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31.07.2019 14:42

Facebook kauft sich mit 5 Milliarden von Datenschutzvorwürfen frei - So sicher sind Facebook-Daten jetzt

Userdaten im Blick: Facebook kauft sich mit 5 Milliarden von Datenschutzvorwürfen frei - So sicher sind Facebook-Daten jetzt | Nachricht | finanzen.net
Userdaten im Blick
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Fünf Milliarden US-Dollar muss das weltgrößte Soziale Netzwerk Facebook zahlen, um den Datenskandal um Cambridge Analytica hinter sich zu lassen. Doch welche Konsequenzen zieht das Unternehmen jetzt und wie sicher sind Nutzerdaten beim Zuckerberg-Konzern?
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• 5 Milliarden Dollar: Rekordstrafe wegen Datenskandal
• Zuckerberg wird in seiner Macht deutlich beschnitten
• Libra bringt Datenschutzbedenken verstärkt auf den Tisch

Für die rekordverdächtige Summe von fünf Milliarden Dollar wird die US-Behörde FTC ihre Datenschutzermittlungen gegen den Internetriesen Facebook einstellen. Damit kauft sich das Unternehmen aus dem öffentlichkeitswirksamen Datenschutzskandal um Cambridge Analytica frei, die Beratungsfirma soll Daten von 87 Millionen Kunden ohne deren Wissen weitergeleitet bekommen haben.

Zuckerbergs Datenschutz-Hoheit wird eingeschränkt

Doch mit der Zahlung allein ist es nicht getan: Facebook muss umfangreiche Maßnahmen ergreifen, um Userdaten künftig besser zu sichern. Als erster Schritt soll der Verwaltungsrat eine neue Datenschutz-Aufsicht bekommen, was das bisherige Machtgefüge gehörig durcheinander würfeln dürfte. Denn bislang hatte Konzernchef Mark Zuckerberg nicht nur die Mehrheit der Stimmrechte, sondern auch wenig Beschränkungen bei Datenschutz-Angelegenheiten, die er quasi im Alleingang entscheiden konnte.

Zeitgleich wurde Facebook dazu verdonnert, auch Drittanbieter auf seinen Plattformen verstärkt unter Kontrolle zu nehmen und im Falle von Verstößen konsequenter gegen sie vorzugehen. Empfindlich treffen könnte den Konzern zudem, dass Telefonnummern von Usern, die im Rahmen von Sicherheitsfunktionen erhoben wurden, nicht für personalisierte Werbemaßnahmen verwendet werden dürften.

Facebook-Chef Zuckerberg gab sich nach Bekanntwerden der Einigung mit der FTC einsichtig: "Wir sind dafür verantwortlich, die Privatsphäre der Menschen zu schützen. Wir arbeiten bereits hart, um dieser Verantwortung gerecht zu werden, aber jetzt werden wir einen völlig neuen Standard für unsere Branche setzen", erklärte er und kündigte zeitgleich "große strukturelle Veränderungen" an.

Sind Facebook-Nutzerdaten jetzt wirklich sicher?

Doch gehen die Maßnahmen weit genug, dass die Daten der Milliarden User der Facebook-Plattform sowie der der Töchter Instagram und Whatsapp künftig sicher sind?

Beobachter sind sich darüber uneinig. Zwar schränkt das neue Datenschutz-Gremium die Machtfülle von Konzernchef Zuckerberg ein und im Rahmen der Einigung mit der FTC wurde zudem festgelegt, dass Facebook im Fall eines Datenschutzvorfalls umgehend Bericht erstatten muss. Sobald mehr als 500 User betroffen sind, hat Facebook 30 Tage ab dem Zeitpunkt der Kenntnisnahme Zeit, die FTC und das Datenschutz-Gremium über den Vorfall und nötige Abhilfemaßnahmen zu informieren. Viele Beobachter halten diese 30-Tage-Frist aber für deutlich zu lang.

Der Einsatz von Facebooks Gesichtserkennungstechnologie muss nun für Verbraucher verständlich formuliert werden, zudem müssen Benutzer explizit ihre Zustimmung geben, wenn der Einsatz der Technologie über das hinausgeht, was Benutzer in ihren Datenschutzeinstellungen bereits vereinbart haben.

Libra verstärkt Bedenken noch

Monetarisierung ist für Facebook seit Jahren elementarer Bestandteil des Geschäftsmodells. Das Unternehmen verdient insbesondere mit individualisierter Werbung Geld, die strengeren Datenschutzrichtlinien, denen sich Facebook nun unterwerfen muss, dürften es schwieriger machen, Einnahmen zu generieren. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Datenskandal den Ruf von Facebook als vertrauenswürdiges Medium empfindlich beschädigt hat und viele User möglicherweise künftig deutlich penibler auf ihre Datenschutzrechte pochen.

Die jüngst veröffentlichten Pläne von Facebook, mit Libra eine eigene Kryptowährung an den Start zu bringen, die zum weltweiten Bezahlsystem aufsteigen soll, könnten angesichts der zunehmenden Skepsis ebenfalls Gegenwind bekommen. Denn Facebook wird dadurch noch in einen anderen Userbereich Einblick gewinnen: Wofür geben die User von Instagram, Whatsapp und Facebook ihr Geld aus? Zahlreiche politische Institutionen, Währungshüter und sogar US-Präsident Donald Trump hatten bereits Bedenken gegen die Kryptowährung angemeldet, wobei nicht für jeden von ihnen die Datenschutzproblematik im Vordergrund stehen dürfte.

Facebook wird daher gezwungen sein, sich an die Abmachungen mit der FTC zu halten und zudem um Transparenz bemühen - denn User-Daten werden mit der Einführung von Libra nochmals deutlich an Wert gewinnen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Gil C / Shutterstock.com, Annette Shaff / Shutterstock.com

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