Rheinmetall und MBDA forcieren Laserwaffen-Vorhaben

05.01.26 15:41 Uhr

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DÜSSELDORF/SCHROBENHAUSEN/MEPPEN (dpa-AFX) - Die Rüstungskonzerne Rheinmetall und MBDA Deutschland üben sich im Schulterschluss, um in ihrem Laserwaffen-Geschäft voranzukommen. Man wolle im ersten Quartal 2026 ein Gemeinschaftsunternehmen für Marine-Laser-Aktivitäten gründen, teilten die Unternehmen in Düsseldorf und Schrobenhausen mit.

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Die Firmen kooperieren bereits seit 2019, ein Demonstrator - also eine Laserwaffe im Erprobungsstadium - wurde zusammen entwickelt. Er wurde ein Jahr auf einem deutschen Marineschiff eingesetzt, inzwischen ist es zur weiteren Erprobung an Land gebracht worden - und zwar an einen Bundeswehr-Standort in Meppen. Von 2029 an soll das Produkt marktreif und damit regulär einsatzbereit sein.

Laserwaffen sind eine komplexe Angelegenheit und in der Realität sehr weit von solchen Exemplaren entfernt, wie man sie aus Science-Fiction-Filmen wie "Star Wars" kennt. Zum einen sind die Strahlen nicht bunt, sondern farblos. Außerdem brauchen die Waffen enorme Mengen an Strom, was ihren mobilen Einsatz einschränkt - ein Schiff eignet sich daher dank seines starken Motors und großen Energietanks besser als ein Fahrzeug an Land.

Hinzu kommt das sehr anspruchsvolle Thema Tracking: Die Sensorik folgt dem feindlichen Flugobjekt und berechnet blitzschnell, wann es den Laserschuss - also den Energiestrahl - abgeben muss, um es an einem bestimmten Punkt zu treffen und dann eine bestimmte Zeit auf dem Objekt halten kann, bis dessen Oberfläche geschmolzen ist. Zur See muss hierbei auch der Wellengang berücksichtigt werden, damit der Energiestrahl stabil am Zielobjekt bleibt und nicht abrutscht.

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Einsatz gegen Drohnen

Rheinmetall und MBDA betonen, dass es bei den Laserwaffen nur um eine Ergänzung anderer Waffensysteme gehe, also Rohrwaffen und Lenkflugkörpern - und damit das Kerngeschäft der beiden beteiligten Firmen.

Laserwaffen eigneten sich besonders zur Abwehr von Drohnen, heißt es von den Waffenfirmen. Nach Darstellung der Firmen hat sich der Demonstrator auf seiner einjährigen Erprobungszeit auf der deutschen Fregatte bewährt, es wurden mehr als 100 Beschüsse und Tracking-Versuche durchgeführt. Es seien alle notwendigen Fähigkeiten nachgewiesen worden, "um die Ziele präzise, schnell und kollateralschadensarm zu bekämpfen", heißt es in der Mitteilung.

Hiermit sprechen die Firmen noch einen heiklen Punkt bei Laserwaffen an: Geht etwas schief, drohen Unbeteiligten schlimme Schäden. Fliegt etwa ein unbeteiligtes Flugzeug durch den Laserschuss und blicken der Pilot oder ein Passagier in den Laser, so können sie erblinden. Auch Zivilisten am Ufer, die zufällig so einen Strahl abbekommen und auf dessen Quelle gucken, sind in Gefahr.

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Ein-Euro-Münze wird aus großer Entfernung getroffen

So weit soll es aber gar nicht erst kommen. Nach Darstellung von Rheinmetall und MBDA hat ihr bei der Marine erprobter Demonstrator es geschafft, "einen Haltepunkt in der Größe einer Ein-Euro-Münze auf einem weit entfernten Ziel stabil zu verfolgen und punktgenau die Energie der Laserwaffe dorthin zu bündeln". Diese Präzision im Tracking und in der Bekämpfung verhindere es, dass der Schuss am Ziel vorbeigeht. Es werde "größtmögliche Sicherheit" gewährt.

Der zuständige Rheinmetall-Manager Roman Köhne sagte, dass der Bundeswehr binnen kurzer Zeit ein einzigartiges Produkt angeboten werden könne. "Darüber hinaus wurde von Anfang an ein Schwerpunkt in der Nationalisierung der Technologie gelegt: Neben staatlicher Souveränität und Versorgungssicherheit in Krisenfällen, ist es ein Ziel, langfristig Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten, auf- und auszubauen." Thomas Gottschild von MBDA Deutschland betonte, dass das Laserwaffensystem "designed und made in Germany" sei./wdw/DP/jha

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