 12 Milliarden Euro Umsatz machen - ihre Jahreszahlen publiziert die größte deutsche Waffenschmiede erst Mitte dieses Jahres.

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Vier Werften wechseln Eigentümer

Rheinmetall und Lürssen hatten bereits im vergangenen September eine Einigung verkündet. Die kartellrechtliche Freigabe durch verschiedene Behörden zog sich in die Länge. NVL hat neben dem Verwaltungssitz in Bremen vier Werften: Eine ist in Wilhelmshaven (Niedersachsen), zwei sind in Hamburg und eine in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern). NVL baut Schiffe für Deutschlands Marine und die Marine anderer Staaten sowie für Behörden, zum Produktportfolio gehören Fregatten, Korvetten, Patrouillenboote, Versorgungsschiffe und Minenräumer.

Der neue Eigentümer Rheinmetall möchte das Geschäft mit den Schiffen deutlich ausweiten, der Rüstungskonzern peilt für seine neue Marinesparte eine jährliche Umsatzsteigerung von etwa 30 Prozent an und würde dann im Jahr 2030 auf circa fünf Milliarden Euro kommen. Hiervon wiederum schätzt Rheinmetall, dass drei Milliarden Euro aus Deutschland und zwei Milliarden Euro aus dem Ausland kommen könnten, darunter Italien, Griechenland und die Türkei.

"Rheinmetall wird künftig zu Lande, zu Wasser, in der Luft und im Weltraum ein relevanter Akteur sein und entwickelt sich damit zum Domäne-übergreifenden Systemhaus", sagte Firmenchef Armin Papperger. Es entstehe "ein leistungsfähiger Komplettanbieter für hochmoderne Überwasserschiffe".

Auch in den USA wittert Rheinmetall gute Geschäfte mit Schiffen, da es dort nicht genug Werftkapazitäten gebe, so die Annahme des Unternehmens. Indonesien, Singapur und Neuseeland sollen ebenfalls Schiffe aus Deutschland kaufen.

Fürs Militär liegen Milliarden bereit

Grund für das große Wachstumspotenzial ist die angespannte weltpolitische Situation und die Entschlossenheit der Nato und anderer Staaten, mehr Geld in ihr Militär zu stecken. Deutschland dürfte in den kommenden Jahren Milliarden in sein Heer, seine Luftwaffe und seine Marine stecken. Das Portemonnaie des Bundes sitzt recht locker, da die Ausgaben weitgehend von der Schuldenbremse ausgenommen sind.

Rheinmetall ist überzeugt, mit NVL einen guten Griff gemacht zu haben. Bei einem Gespräch mit Analysten verwies Konzernchef Armin Papperger im vergangenen Jahr darauf, dass die Konkurrenten TKMS aus Kiel, BAE Maritime aus Großbritannien, Financtiere aus Italien, Naval Group aus Frankreich und Damen Naval aus den Niederlanden weniger profitabel wirtschafteten. Es habe sich eine einzigartige Gelegenheit geboten, die man genutzt habe.

Ein Branchenkenner, der namentlich nicht genannt werden möchte, sieht die thyssenkrupp-Tochter TKMS als Verlierer der Transaktion. In der Vergangenheit sei mehrfach versucht worden, eine enge Zusammenarbeit von Lürssen und TKMS herbeizuführen. "Eine Werftenkonsolidierung in Deutschland lag in der Luft - und nun greift ausgerechnet Rheinmetall zu, das bislang gar keine eigene Werft hat."

Für Rheinmetall sei der Zukauf auch gut, weil es in Verkaufsgesprächen künftig mehr anbieten könne: "Bislang war Rheinmetall mit Waffensystemen und Elektronik nur ein Zulieferer im Marinegeschäft, künftig kann es alles komplett verkaufen, inklusive der Schiffe." Die eigene Schiffskompetenz erleichtere zudem die Entwicklung von Waffen für die hohe See.

NEW YORK (dpa-AFX)

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Bildquellen: Postmodern Studio / Shutterstock.com, Oliver Hoffmann / Shutterstock.com

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DatumRatingAnalyst
19.03.2026Rheinmetall OverweightBarclays Capital
17.03.2026Rheinmetall OverweightJP Morgan Chase & Co.
13.03.2026Rheinmetall BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
12.03.2026Rheinmetall HoldWarburg Research
12.03.2026Rheinmetall KaufenDZ BANK
DatumRatingAnalyst
19.03.2026Rheinmetall OverweightBarclays Capital
17.03.2026Rheinmetall OverweightJP Morgan Chase & Co.
13.03.2026Rheinmetall BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
12.03.2026Rheinmetall KaufenDZ BANK
12.03.2026Rheinmetall BuyJefferies & Company Inc.
DatumRatingAnalyst
12.03.2026Rheinmetall HoldWarburg Research
11.02.2026Rheinmetall HoldWarburg Research
24.11.2025Rheinmetall Market-PerformBernstein Research
19.11.2025Rheinmetall HoldWarburg Research
19.11.2025Rheinmetall Market-PerformBernstein Research
DatumRatingAnalyst
14.06.2019Rheinmetall ReduceOddo BHF
25.01.2017Rheinmetall SellDeutsche Bank AG
06.11.2015Rheinmetall SellS&P Capital IQ
12.08.2015Rheinmetall SellS&P Capital IQ
01.06.2015Rheinmetall verkaufenCredit Suisse Group

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