Starkes Schlussquartal

ING-Aktie etwas höher: Bank verdient mehr als erwartet und hebt Renditeziel für 2027 an

29.01.26 14:18 Uhr

ING-Aktie etwas fester: Gewinn über Erwartungen, Renditeziel steigt | finanzen.net

Die niederländische Großbank ING hat im vergangenen Jahr dank eines starken Schlussquartals den Gewinnrückgang in Grenzen gehalten.

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Die niederländische Großbank ING hat im vergangenen Jahr einen leichten Gewinnrückgang verbucht. Dank eines starken Schlussquartals sank der Überschuss nur um ein Prozent auf 6,3 Milliarden Euro, wie der Mutterkonzern der gleichnamigen deutschen Direktbank am Donnerstag in Amsterdam mitteilte. Damit übertraf sie die Erwartungen von Experten. Jetzt legt ING-Chef Steven van Rijswijk die Latte für die Zeit bis 2027 höher.

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An der Börse zündeten die positiven Neuigkeiten jedoch nicht. An der Euronext in Amsterdam steigt die ING-Aktie lediglich 0,32 Prozent auf 24,925Euro.

Im vergangenen Jahr ging der Zinsüberschuss der ING zwar um gut zwei Prozent auf 14,7 Milliarden Euro zurück. Der Provisionsüberschuss stieg jedoch deutlich, sodass die gesamten Erträge um fast zwei Prozent auf gut 23 Milliarden Euro kletterten.

Andererseits stiegen die Betriebskosten der Bank um fast vier Prozent, und das Management legte mit 1,3 Milliarden Euro mehr Geld für drohende Kreditausfälle zurück. Dies fraß die gestiegenen Einnahmen wieder auf. Weil das materielle Eigenkapital sank, konnte die Bank ihre Rendite auf diese Kenngröße aber von 13,4 auf 13,6 Prozent steigern.

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In den kommenden Jahren soll es weiter nach oben gehen. So fasst Bankchef van Rijswijk für 2026 eine Rendite von mehr als 14 Prozent ins Auge. 2027 soll sie auf mehr als 15 Prozent steigen. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank trieb ihre Rendite im vergangenen Jahr auf 10,3 Prozent nach oben und hat sich für 2028 mehr als 13 Prozent vorgenommen.

Unterdessen meldete die deutsche Direktbank ING für 2025 bereits den zweiten Gewinnrückgang in Folge. Und das, obwohl die Zahl der Privatkunden weiter zulegte: von gut 9,9 Millionen auf 10,1 Millionen Ende vergangenen Jahres. Der Überschuss sank im Vergleich zu 2024 von gut 1,4 auf rund 1,3 Milliarden Euro.

Unterdessen will die ING in Deutschland mit KI-Unterstützung Baukredite bald deutlich schneller vergeben. "Ab Frühjahr werden wir Baufinanzierungen in etwa 30 Minuten prüfen und zusagen können", kündigte ING-Deutschland-Chef Lars Stoy in Frankfurt an. Derzeit dauert das nach Angaben des Instituts etwa sechs Tage.

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Künstliche Intelligenz soll bei dieser "Instant Baufi" an einer zentralen Stelle zum Einsatz kommen: bei der automatisierten Beschaffung zentraler Objektdaten wie Grundstücksgröße oder Wohnfläche aus öffentlichen und amtlichen Quellen ohne weitere Unterlagen. Es folgt - mit Zustimmung des Kunden - eine ebenfalls automatisierte Bonitätsprüfung durch einen digitalen Blick ins Konto desjenigen, der eine Baufinanzierung beantragt hat.

Die Bank versichert: Trotz der massiven technischen Unterstützung entscheide letztlich ein Mensch, ob der Kredit gewährt wird oder nicht. KI helfe aber dabei, die Entscheidung zu beschleunigen.

Zum Marktstart wird "Instant Baufi" den Angaben zufolge exklusiv über die ING-Tochter Interhyp verfügbar sein. "Wir werden 15 bis 20 Prozent dieser Finanzierungen instant prüfen und entscheiden können", sagte Stoy. "Diesen Anteil werden wir sukzessive steigern."

Im vergangenen Jahr erhöhte sich das zugesagte Neugeschäft der ING Deutschland in der Baufinanzierung zum Vorjahr um 30 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro. Etwa zwei Drittel davon kamen über den Baufinanzierungsvermittler Interhyp.

/zb/mis

AMSTERDAM (dpa-AFX)

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