RENK-Aktie trotz Rekordumsatz tiefer - So reagieren Rheinmetall und TKMS

Die hohe Rüstungsnachfrage hat dem Getriebehersteller RENK im vergangenen Jahr Rekorde bei Umsatz und Neugeschäft beschert.
Werte in diesem Artikel
Auch die Ergebnisse konnte das Unternehmen, dass Antriebssysteme insbesondere für Panzer und die Marine herstellt, verbessern. Aktionäre können sich daher über eine deutlich höhere Dividende freuen. Für das neue Geschäftsjahr stellte RENK weitere Zuwächse in Aussicht.
Der Ausblick sei am Mittelpunkt der sehr weit gefassten Zielspannen sowohl beim Umsatz als auch dem operativen Ergebnis etwas schwächer als gedacht, bemerkte etwa Chloe Lemarie vom Analysehaus Jefferies. Typischerweise grenze RENK aber später an das obere Ende ein, und dies wäre solide. JPMorgan-Experte David Perry wies darauf hin, dass das Schlussquartal unter den Erwartungen gelegen habe. Einen weiteren Punkt fand George McWhirter von Berenberg, der bemerkte, dass die Verzögerung von Aufträgen in das Jahr 2026 den freien Mittelzufluss etwas belastet hätten.
RENK steigerte den Umsatz 2025 um knapp ein Fünftel auf 1,37 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Augsburg mitteilte. Dabei war das Rüstungsgeschäft der Wachstumstreiber. RENK stellt Antriebstechniken für Militärfahrzeuge wie Panzer und die Marine aber auch für die zivile Schifffahrt und die Industrie her. "Unsere Strategie, den Fokus konsequent auf Verteidigungstechnologien zu richten, zahlt sich aus", kommentierte Konzernchef Alexander Sagel die Zahlen.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich um 21,7 Prozent auf 230 Millionen Euro. Das Unternehmen erreichte damit seine Prognose sowie knapp die mittlere Markterwartung. Unter dem Strich verdiente RENK mit 101,3 Millionen Euro fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Aktionäre sollen mit 0,58 Euro je Aktie eine um 38 Prozent höhere Dividende erhalten.
Das Unternehmen habe sein Wachstum in nachhaltige Profitabilität umsetzen können, so Finanzvorständin Anja Mänz-Siebje. Und dies "obwohl wir Gegenwind durch unterschiedliche Themen wie zum Beispiel US-Zölle, ein schwaches Industriegeschäft, Exportembargos und Wechselkurseffekte hatten".
Für das neue Jahr geht RENK von weiterem Wachstum aus. So soll der Umsatz auf mehr als 1,5 Milliarden Euro steigen. Das bereinigte Ebit sieht der Konzern bei 255 bis 285 Millionen Euro. Die durchschnittliche Analystenschätzung liegt hier bereits in der oberen Hälfte der Spanne.
Dabei sitzt das Unternehmen auf einem Rekordauftragsbestand von knapp 6,7 Milliarden Euro. Das Neugeschäft legte im vergangenen Jahr um neu Prozent auf 1,57 Milliarden Euro zu. Ein großes Kampfpanzerprojekt für einen internationalen Kunden verschob sich hingegen den Angaben zufolge ins laufende Jahr.
So bewegt sich die RENK-Aktie - unter die Aktien von anderen Rüstungsaktien
Der Geschäftsausblick von RENK konnte die Aktien des Rüstungszulieferers am Donnerstag nicht aus der Lethargie der vergangenen Wochen befreien. Es gab kritische Stimmen zum Ausblick und dem Barmittelfluss, nachdem das Unternehmen für das vergangene Jahr Rekorde bei Umsatz und Neugeschäft vermeldet hatte. Im XETRA-Handel gab die RENK-Aktie letztlich 11,41 Prozent auf 52,00 Euro ab. Auch die Aktien anderer Rüstungsvertreter bewegten sich am Donnerstag: Rheinmetall notierten 5,58 Prozent höher bei 1.547,00 Euro, HENSOLDT verloren 8,65 Prozent auf 71,85 Euro und Titel von TKMS fielen 7,92 Prozent auf 90,15 Euro.
Der Ausblick sei am Mittelpunkt der sehr weit gefassten Zielspannen sowohl beim Umsatz als auch dem operativen Ergebnis etwas schwächer als gedacht, schrieb etwa die Jefferies-Expertin Chloe Lemarie. George McWhirter von der Berenberg Bank sah derweil den Free Cashflow belastet von verzögerten Aufträgen. Laut JPMorgan-Fachmann David Perry erfüllte auch das operative Ergebnis im vierten Quartal die Erwartungen nicht, doch darauf sei der Markt in einem Vorab-Briefing bereits eingestellt worden.
Mit den Kursverlusten blieben die Renk-Aktien am Donnerstag im jüngsten Schwankungsbereich von rund 55 bis etwa 62 Euro. Sie fielen am Donnerstag auch im Sektorumfeld eher negativ auf, denn zumindest die Aktien von Rheinmetall schlugen sich auf Vortagsniveau liegend besser. Der Gesamtmarkt stabilisierte sich indes weiter, nachdem er zu Wochenbeginn wegen des Iran-Krieges deutlich unter der Furcht vor Öl- und Gasknappheit gelitten hatte.
Laut JPMorgan-Experte Perry lässt das geopolitische Umfeld auf eine vorerst sehr starke Entwicklung von Rüstungsaktien schließen. Er sieht Renk wegen seiner Präsenz auf den deutschen und US-amerikanischen Verteidigungsmärkten als außergewöhnlich gut positioniert an und erwähnte daher seinen Glauben, dass eine Kursschwäche eine Kaufgelegenheit mit sich bringt.
AUGSBURG (dpa-AFX)
Ausgewählte Hebelprodukte auf HENSOLDT
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf HENSOLDT
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
Weitere HENSOLDT News
Bildquellen: RENK Group AG
