finanzen.net
14.02.2020 13:40

Krise bei Nissan verschafft Renault rote Zahlen seit über zehn Jahren - Fabriken auf dem Prüfstand

Quartalsverlust: Krise bei Nissan verschafft Renault rote Zahlen seit über zehn Jahren - Fabriken auf dem Prüfstand | Nachricht | finanzen.net
Quartalsverlust
Erstmals seit 2009 ist der Autobauer in die roten Zahlen gerutscht.
Renault ist erstmals seit zehn Jahren in die roten Zahlen gerutscht und will nun massiv sparen. Die Kosten sollen um mehr als zwei Milliarden Euro sinken, ein Plan dafür ist im Mai geplant, wie Interimschefin Clotilde Delbos am Freitag sagte. Dabei stehen auch Fabriken in Frankreich und in der ganzen Welt auf dem Prüfstand. "Wir haben kein Tabu, wir schließen nichts aus", sagte die Generaldirektorin bei der Vorlage der Geschäftszahlen in Boulogne-Billancourt bei Paris.

Delbos ließ erkennen, dass dringend gehandelt werden muss. Der Sparplan soll deshalb in Grundzügen noch vor der Ankunft des Italieners Luca de Meo verkündet werden. Der frühere Seat-Chef wird seinen neuen Posten als Generaldirektor bei Renault am 1. Juli antreten. Nach dem Skandal um den früheren Konzernchef Carlos Ghosn sucht der Hersteller schon länger nach einem Neuanfang - auch an der Spitze.

Der Fehlbetrag betrug im vergangenen Jahr 141 Millionen Euro nach einem Jahresüberschuss von 3,3 Milliarden Euro 2018. Der Umsatz des französischen Traditionskonzerns sank um 3,3 Prozent auf rund 55,5 Milliarden Euro. Zuletzt hatte es 2009 rote Zahlen gegeben. Der Verlust beruht teilweise auf einem kräftig gesunkenen Beitrag des kriselnden Partners Nissan. Die Japaner hatten bereits angekündigt, dass wegen schwacher Verkäufe erstmals seit elf Jahren einen Quartalsverlust eingefahren wurde.

Nissan trug bisher Milliardenbeträge zum Renault-Gewinn bei - diese Zeiten scheinen erstmal vorbei zu sein. Im vergangenen Jahr steuerte Nissan nur noch 242 Millionen Euro bei. Verluste bei Gemeinschaftsunternehmen in China belasteten zudem den Gewinn von Renault, auch Steuereffekte im Heimatland schlugen kräftig zu Buche.

Renault, an dem der französische Staat beteiligt ist, hält 43,4 Prozent der Anteile an Nissan. Die Japaner sind zu 15 Prozent an Renault beteiligt, haben aber dabei keine Stimmrechte. Der französische Hersteller will im Mai neue Projekte für die französisch-japanische Autoallianz ankündigen, die nach Ghosns Fall ebenfalls in eine heftige Krise geraten war.

Zurückhaltend zeigte sich Delbos bei Fragen zum einstmals schillernden Autoboss Ghosn. Sie ließ die Frage unbeantwortet, ob auch Renault den 65-Jährigen verklagen könnte. Nissan hatte den früher allmächtigen Architekten des Autobündnisses von Renault, Nissan und Mitsubishi auf Schadenersatz in Höhe von rund 10 Milliarden Yen (83 Mio Euro) verklagt. Damit solle ein Teil der finanziellen Schäden ausgeglichen werden, die Ghosn Nissan durch sein jahrelanges betrügerisches und korruptes Verhalten zugefügt habe, hatte es in Japan unverblümt geheißen.

Der Ex-Manager war am 19. November 2018 in Tokio unter anderem wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Im April 2019 wurde der gebürtige Brasilianer unter strengen Auflagen auf Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen. Ghosn floh dann Ende Dezember unter abenteuerlichen Umständen in einem Privatjet nach Beirut, angeblich in einer Kiste versteckt.

In Frankreich steht noch ein Rechtsstreit an um Ghosns Rente. Es geht um eine jährliche Zahlung von 800 000 Euro, außerdem fordert Ghosn laut Zeitung "Le Figaro" 15 Millionen Euro in Aktien. Schon bald ist ein Termin bei einem Arbeits-Schiedsgericht geplant.

Asien und insbesondere China machen Renault Sorgen. Delbos warnte vor Risiken im Zusammenhang mit der Covid-19 genannten Lungenkrankheit. Der Konzern habe dafür ein Krisenmanagement eingesetzt. Außer einem Standort in Südkorea würden derzeit alle Renault-Fabriken laufen. Aus der besonders betroffenen Region Hubei in Zentralchina kommen aber viele Auto-Teile, sagte Delbos. Die Auswirkungen seien deshalb schwer abzusehen. "Das Problem ist: Wir haben keine Sicht", sagte sie.

Die Renault-Aktie sank im frühen Pariser Handel 4,05 Prozent auf 33,41 Euro. Im weiteren Verlauf wechselt der Kurs die Vorzeichen und gewann zur Mittagszeit 2,87 Prozent auf 35,82 Euro je Aktie.

BOULOGNE-BILLANCOURT (dpa-AFX)

Bildquellen: JuliusKielaitis / Shutterstock.com, FotograFFF / Shutterstock.com

Nachrichten zu Renault S.A.

  • Relevant
  • Alle
    1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Renault S.A.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
20.02.2020Renault overweightJP Morgan Chase & Co.
19.02.2020Renault UnderperformJefferies & Company Inc.
18.02.2020Renault overweightJP Morgan Chase & Co.
18.02.2020Renault HoldDeutsche Bank AG
18.02.2020Renault NeutralUBS AG
20.02.2020Renault overweightJP Morgan Chase & Co.
18.02.2020Renault overweightJP Morgan Chase & Co.
18.02.2020Renault OutperformRBC Capital Markets
06.02.2020Renault overweightJP Morgan Chase & Co.
30.01.2020Renault overweightJP Morgan Chase & Co.
18.02.2020Renault HoldDeutsche Bank AG
18.02.2020Renault NeutralUBS AG
18.02.2020Renault NeutralGoldman Sachs Group Inc.
18.02.2020Renault Equal weightBarclays Capital
04.02.2020Renault Equal weightBarclays Capital
19.02.2020Renault UnderperformJefferies & Company Inc.
21.01.2020Renault UnderperformJefferies & Company Inc.
25.10.2019Renault VerkaufenDZ BANK
18.10.2019Renault VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
18.10.2019Renault UnderperformJefferies & Company Inc.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Renault S.A. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

Wall Street schwächer -- DAX schließt etwas leichter -- Lufthansa erwägt wohl mit United Übernahme von TAP Portugal -- Aareal Bank senkt Dividende -- Disney, Virgin Galactic, Salesforce im Fokus

alstria office erlöst weniger - Umsatzwarnung für 2020. Walmart erwägt Teilverkauf von britischer Supermarktkette Asda. Munich Re kündigt Aktienrückkauf an. KLM kündigt Sparmaßnahmen wegen Coronavirus an. Iberdrola will 2020 mehr investieren. Adecco schrumpft auch im Schlussquartal.

Umfrage

Machen Sie sich Sorgen um eine Coronavirus-Epidemie in Europa?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
NEL ASAA0B733
TeslaA1CX3T
Ballard Power Inc.A0RENB
Daimler AG710000
PowerCell Sweden ABA14TK6
Lufthansa AG823212
Apple Inc.865985
Amazon906866
BASFBASF11
SteinhoffA14XB9
Allianz840400
Microsoft Corp.870747
Deutsche Bank AG514000
Deutsche Telekom AG555750